Im Licht der Leuchtdioden

Für Kameraleute und Beleuchter gibt es viele gute Gründe, LED einzusetzen: Energieeffizienz, Langlebigkeit, Flexibilität, Schnelligkeit sowie die daraus resultierenden Gestaltungsmöglichkeiten. „Die modernen LED-Leuchten ermöglichen es, schnell zwischen unterschiedlichen Farbtemperaturen hin- und her zu fahren“, erklärt Mike Zimmermann, Geschäftsführer vom Lichthaus Berlin, „so dass sich die Lichtstimmung am Set sofort von Tageslicht auf Glühlicht wandeln lässt.“ Beim Dreh mit klassischen Leuchten hätten dabei andere Einheiten eingesetzt und Folien gewechselt werden müssen. Auch beim Außendreh hat LED Vorteile, weil dafür kleinere umweltfreundlichere Generatoren ausreichen. „Die modernsten Generatoren sind mit Rußpartikelfiltern ausgestattet“, berichtet Zimmermann, „und müssen nicht mehr voll durchlaufen, wenn eine kleine Last daran hängt.“

 

 

 

Vor allem im Studiobereich wird LED gegenüber konventionellen Leuchtmitteln bevorzugt. Der NDR hat bereits 2014 bei der Modernisierung seines großen Studios die 20 Jahre alten Leuchtstoffröhren durch LED-Horizontflächenleuchten ersetzt, die für eine homogene Hintergrundbeleuchtung im Studio sorgen. Entwickelt worden ist die LedCyc6 von der Kölner Firrma Lightequip in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Hersteller LDDE. „Wir erzielen damit Energiespareffekte bis zu 50 Prozent“, berichtet Jörg Droschinski, Leiter für Lichttechnik beim NDR. Auch das ZDF hat sein großes Sendestudio 1 in Mainz sowie das Hauptstadtstudio mit LED-Leuchten umgerüstet. Für die Hintergrund
beleuchtung sorgen dort LED Cyc9-Paneele mit 30 Prozent
höherer Lichtleistung, während die Horizontbeleuchtung durch Sky Panels S60-C von Arri erfolgt.

 

Die US-Serie The Terror über eine verschollene königliche Marineeinheit, die sich 1847 auf die Suche nach der Nordwestpassage in die Arktis begeben hat, ist von Arri komplett mit LED bestückt worden. Die im Studio in Budapest aufgebauten Eis- und Schneelandschaften hätten beim Einsatz von Kunstlicht eine we sentlich stärkere Kühlung benötigt. „Dort, wo früher große Flächenleuchten als Studiolicht genutzt worden sind, kommen jetzt LED-Leuchten zum Einsatz“, erklärt Hubertus Prinz von Hohenzollern, Leiter des Lichtparks bei Arri. Die LED-Leuchten sind im Bereich bis 4 KW gut einsetzbar. Bei etwa 5 KW stoßen sie jedoch an physikalische Grenzen, da der Kühlkörper gekühlt werden muss, um die Leistung zu liefern. „Daher werden heute noch viele klein-flächige Einheiten eingesetzt. Es wird noch eine Weile dauern, bis sich im Tageslichtbereich die lichtstarken HMI-Leuchten ersetzen lassen.“

 

Firmen wie die Arri Rental Deutschland GmbH in München oder der Hamburger Equipment-
verleiher Electric Sun verzeichnen eine große Nachfrage nach Arri SkyPanels. Beim Dreh der Netflix-Serie Marco Polo in Malaysia hat der Münchener Oberbeleuchter Mike Wächter 500 SkyPanels S60-C eingesetzt. Bisher war für die unterschiedlichen Panel Lights der verschiedenen Hersteller jeweils anderes Zubehör erforderlich.

 

Inzwischen hat die Münchener Firma DoPChoice mit den Softboxen ein multifunktionales System für Beleuchter entwickelt, das für Anwender und Verleiher sowohl ökonomisch als auch nachhaltig ist. „Unsere Richtgitter sind aus rostfreiem Stahl und voll vernäht“, versichert der DoPChoice- Gründer Stefan Karle „Wir verwenden dafür extrem robustes, wasserfestes Material, das nicht so schnell verschleißt.“

 

 

Fotos: © Lightequip/ Mike Wächter/Arri/ DoPChoice

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