Ein grüner Aufruf für die Kinos

Dank der Initiative des britischen Kinoverbandes Cinema Exhibitors’ Association (CEA) haben verschiedene unabhängige Kinos in Großbritannien in den letzten fünf Jahren ihre CO2-Emissionen und Energie-Kosten erheblich gesenkt. Eine wichtige Rolle spielte dabei der vom Kinoverband entwickelte Maßnahmenkatalog zur Energie- und Emissionsreduzierung. Dieses ausgeklügelte Handwerkszeug hilft den Kinos zu erkennen, wo Einsparpotentiale bestehen. Seit Anfang 2015 können sich die Kinos in einem Online-Forum über die nachhaltige Umsetzung austauschen.

„Wir hoffen, dass unser Forum und das neue Online-Toolkit unsere Mitglieder mit Unterstützung und Ratschläge versorgen, damit sie die Empfehlungen umsetzen, mit denen sich nicht nur Emissionen reduzieren lassen, sondern sie auch Geld sparen können”, erklärt Grainne Peat, die beim CEA für die strategische Entwicklung zuständig ist. Die grüne Kino-Initiative ist 2010 gestartet worden, als der britische Kinoverband zusammen mit dem unabhängigen Energie- und Emissionsmanagement-Unternehmen Energise für eine Handvoll Londoner Kinos ein Pilotprojekt initiierte.

Schalter„Unser Ansatz dabei war, zunächst den Verbrauch zu überprüfen, die Möglichkeiten zu sondieren und ein Geschäftsszenario zu erstellen“, berichtet Simon Alsbury, Technischer Leiter bei Energise. Damit die Kinobetreiber Energie einsparen können, hat die CEA ihre Mitglieder 2012 mit entsprechenden Materialen versorgt. Diese beinhalten ein Benchmark-Tool, um die Rahmendaten eines Kinos in Hinblick auf Größe und Alter des Gebäudes zu ermitteln. Neben dem Toolkit für die Selbsteinschätzung erhielten die Kinos eine Excel-Arbeitsvorlage, in die sie eintragen konnten ,wo sich möglicherweise Energie und Emissionen einsparen lassen. Zudem bekamen die Kinos eine Anleitung inklusive einem Satz Arbeitsblättern sowie Informationen zu Energiesparmaßnahmen, erneuerbaren Energien, Gas, Wasser und Müll.

 

Thurso außenIm nächsten Schritt wurden alle unabhängigen Mitgliedskinos mit ein bis fünf Sälen von der CEA eingeladen, sich an dieser Fallstudie zu beteiligen, die mit Unterstützung von Energise vorgenommen wurde. Bei diesem Programm zur Energie- und Emissionsreduzierung mussten die Kinos sich verpflichten, entsprechende Investitionen zu tätigen, um die Empfehlungen auch umzusetzen. Zu den Kinos, die sich an diesem Pilotprojekt beteiligten, gehörten das Curzon Soho in London, The Junction in Goole, das Broadway in Nottingham, das Thurso in Schottland sowie das Filmhouse in Edinburgh. Die für die Kinobranche maßgeschneiderten Empfehlungen von Energise hatten einen großen Effekt. Das aus zwei Sälen bestehende Thurso, das bisher über nur wenig Erfahrung in diesem Bereich verfügte, konnte seine Energiekosten binnen eines halben Jahres um ein Drittel senken. Allein durch die Umstellung auf LED-Leuchtmittel werden dort monatlich 1.000 Pfund eingespart.

Mit dem Online-Forum verfügen die CEA-Mitglieder jetzt über eine Plattform, um sich über ihre Erfahrungen mit Energieeffizienz-Maßnahmen auszutauschen, die für kleinere erschwinglich und umsetzbar sind. Energise versorgt sie zudem mit einer Kino-Energiefibel.

Der CEA hat alle britischen Kinobetreiber dazu aufgerufen, in den nächsten drei Jahren ihre Energiekosten, Emissionen und ihr Müllvolumen zu reduzieren. Die vorgeschlagenen Maßnahmen entsprechen dem vom British Film Institute (BFI) entwickelten Branchen-Standard BS890. Der britische Nachhaltigkeit-Standard für Filmproduktionen könnte in Zukunft von der gesamten Branche adaptiert werden.
Es gibt viele Maßnahmen, die einzelne Kinos unternehmen können, um ihren CO2-Ausstoß und damit auch ihre Strom- und Gasrechnungen zu vermindern“, resümiert Phil Clapp, Geschäftsführer des CEA. „Es ist auch in wirtschaftlicher Hinsicht von Vorteil, auf entsprechende Verfahren zu setzen. Wir freuen uns auf unsere Zusammenarbeit mit dem BFI und anderen Partnern, um diese wichtige Arbeit weiter voranzubringen.“

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