100. Grüner Drehpass für Sauerkrautkoma

Beim Dreh eines Kinofilms landen üblicherweise tausende Plastikbecher im Müll, während ungefilterte Dieselgeneratoren, Auto- und Flugreisen im Schnitt zwischen  650 bis 1.000 Tonnen CO2 emittieren. Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) hat aus diesem Grund 2011 mit dem Grünen Drehpass ein Gütesiegel für umweltbewusste Dreharbeiten kreiert. Zum 100. Jubiläum hat die FFHSH den Grünen Drehpass an die Krimi-Verfilmung Sauerkrautkoma vergeben, die derzeit von Constantin Film in Bayern produziert wird.

 

Beim Dreh der Krimi-Komödie Sauerkrautkoma setzt das Team auf umweltfreundliche Maßnahmen wie den Einsatz von Hybrid- und Wasserstofffahrzeugen, Catering mit regionalen Produkten sowie Thermobecher für die Crew. Für ihre Leistungen sind sie mit dem 100. Grünen Drehpass der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein ausgezeichnet worden. "Mit dem 100. Grünen Drehpass an eine bayerische Filmproduktion wollen wir ein Zeichen setzen”, erklärt Maria Köpf, Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein. “ Nur gemeinsam und länderübergreifend können wir etwas bewegen und Produktionsabläufe ökologischer gestalten.”

 

Das Team von Sauerkrautkoma arbeite durch und durch grün und habe darum den 100. Drehpass mehr als verdient. Die FFHSH konnte in den vergangenen fünf Jahren hundert Filmteams überzeugen, umweltbewusst zu filmen. Allein beim Dreh von Fatih Akins Thriller Aus dem Nichts konnten dank der nachhaltigen Produktionsweise mehr als 200 Tonnen CO2 eingespart werden. “Das Rechenbeispiel zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg befinden."

 

Meilensteine des Grünen Drehpasses

• 2011: Grüner Drehpass wird im Rahmen der Umwelthauptstadt Hamburg entwickelt
• 2012: Erster Grüner Drehpass geht an Der Landarzt, Novafilm
• 2013: Als erster Kinofilm wurde Buddy von Michael Bully Herbig ausgezeichnet
• 2013: Das Magazin Green Film Shooting für Nachhaltigkeit im Medienbereich erscheint zum ersten Mal
• 2014: Start der vertiefenden, jährlichen Workshop-Reihe
• 2015: Einladung von Ecoprod zur Teilnahme an der Klimakonferenz COP 21  in Paris
• 2016: Grüner Drehpass für  Aus dem Nichts von Fatih Akin
• 2017: 100. Drehpass für Sauerkrautkoma

 

Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein hat als erste Filmförderung in Deutschland das Thema umweltbewusste Dreharbeiten in die Filmbranche getragen. Mit dem zertifizierten Gütesiegel für Film- und TV-Produktionen gibt die FFHSH Handlungsempfehlungen, wie sich am Set derEnergieverbrauch reduzieren und Müll vermeiden lässt. Ausgezeichnet werden Produktionsteams, die ihren Film nachweislich umweltbewusst drehen.

 

Mittlerweile kann der Grüne Drehpass weltweit beantragt werden. So plant die Film Commission Mallorca, den Grünen Drehpass zu adaptieren und in Island wird in diesem Herbst The Deposit als erste internationale Produktion mit der Green Shooting Card der FFHSH ausgezeichnet.

 

Foto: © Bernd Schuller/ Constantin Film



 

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