Sustainability Reloaded in Berlin

Grün zu produzieren ist nicht zwangsläufig teurer, sondern dadurch kann sogar Geld gespart werden, berichteten diverse Produzenten und Regisseure beim 3. Grünen Produktionspanel  Sustainability Reloaded, das Green Film Shooting in Partnersschaft mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und the MFG Baden Wüttemberg im Rahmen der 67. Internationalen Filmfestspiele in Berlin veranstaltet hat

 

"Beim Dreh von Queen of Katwe in Uganda und Johannesburg haben wir 37.000 Plastikflaschen eingespart, was einer Summe 17,000  Dollar entsprach", erklärte Lydia Dean Pilcher, Gründungsmitglied des PGA Green und Produzentin des Disney-Films Queen of Katwe von Mira Nair. "Eines der Argumente, mit denen wir als Produzenten in den USA immer konfrontiert werden, ist, dass es zu teuer sei, grün zu drehen, da kompostierbare Dinge und der Einsatz eines Eco-Supervisors mehr kosten. Doch die Kosten-Nutzen-Analysen  von der Eco-Supervisor Emillie O’Brien auf unserer Website belegen, dass grünes Produzieren sogar Kosten spart. Wenn jemand nicht von der nachhaltigen Produktionsweise überzeugt ist, kann er dadurch zumindest Kosten sparen."

 

 

Der italienische Filmmacher Renzo Carbonera entschloss sich, seinen ersten Kinospielfilm Resina grün zu drehen, der er im Sommer 2016 in Trentino realisiert hat, bevor die Trentino Fillm Commission dort das  T-Green Film Rating-System eingeführt hat, das einen finanziellen Bonus für nachhaltige Produktionen gewährt. "In unserem Fall war das eine wirtschaftliche Entscheidung. Zugleich konnten wir dadurch die lokalen Bewohner des Dorfes in unsere Produktion einbinden, die sich an den grünen Richtlinien orientiert haben", erläuterte Renzo Carbonera.

 

 

Der preisgekrönte deutsche Regisseur und Produzent  Carl A. Fechner, der sämtliche seiner Filme komplett nachhaltig dreht, benötigt dafür keinerlei finanzielle Anreize  von einer Filmförderung. "Das ist keine Frage der Bezahlung, sondern der Überzeugung. Entweder ich möchte grün drehen oder nicht. Das hängt aber nicht davon ab, ob mir jemand dafür Geld gibt", versicherte Carl A. Fechner.

 

 

 

"Wir haben in jedem einzelnen Moment die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen", gab der britische Filmemacher Maxim Jago zu Bedenken, der den ersten grünen Virtuality Reality-Film vorbereitet. "Bisher haben wir vielleicht Plastikflaschen verwendet, aber  jetzt können wir uns für eine Alternative aus Bambus oder etwas anderes entscheiden. Wir können jederzeit eine umweltfreundlichere Lösung wählen und dadurch, dass die Umwelt eine Rolle für uns spielt, entwickeln wir ein Bewusstsein dafür. Dieses Bewusstsein führt dazu, dass wir unser Verhalten ändern!"

 

Photos: ©Rendezvous Media, Emellie O’Brien, Fechner Media, Razaker Firmaker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.