Schlummernde Server

Dreißig Prozent aller Server, die weltweit in Rechenzentren im Einsatz sind, verbrauchen nur Strom, ohne jedoch eine Leistung zu liefern. Zu dieser Erkenntnis ist der Professor Jonathan Koomey gekommen, der sich als sich an Stanford University mit Energieeffizienz in Computernetzwerken beschäftig. Seine jüngste Studie hat er in Zusammenarbeit mit Jon Taylor von der Anthesis Group erstellt, die als weltweit tätige Beratungsfirma die Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien anbietet.

 

Als Basis diente dabei eine Untersuchung des kanadischen Unternehmens TSO Logic , das international energieeffiziente Software vertreibt. Dieser Erhebung zufolge stehen allein in den USA 3,6 Millionen komatöse Server, die keine Dienste ausführen, jedoch durch die erforderliche Kühlung einen hohen Energiebedarf besitzen. Weltweit wird die Anzahl der Rechner, auf denen kein Datenverkehr festzustellen ist, auf zehn Millionen geschätzt. Rund um den Erdball sind derzeit mehr als 41 Millionen Server im Einsatz.

 

In den USA haben die Server im Jahr 2013 etwa 91 Milliarden Kilowattstunden an Strom verbraucht, was dem doppelten Energiebedarf sämtlicher Haushalte in New York City innerhalb eines Jahres entspricht. Dieser Wert könnte bis um 40 Prozent gesenkt werden, wenn stärker auf Energieeffizienz gesetzt und die komatösen Server abgeschaltet würden, was zu einer Kostenersparnis von mehr als drei Milliarden Dollar jährlich führen würde.

 

Bekannte Internet-Unternehmen wie Apple, Facebook und Google arbeiten bereits sehr energieeffizient und verbrauchen mit ihren Cloud-Serverfarrmen weniger als fünf Prozent des Stroms, mit dem die Datenzentren in den USA gespeist werden. Der gesamt Online-Datenverkehr in den USA wird von 12 Millionen Rechnern bewältigt, die sich in über drei Millionen Rechenzentren befinden. In 95 Prozent aller Rechenzentren liegt die Auslastung nach der Schätzung von McKinsey nur selten über sechs Prozent.

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