Nachhaltigkeit in Serie

Die Studio Hamburg FilmProduktion nimmt mit der nachhaltigen Serienproduktion eine Vorreiterrolle auf dem europäischen Festland ein. Um eine umwelt- und klimafreundliche Bilanz zu erhalten, werden routinierte Arbeitsabläufe neu konzeptioniert. Dieses Engagement, wovon bereits die Polizei-Serie Großstadtrevier, der Fernsehfilm Die Insassen sowie die ZDF-Vorabendserie Notruf Hafenkante profitieren, hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein zum dritten Mal mit dem Grünen Drehpass belohnt.

 

Hafenkante-Drehpass„Diese Auszeichnung freut uns sehr, denn sie bestätigt uns darin, mit dem Überdenken routinierter Abläufe der Umwelt zuliebe auf dem richtigen Weg zu sein – auch wenn dies Fleiß, Überzeugungsarbeit und Zeit bedeutet“, erklärt Studio Hamburgs Produktionschef Michael Lehmann. „Das nachhaltige Denken stößt bei unseren Teams auf eine große Bereitschaft.“

 

Langlaufserien wie Großstadtrevier oder Notruf Hafenkante sind für grüne Produktionsweisen prädestiniert. „Dabei sind die Abläufe bekannt und es ist ausreichend Zeit vorhanden, um die Sets zu organisieren und die Teams vorzubereiten“, unterstreicht Marcus Kreuz, der als Produktionsleiter der Notruf Hafenkante die Rolle des Green Runners übernommen hat. Um den eingeschliffenen Gewohnheiten der Crew und Darsteller vorzubeugen, setzt er die grünen Maßnahmen jeden Drehtag auf die Dispo, die elektronisch verschickt wird – natürlich mit Ökostrom.

 

Um den Energieverbrauch zu reduzieren, werden energieeffiziente Lichttechnik sowie wieder aufladbare Akkus und feste Stromanschlüsse am Set eingesetzt. Zugute kommt der Produktion dabei, dass die 2007 gestartete ZDF-Vorabendserie an festen Motiven gedreht wird. Die Polizeibeamten der Revierwache in St. Pauli Hand arbeiten Hand in Hand mit dem Ärzteteam des benachbarten fiktiven Elbkrankenhauses zusammen. Die Innenaufnahmen im Polizeikommissariat sowie im Elbkrankenhaus erfolgen in einer ehemaligen Lagerhalle in Hamburg-Langenhorn, die zum Studio umgebaut worden ist. Als Hauptmotive für die Außenaufnahmen fungieren das Wasserschutzrevier an der Kehrwiederspitze sowie das gegenüberliegende Oberhafenamt, das als Krankenhaus-Kulisse dient.

 

Von den nachhaltigen Erfahrungen in der Serienproduktion profitieren auch zunehmend die Fernsehfilm-Produktionen. „Die Drehzeit der Einzelstücke ist sehr kurz, daher muss die Nachhaltigkeit dieser Sets vom ersten Drehtag an funktionieren. Das erfordert eine genaue Planung, damit diese Ziele erreicht werden können“, resümiert Michael Lehmann.

Markus KreuzerBei der Produktion der 30 neuen Folgen der Notruf Hafenkante hat Marcus Kreuz darauf geachtet, dass für die Ausstattung abbaubare und wieder verwendbare Materialien wie Holz und Stoff verwendet wurden und weniger Müll anfiel. Das Catering bestand aus überwiegend regionalen und saisonalen Produkten. Statt Plastikbechern und -flaschen gab es Mehrweggeschirr. Im Transportbereich sorgte die Bildung von Fahrgemeinschaften für eine geringere CO2-Belastung.

 

„Die Teams haben wir überzeugt“, bilanziert Marcus Kreuz. „Jetzt müssen wir noch die Dienstleister mit ins Boot holen. Wenn die neue, energieeffizientere Technologie stärker nachgefragt wird, amortisiert sie sich schneller, so dass die Mietpreise sinken.“

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