Abenteuer Arktis auf Arte

Ein Jahrzehnt nach seinem Oscar-gekrönten  Dokumentarfilm Die Reise der Pinguine  ist der französische Filmemacher und Antarktisforscher Luc Jacquet mit der Wild-Touch Antarctica!-Expedition ins ewige Eis zurückgekehrt. Er begleitete ein französisches Forscherteam, den Filmemacher Jérôme Bouvier und die Naturfotografen Laurent Ballesta und Vincent Munier zur Dumont-d’Urville- Station. Ihre gemeinsame Mission war es, der Welt die überwältigende Schönheit der Antarktis, aber auch ihre Bedrohung durch den Klimawandel vor Augen zu führen.

 

Arte präsentiert die 90-minütige Doku Antarktis – Die Reise der Pinguine von Jérôme Bouvier, die Arte France gemeinsam mit Paprika Films, der Wild Touch Production, Andromède Océanologie und CNRS Images produziert hat, am 28. Januar als Erstausstrahlung. Bisher schien es so, als bliebe der etwa 14 Millionen Quadratkilometer umfassende Eisschild des antarktischen Kontinents von der globalen Erwärmung unberührt. Doch jetzt deuten Veränderungen der Artenvielfalt und des Eiszyklus darauf hin, dass sich dort ein tiefgreifender Wandel vollzieht. Zur Dokumentation dieser Vorgänge hat sich die Wild-Touch Antarctica!-Expedition in die französische Forschungsstation Dumont d’Urville auf der Pétrel-Insel des ostantarktischen Adélielands begeben.

 

Mit an Bord sind der Unterwasserfotograf und Meeresbiologe Laurent Ballesta und der Natur- und Extremfotograf Vincent Munier. In Begleitung des Wissenschaftlers Christophe Barbraud, eines Spezialisten für Kaiserpinguine, wollen sie die Stellung der Antarktis im globalen Ökosystem erforschen und auf die Gefahren hinweisen, die dem südlichsten Kontinent der Erde drohen. Aus unterschiedlicher Perspektive, einmal submarin und einmal terrestrisch, aber mit gleicher ästhetischer Sensibilität machen sich die beiden Fotokünstler ans Werk.

 

 

Unter dem Eis meistert Laurent Ballesta eine große menschliche und technische Herausforderung: Mit seiner eigens entwickelten Spezialausrüstung filmt er als erster vor Ort, was für ein unglaubliches Leben sich dort unter Wasser abspielt und welchen ungeahnten Artenreichtum die Tiefen des antarktischen Ozeans bergen. So will der Künstler auf seine persönliche Weise zum Fortschritt des Wissens beitragen. Über dem Eis fängt Vincent Munier in faszinierenden Bildern das Leben der Kaiserpinguin-Kolonie ein. Tatsächlich ist der Vogel ein „Wachposten“ des Eises und spielt als Bioindikator eine zentrale Rolle für die Veränderungen im Südpolargebiet.

 

Dank eines internationalen Vertrages, der 1961 in Kraft trat, ist die Antarktis von Jagd und Fischfang verschont. Hier fürchten die Tiere den Menschen nicht. Doch auch diesem weißen Paradies scheinen langfristig die verheerenden Folgen des menschlichen Eingreifens in die Natur zu drohen, denn durch Luft- und Meeresströme steht der antarktische Biotop in Verbindung mit dem übrigen Ökosystem.

 

Im Anschluss zeigt Arte ebenfalls als Erstausstrahlung die Doku Antatarktis – Leben am Limit , die Jérôme Bouvier gemeinsam mit Marianne Cramer für das selbe Produzenten-Team realisiert hat.  Die Antarktis ist der unwirtlichste und kälteste Kontinent der Erde. Die Temperaturen sinken hier durchschnittlich auf minus 40 Grad Celsius, und die Winde erreichen manchmal eine Stärke von mehr als 200 Stundenkilometern. Doch trotz dieser extremen Bedingungen birgt die Antarktis auf ihrem riesigen Eisschild, auf dem Felsboden unter der antarktischen Eisdecke und in den Tiefen des Südpolarmeeres eine erstaunliche Artenvielfalt.

 

 

 

Das Fundament zum Schutz der Antarktis und der teils nur hier vorkommen- den endemischen Arten ist der 1961 geschlossene Antarktis-Vertrag. In ihm manifestiert sich das Interesse, die Antarktis ausschließlich friedlich zu nutzen. Vor Ort und in den Labors weltweit erforschen Ornithologen, Mikrobiologen und Ethologen die faszinierenden Überlebensstrategien der Bewohner des weißen Kontinents – angefangen bei den berühmten Kaiser- und Adeliepinguinen bis hin zu unbekannten, mikroskopisch kleinen Lebewesen.
Wie halten diese Arten den dauerhaften Minusgraden stand? Wie orientieren sie sich in der Eiswüste, wie pflanzen sie sich fort und wie ernähren sie sich? Darüber hinaus versuchen die Wissenschaftler eine immer dringlicher werdende Frage zu klären: Werden diese bereits sehr gut an ihre Umwelt angepassten Tiere auch zukünftig in der Lage sein, auf die Klimaveränderungen zu reagieren? Denn in der Antarktis steigt die Temperatur, das Packeis in den Polarmeeren schmilzt immer früher. Wie „Wachposten“ für globale Klimaschwankungen erleben die Arten der Südhalbkugel nun einen entscheidenden Wendepunkt ihrer Geschichte. Je genauer man sie erforscht, desto besser kann man sie schützen – und die Entwicklung der ganzen Erde begreifen.

Fotos: © Sarah Del Ben

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