Filme ohne Flüge und Fleisch

Regisseure besitzen einen großen Gestaltungsspielraum und Einfluss auf das Produktionsteam. “Je klarer die Position der Regie zum Thema Nachhaltigkeit ist, desto eindeutiger kann das Bewusstsein und die Akzeptanz im Filmteam geschaffen werden”, konstatierte der Regisseur und Produzent Lars Jessen bei der Paneldiskussion Grüner drehen, zu welcher der Bundesverband Regie gemeinsam mit der Bayerischen Landtagsfraktion der Grünen an der HFF München einlud. Mit Maßnahmen wie Verzicht auf Flüge und Fleisch beim Catering lasse sich der CO2-Fußabdruck einer Produktion bereits erheblich senken, betonte der Filmemacher. Eine gemeinsame Haltung des Teams sei dabei wichtig für die Arbeitsatmosphäre.

 

 

Neben dem Team sind auch Sender, Förderungen und Produktionsfirmen gefordert, die grüne Produktion zu unterstützen. Bei Sky gehört die nachhaltige Produktion inzwischen zu den Maßgaben bei den Eigenproduktionen in Deutschland, wie die Nachhaltigkeitsbeauftragte Alexandra Coffey betonte. Die grüne Produktion in Deutschland eingeführt hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holsten 2012 mit der Schaffung des Grünen Drehpasses, der inzwischen über 140 Mal vergeben worden ist, wie die Film Commissionerin Christiane Dopp berichtete.

 

„Umweltfreundliches Drehen ist keine Frage der Kosten“, erklärte Christine Rothe, die als Produzentin bei Constantin für grün produzierte Kinofilme wie Sauerkrautkoma und Der Vorname verantwortlich zeichnet. Die Zusatzkosten für die nachhaltige Produktion hält sie für durchaus überschaubar. Die Enwicklung von technischen Lösungen, mit denen sich klimaschädliche Emissionen senken lassen, befasst sich das CrewTech-Projekt,  das der Projektmanager Christian Dosch von Crew United vorstellte. In Bayern ist die grüne Filmproduktion dank dem großen Engagement von Ulrike Gote, Landtagsvizepräsidentin und medienpolitische Sprecherin der grünen Fraktion im Bayerischen Landtag, vorangebracht geworden. Dank ihrer zahlreichen Anfragen und Anträge hat die grüne Politikerin es erreicht, dass auch der Filmförderfonds (FFF) das grüne Thema nun auf seine Agenda gesetzt hat.

 

In die Diskussion, die von der Green Film Shooting-Herausgeberin Birgit Heidsiek moderiert wurde, stieg auch die Regisseurin Marie Noëlle Sehr ein, die über ihre praktischen Erfahrungen bei ihrem Film Marie Curie berichtete. Neben den jeweiligen Bedingungen vor Ort und der Haltung des Teams spielen auch die Schauspieler stets eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, bestimmte Anforderungen an die Produktion zu stellen. Die Teilnehmer der Paneldiskussion beschlossen, gemeinsam an die Agenturen heranzutreten, um Schauspieler stärker für die grüne Produktion zu sensibilisieren.

 

Foto: ©GFS

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