{"id":1075,"date":"2015-03-25T03:35:18","date_gmt":"2015-03-25T03:35:18","guid":{"rendered":"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/?p=1075"},"modified":"2015-03-25T03:36:14","modified_gmt":"2015-03-25T03:36:14","slug":"der-tag-der-bienen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/2015\/03\/25\/der-tag-der-bienen\/","title":{"rendered":"Der Tag der Bienen"},"content":{"rendered":"<p>Das Filmbu\u0308ro Mecklenburg-Vorpommern l\u00e4dt gemeinsam mit dem <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\/\">NABU <\/a>am 28. M\u00e4rz in Wismar zum <a href=\"http:\/\/www.filmbuero-mv.de\/de\/veranstaltungen\/themenveranstaltungen\/biene_co_bienenaktionstag\">Bienenaktionstag<\/a>.\u00a0 Auf dem Programm steht dabei die preisgekr\u00f6nte Doku <em>More than Honey<\/em> von dem Schweizer Regisseur Markus Imhoof. Mit spektakul\u00e4ren Makro-Aufnahmen gibt er nicht nur einen Einblick in ein faszinierendes Universum, sondern thematisiert auch, warum die emsig von Bl\u00fcte zu Bl\u00fcte schwirrende Honigbiene langsam verschwindet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Nachricht vom Bienensterben gab f\u00fcr den preisgekr\u00f6nten Regisseur Markus Imhoof, der als Enkel eines Imkers mit Bienenzucht aufgewachsen ist, den Ausschlag f\u00fcr dieses ambitionierte Filmprojekt. \u201eDie Bienen haben mich geholt\u201c, sagt Imhoof, der f\u00fcr diese aufw\u00e4ndige Dokumentation rund um den Erdball gereist ist. Bei seinen Recherchen kam ihm zugute, dass seine Tochter und sein Schwiegersohn als Bienenforscher in Australien t\u00e4tig sind und Kontakte zu einem weltweiten Netzwerk von Imkern besitzen. \u201eDadurch hatte ich eine sehr gute Referenz. Die Imker waren sehr offen und bereit, mir alles zu zeigen.\u201c<br \/>\nBei seinen ersten Gespr\u00e4chen m<a href=\"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC5017klein-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1077 alignleft\" src=\"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC5017klein-1-300x201.jpg\" alt=\"_DSC5017klein-1\" width=\"375\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC5017klein-1-300x201.jpg 300w, https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC5017klein-1-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC5017klein-1-630x422.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/a>it den Bienenz\u00fcchtern hatte Imhoof nur eine kleine Sony-Handkamera im Gep\u00e4ck, um Fotos aufzunehmen. Seine Recherchen f\u00fchrten ihn von Australien nach Nordamerika, Asien und wieder zur\u00fcck nach Europa in die heimische Schweiz. Der Umgang mit den Bienen ist von Kontinent zu Kontinent sehr unterschiedlich. \u201eDie Schweiz ist ein Paradies f\u00fcr die Bienen, weil es dort kein Gift gibt. Dennoch sterben sie; und zwar an Inzuchtschw\u00e4che\u201c, wei\u00df Imhoof. \u201eIn einigen Regionen Chinas werden hingegen so viele Pestizide eingesetzt, dass die Imker nicht mehr mit ihren V\u00f6lker dort hingehen. Die Best\u00e4ubung der Bl\u00fcten erfolgt dort von Menschenhand.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nIn den USA suchte der Regisseur einen Imker auf, der mit seinen 15.000 Bienenv\u00f6lkern quer durch den ganzen Kontinent reist; von Florida bis nach Kalifornien zur Mandelbl\u00fcte. \u201eDas ist Modern Times f\u00fcr die Bienen. Die ganzen Plantagen und Autobahnen sind dort so angelegt, dass die Landwirtschaft eine Fabrik ist. Der Imker akzeptiert, dass Pestizide eingesetzt werden, wenn er f\u00fcr 150 Euro ein Bienenvolk dort hinbringt. Die Monokulturen sind ein Paradies f\u00fcr Sch\u00e4dlinge. Daher muss mit viel Gift und Pestiziden dagegen gek\u00e4mpft werden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\nGanz ohne Medikamente kommen dagegen die so genannten Killerbienen aus, die aus einem Laborversuch in Sao Paulo stammen. \u201eDer Forscher hatte sie mit Gittern gesch\u00fctzt, die ein Mitarbeiter aus Mitleid entfernt hat\u201c, erl\u00e4utert Imhoof. \u201eDie 26 Schw\u00e4rme haben den ganzen Kontinent erobert. Dadurch hat sich Brasilien zum viertgr\u00f6\u00dften Honigproduzent der Welt entwickelt.\u201c<\/p>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Gw8dweb1_NQ\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe>\n<p>Um die unterschiedlichen Bienenkulturen aufzunehmen, reiste Imhoof mit dem Berliner Kameramann J\u00f6rg Jeshel zwei Jahre rund um die Welt. Zu ihren insgesamt 70 Drehtagen kamen weitere 35 Tage f\u00fcr die Makro-Shots im Bienenstudio hinzu. Die erste gemeinsame Auslandsreise f\u00fchrte zu den Killerbienen nach Arizona. \u201eWenn Bienen gest\u00f6rt werden, wehren sie sich\u201c, wei\u00df Jeshel. \u201eDie Killerbienen sind ungez\u00e4hmter und aggressiver als die zahmen Bienen in Europa. Darauf musste ich mich auch mental vorbereiten\u201c. Das Filmteam, zu dem neben dem Regisseur und Kameramann der Kamera-Assistent Christian M\u00f6ller sowie der Tonmann Dieter Meier geh\u00f6rten, musste zum Schutz vor den Bienen bei glei\u00dfendem Sonnenlicht in der W\u00fcste von Arizona Imkeranz\u00fcge und dicke Gummihandschuhe tragen. \u201eEs war schwierig, mit dem Netz vor dem Gesicht durch das Okkular zu schauen, doch mit dem Display konnten wir bei dem hellen Tageslicht nicht arbeiten.\u201c W\u00e4hrend hunderte von aggressiven Killerbienen gegen seine Gaze donnerten, war der Kameramann gefordert, ruhig zu bleiben. \u201eAls meine Nase einmal direkt am Netz war, stach eine Biene zu; zwei Stunden sp\u00e4ter war mein Gesicht geschwollen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um eine Biene beim Fliegen zu filmen, darf diese sich nicht weiter als 2 cm aus dem Set herausbewegen. \u201eWir m\u00fcssen genau bestimmen k\u00f6nnen, wo die Biene fliegt\u201c, erl\u00e4utert Attila Boa, der als Spezialist f\u00fcr die Makro-Aufnahmen verantwortlich zeichnet. Um die Verhaltensweisen der Bienen zu steuern, war beim Dreh oftmals der \u201eBienenfl\u00fcsterer\u201c Peter Hopfgartner dabei. \u201eEr kann mit Bienen kommunizieren und zum Beispiel provozieren, dass sich eine Arbeiterin dazu entschlie\u00dft, eine K\u00f6nigin aufzuziehen.\u201d<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/08MTH.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1078 alignright\" src=\"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/08MTH-300x169.jpg\" alt=\"08MTH\" width=\"341\" height=\"192\" srcset=\"https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/08MTH-300x169.jpg 300w, https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/08MTH-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/08MTH-630x354.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/a>Um das Leben im Bienstock aus n\u00e4chster N\u00e4he zu zeigen, wurde in Wien ein Bienen-Makro-Studio mit Phantom-Kameras eingerichtet. \u201eWir haben mit der Zeitlupentechnik versucht, die Bewegungen der Biene auf ein Niveau zu bringen, das f\u00fcr den Menschen nat\u00fcrlich wirkt\u201c, erl\u00e4utert Boa, \u201eund verschiedene Tempi und Belichtungszeiten durchprobiert. Der Mensch ist im Vergleich zur Biene sehr langsam, denn die Bienen bewegen ihre Fl\u00fcgel mit 280 Schl\u00e4gen pro Sekunde.\u201c Die fliegenden Bienen wurden in Slow Motion mit 300 Bildern pro Sekunde aufgenommen, w\u00e4hrend beim Krabbeln schon 70 Bilder pro Sekunde ausreichten, um ihre Zungen, F\u00fchler und Fl\u00fcgel im Detail zu zeigen.\u00a0 Die Tiere sollten dabei stets wie kleine Darsteller gut erkennbar sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Bienen-Studio wurde oft nicht direkt auf das Set geleuchtet, weil durch die Hitzeentwicklung das Wachs geschmolzen und die Bienen gestorben w\u00e4ren. \u201eWir haben \u00fcber einen Spiegel geleuchtet, da dabei viel W\u00e4rme verlorengeht. F\u00fcr ein winziges Bild mit zwei Bienen, die sich gegenseitig f\u00fcttern, haben wir eine 2,5 kW HMI aufgestellt, die sonst ben\u00f6tigt wird, um eine Fassade anzuleuchten.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC4991klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1087 alignleft\" src=\"http:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC4991klein-300x201.jpg\" alt=\"_DSC4991klein\" width=\"452\" height=\"303\" srcset=\"https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC4991klein-300x201.jpg 300w, https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC4991klein-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/greenfilmshooting.net\/blog\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/03\/DSC4991klein-630x422.jpg 630w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/a>Auch J\u00f6rg Jeshel war bei den zahlreichen Reisen immer wieder gefordert, Makro-Aufnahmen von den Bienen zu filmen wie beispielsweise einen Schwarm von Killerbienen auf einem Kaktus.\u00a0 In Kalifornien entstand das Bild von einer einzelne Biene, die beim Best\u00e4uben einer Mandelbl\u00fcte von Pestiziden benebelt wird. \u201eDie chemische Industrie testet nur, ob ein Pestizid auf die Biene t\u00f6dlich wirkt\u201c, betont Boa. \u201eSie untersucht aber nicht den Wirkungsmechanismus, wenn es als Futter an die Larven weitergegeben wird.\u201c Die Bienen-Babies erlitten durch die Gifte Hirnsch\u00e4den, durch die sie ihre kognitiven F\u00e4higkeiten und ihre komplexe Navigationsgabe verlieren, wieder in den Bienenstock zur\u00fcckzukehren. Damit sei auch das Geheimnis des pl\u00f6tzlichen Bienenverschwindens zu erkl\u00e4ren: \u201eDas ist, als ob alle Deutschen an einem Abend so betrunken gemacht werden, dass sie nicht mehr nach Hause finden.\u201c Bis die sch\u00e4dliche Wirkung eines Spr\u00fchmittels nachgewiesen werde, vergingen oft mehrere Jahre. \u201e Das ist nur die Spitze des Eisberg, denn die Biene ist das einzige Tier in der Natur, bei dem wir das bemerken.\u201c<\/p><div class=\"twoclick_social_bookmarks_post_1075 social_share_privacy clearfix 1.6.4 locale-de_DE sprite-de_DE\"><\/div><div class=\"twoclick-js\"><script type=\"text\/javascript\">\/* <![CDATA[ *\/\njQuery(document).ready(function($){if($('.twoclick_social_bookmarks_post_1075')){$('.twoclick_social_bookmarks_post_1075').socialSharePrivacy({\"services\":{\"facebook\":{\"status\":\"on\",\"txt_info\":\"2 Klicks f\\u00fcr mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie k\\u00f6nnen Ihre Empfehlung an Facebook senden. 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