Nachhaltigkeit ist ein Weg

Mit der Hamburger Firma nserve Environmental Service entwickelt Marten von Velsen-Zerweck für Unternehmen kostensparende Strategien zur Emissionsreduktion. Von diesem Know-how können auch Film- und Fernsehproduzenten profitieren. Umweltfreundliche Kompensationsprojekte mit Crossmedia-Potential eröffnen eine stärkere Zuschauerbindung.

„Alle Ressourcen werden teurer, was sich auch in den Budgets von Film- und Fernsehproduktionen niederschlägt“, erklärt Marten von Velsen-Zerweck, geschäftsführender Gesellschafter der nserve Environmental Services GmbH. „Ökologische Nachhaltigkeit zahlt sich für Filmproduktionen aus, weil nachhaltiges Wirtschaften immer auch den Blick auf die Kosten lenkt. Dort, wo sich die Hotspots der Emissionen befinden – d.h. viel Energie verbraucht wird – sind ebenfalls die Hotspots der Kosten.“ Zum Kerngeschäft von nserve gehört es, nicht nur die Emissionen zu erfassen, sondern auch eine Strategie zu entwickeln, um sie zu reduzieren.

In Bereichen, in denen es kein Optimierungspotential gibt, lässt sich die CO2-Bilanz durch Investitionen in ökologisch nachhaltige Projekte ausgleichen. „Dabei entstehen direkte unternehmerische Partnerschaften zwischen Entwicklungsländern und Industriestaaten, die langfristig Bestand haben“, erläutert der Klimaschutz-experte. „Der Transfer von Technologie und Know-how ist ein innovativer Ansatz, um globale Umweltprobleme international zu lösen.“ Die Kontrolle, ob die jeweiligen Emissionsreduktions-projekte die qualitativen Standards erfüllen, erfolgt durch mehrere Auditierungsschritte. Die Vorgaben dafür hat das Klimasekretariat der Vereinten Nationen in Bonn entwickelt.

„Die Produzenten oder Sender können ein Projekt langfristig durch den Ankauf von Zertifikaten unterstützen und dieses Engagement crossmedial kommunizieren“, sagt von Velsen-Zerweck. Vor allem TV-Serien besitzen ein großes Potenzial zur Zuschauerbindung. Durch ein Aufforstungsprojekt könne beispielsweise eine besondere Tierart geschützt werden, was sich in einem Making-Of dokumentieren lässt. „Die Zuschauer können direkt daran teilhaben und über soziale Netzwerke und Websites regelmäßig Blogs und Bilder erhalten.“

Denkbar seien auch Emissionsprojekte, die einen thematischen Bezug zu einem Film besitzen, der etwa in Südafrika gedreht wird. Auch dabei können sich die Fans davon überzeugen, dass kein Green Washing betrieben wird.

„Nachhaltigkeit ist ein Weg“, resümiert der nserve-Gründer. Ein Produzent könne nicht von heute auf morgen komplett nachhaltig sein und hundert Prozent seiner Emissionen reduzieren. „Die Verbesserung erfolgt schrittweise von Produktion zu Produktion.“ Der restliche CO2-Ausgleich lässt sich durch nachhaltige Projekte sinnvoll kompensieren.

„Hinter den Zertifikaten stehen konkrete Projekte, die diese Emissionsreduktionen erbringen“, betont von Velsen-Zerweck. „Es ist wichtig, sich darüber zu informieren und auch bereit zu sein, eine kritische Kontroverse zu führen.“

Selbstverständlich sei es auch kein Widerspruch, beim Dreh auf Nachhaltigkeit zu setzen, aber aus Zeit- und Kostengründen trotzdem mitunter das Flugzeug zu nehmen.

Foto: ©nserve