Smarte Filmbelieferung vom Server

Das Bewusstsein für einen schonenden Umgang mit Ressourcen wächst auch in der Kinobranche. Um Filmtheaterbetreiber zu nachhaltigen Maßnahmen in den Bereichen Energieeffizienz, Nutzung erneuerbarer Energien, Concession und Recycling zu inspirieren, hat Green Film Shooting 2016 das Grüne Kino-Label vorgestellt, das in der Filmbranche im In- und Ausland auf positive Resonanz gestoßen ist – auf der Berlinale, bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes und in Venedig.

 

 

Wie bei der Filmproduktion sind auch im Kino Energie und Transport die Hauptfaktoren, durch die der größte Anteil an umweltschädlichen CO2-Emissionen generiert wird. Einer Untersuchung des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater (HDF) zufolge haben sich die Stromkosten der Kinos durch den Einsatz digitaler Projektions- und Klimaanlagen im Zeitraum von 2011 bis 2015 um 45 Prozent erhöht. Wird kein Ökostrom verwendet, schlägt sich das entsprechend in der CO2-Bilanz nieder.

 

Aus der Digitalisierung resultiert auch eine inflationäre Überproduktion, denn inzwischen haben die Kinos 15 bis 20 Filmstarts pro Woche zu bewältigen. Da die Programmkinos viele Filme nicht mehr auf Schiene spielen, sondern nur noch an einzelnen Terminen in der Woche einsetzen, hat der Kopientransport enorm zugenommen. Allein in Deutschland werden jede Woche zehntausende DCPs auf Festplatten quer durch die Republik geschickt.

 

Eine Alternative stellt dazu die digitale Filmbelieferung über Datenleitungen dar. Das unabhängige Unternehmen Gofilex, das inzwischen über 1.300 Kinos in Europa beliefert und mit allen Majors sowie knapp 100 Independent-Verleihern zusammenarbeitet, hat ein eigenes terrestrisches Netzwerk aufgebaut. „Wir können die Filme zu jeder Tageszeit auf dem Gofilex-eigenen Server im Kino ausliefern“, so die in Darmstadt ansässige Gofilex GmbH, die das Organized Digital Delivery (Gofilex ODD™) auf dem deutschen und österreichischen Markt betreut. Die Festplatten müssen nicht mehr produziert, bespielt, verschickt und nach der DCP-Überspielung wieder zurückgesandt werden. Von diesem serverbasierten System profitieren die Kinos, die Verleiher und natürlich die Umwelt.

 

 

„Auf den Einsatz von Festplatten zu verzichten ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll“, konstatiert Kalle Somnitz, Betreiber der Düsseldorfer Filmkunstkinos. „Der Versand von Festplatten schädigt nicht nur durch den Transport die Umwelt, sondern bindet auch Personal, das wöchentlich im Kino auf den Paketmann wartet, bevor es weiter arbeiten kann.“

 

 

Die serverbasierte Filmbelieferung ist vor allem in ökologischer Hinsicht eine smarte Alternative, wenn nicht nur die Datencenter, sondern auch die Kinos mit grünem Strom gespeist werden. „Dieses System spart Zeit und Aufwand, denn kein Paket muss lange Versandwege zurücklegen“, resümiert Nino Otteni, der in Offenburg das operative Geschäft der Forum Cinemas leitet. „Der Versand über die Datenleitung ist schnell, flexibel, umweltfreundlich und zuverlässig.“

 

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