Ein Trip durch die Wildnis

In ihrem neuen Kinofilm Unsere Wildnis zeigen die französischen Regisseure Jacques Perrin und Jacques Cluzaud, wie eine unerwartete Erderwärmung die Physiognomie de europäischen Kontinents nach der Eiszeit verändert hat. In diesem Goldenen Zeitalter siedelten sich Wildpferde, Bären und Wölfe in den Wäldern an. „All diese Tierarten sind heute durchaus noch in Europa existent“, erklärt Jacques Perrin, der als Regisseur für international bekannte Natur-Dokus wie Mikrokosmos, Nomaden der Lüfte und Unsere Ozeane verantwortlich zeichnet. „Die Bären haben wir in Rumänien aufgenommen. Wildpferde, die im Wald leben, gibt es nicht mehr.“

 

 

Unsere_Wildnis_Szenenbilder_29.300dpiDie Koniks ließ das Team aus Holland kommen, um mit ihnen in einem Waldstück in der Nähe von Lyon zu drehen. Dort hat Perrin die Kämpfe gefilmt, welche die Wildpferde in ihrem Alltag austragen. In den Niederlanden sind inzwischen ganze Wälder wieder der Wildnis überlassen worden. In Oostvardersplassen, einem großen Areal in der Nähe von Amsterdam, können die Pferde wie Wildpferde leben. „Es ist wichtig, diese Tiere wieder neu anzusiedeln und ihnen in Europa die Freiheit zu geben, die sie bei uns nicht mehr haben“, sagt der Regisseur. „Die Flächen und die Wälder dafür sind vorhanden, nur im Kopf der Menschen ist kein Platz dafür. Das müssen wir ändern.“

 

 

 

 

Die Produktion dieser Doku hat mit Vorbereitung und Schnitt insgesamt fünf Jahre gedauert. Die reine Drehzeit belief sich auf knapp zwei Jahre. Es waren stets vier bis fünf Drehteam im Einsatz. „Mit nur einem Team hätte es zehn Jahre gedauert, diese Aufnahmen einzufangen“, erläutert Perrin. Um aus nächster Nähe Jagdszenen mit Wölfen zu filmen, hat das Team wie schon bei Nomaden der Lüfte mit dem Prinzip der Prägung gearbeitet. „Die Wölfe sind schon als junge Welpen mit Menschen in Berührung gekommen. Sie waren an die Kamera und an unser Team gewöhnt, aber ihre Verhaltensweisen waren natürlich.“

 

Die atemberauWolfbenden Jagdszenen sind mit einer einzigen Kamera aufgenommen worden, für die eine spezielle Vorrichtung gebaut worden ist. Zu diesem Zweck wurde die Kamera auf einen Roller mit vier Rädern montiert, damit sie mit großer Geschwindigkeit zwischen den Bäumen hindurch fahren konnte. „Dadurch waren wir sehr nah mit der Kamera an den Tieren dran“, berichtet Perrin.

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