Die grüne Königin

Disneys Queen of Katwe ist der erste grün produzierte Studiofilm in Uganda. Der auf einer wahren Begebenheit basierende Film wurde mit einer internationalen Crew zum Teil in Südafrika gedreht und schildert, wie ein elfjähriges Mädchen aus den Slums zur Schachgroßmeisterin aufsteigt. Die New Yorker Produzentin Lydia Dean Pilcher, für die Queen of Katwe bereits die elfte Zusammenarbeit mit der Regisseurin Mira Nair darstellt, gibt Einblick in diese grüne Produktion.

 

Haben Sie Mira Nair überzeugt, diesen Film grün zu drehen?
Wir haben vor 25 Jahren Mississippi Masala in Uganda gedreht und setzen seit acht Jahren auf Nachhaltigkeit am Set. Zu einer grünen Filmproduktion gehört, mit Treibstoff und Energie zu haushalten, auf Gift- und Schadstoffe zu verzichten, Wasser zu besorgen, Müll zu trennen und dies der Crew und den Schauspielern zu vermitteln. Wir hoffen, dass wir mit unseren praktischen Lösungen ein umweltfreundlicheres Verhalten herbeiführen und dies auch politisch mit entsprechenden Hilfsmitteln in den Gemeinden unterstützt wird, was langfristig zur Erhaltung unseres Planeten beiträgt.
Gibt es in Afrika eine Infrastruktur zur Mülltrennung?
Mira und ich arbeiten oft in anderen Ländern und haben festgestellt, dass das sehr unterschiedlich ist. In Uganda konnten wir unseren Recyclingmüll zu einer Wiederverwertungsanlage bringen. In Johannesburg haben wir von den Restaurants die Bokashi-Methode übernommen und Essensreste in riesigen Trommeln zu Kompost fermentiert.

 

 

 

Verfügen die Crews in Uganda and Südafrika über grünes Know-how?
Wir haben die New Yorker Nachhaltigkeitsberaterin Emellie O‘Brien vor Drehstart für zwei Wochen nach Uganda und Johannesburg geholt, um vor Ort jeweils zwei Teammitglieder zum Eco Supervisor auszubilden. Zusammen mit unserer Buchhaltung hat sie den CO2-Rechner in die Abläufe integriert. Mit einem Eco Supervisor sind die Erfolgsaussichten größer, weil bestimmte Teammitglieder dafür verantwortlich sind, die Systeme zu implementieren und den anderen Abteilungen zu vermitteln. Afrika verfügt dadurch nun über vier neue Eco Supervisor.

 

Haben Sie CO2-Emissionen in den Bereichen Energie und Transport gesenkt? Wir haben den Crewmitgliedern die Kosten für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erstattet und Kleinbusse eingesetzt, um Fahrgemeinschaften zu bilden. Wir haben wieder aufladbare Batterien verwendet, soweit das möglich war. Die Einwegbatterien, die in der Tonabteilung nur einmal eingesetzt werden, sind in der Maske zum Föhnen benutzt und schließlich recycelt worden.

 

 

Wie wichtig ist es für eine Produktion, den ökologischen Fußabdruck zu messen?
Die Berechnung zeigt etwas, das vorher nicht sichtbar war. Es ist leichter, Veränderungen durchzusetzen, wenn dadurch der Unterschied deutlich wird. Es ist wichtig, die Crew und Schauspieler mit diesen Informationen zu versorgen, weil sie das zu kreativen Ideen inspiriert, wie sich Emissionen senken lassen. Ich hoffe, dass dies dazu führt, dass sie diese Praktiken über unsere Produktion hinaus einsetzen. Wir haben dafür den CO2-Rechner verwendet, der beim PGA Green auf der Website  kostenlos zum Download zur Verfügung steht.

 

Fotos: © Cine Mosaic/ Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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