Innovativer Energiespeicher am Set

Die Tage der alten Dieselgeneratoren sind gezählt. Neben Fahrverboten für Fahrzeuge gibt es in deutschen Großstädten wie Berlin oder Köln bereits Auflagen für den Einsatz von Dieselaggregaten. Film- und Fernsehproduktionen sind daher gefordert, alternative Lösungsmöglichkeiten zu finden, mit denen sich der Strombedarf beim Dreh an verschiedenen Motiven decken lässt.

 

Als ein innovativer Lösungsansatz erweisen sich Hybrid-Stromaggregate, die bereits in der Bauindustrie erfolgreich eingesetzt werden. Diese mobilen Stromspeicher halten die elektrische Energie in einer großen Batterie vor. „Die Film- und Fernsehproduktion ist für uns die Formel 1“, erklärt Tobias Naber, Vertriebsingenieur der Polyma Energiesysteme GmbH. Das deutsche Unternehmen, welches seit 1948 Dieselstromerzeuger entwickelt und fertigt, hat einen mobilen Stromspeicher entwickelt.

 

Um möglichst viel Erfahrung mit der neuen Technik zu sammeln, wird diese
Produktionen und Verleihern zunächst zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Zu ihnen gehört der Filmtechnikverleiher Lichthaus Berlin GmbH, der bereits 2015 seine gesamten Generatorflotte mit Rußpartikelfiltern ausgestattet hat, um die neusten Abgasstandards zu erfüllen. Zu den ersten Produktionen, bei denen Lichthaus Berlin die emissionsfreie Batterielösung einsetzt, gehört die Daily-Drama-Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten.

 

Die Erfolgsserie GZSZ, die bei RTL im Vorabendprogramm läuft, wird von der UFA Serial Drama in Babelsberg produziert. Fast alle Aufnahmen entstehen in den Filmstudios in Potsdam Babelsberg, wo die Produktion über ein komplettes Außenset mit verschiedenen Motiven verfügt. Wenn sich die Charaktere außerhalb ihrer gewohnten Örtlichkeiten aufhalten, wird bevorzugt an Originalschauplätzen in Berlin gedreht, was eine entsprechende Stromversorgung erfordert.

 

„Mit unserem leistungsstarken Akkugenerator kann sowohl die Beleuchtung als auch das Basiscamp am Set komplett abgedeckt werden“, erklärt Mike Zimmermann, Geschäftsführer von Lichthaus Berlin. Dank der Leistung dieses elektrischen Powerpakets mit bis zu 176 kWh und 100 kW kann die Produktion problemlos größere Verbraucher über lange Zeit versorgen.

 

Zur Grundausstattung gehören ein Li-Ion Speicher, intelligentes Batterie- und Lifetime-Management sowie ein 12“ Touch TFT Display zur einfachen Überwachung des Ladezustands. Gegenüber einem Dieselaggregat hat der mobile Stromspeicher den Vorteil, dass dieses Gerät komplett geräuschlos und selbst bei 100 Prozent Schieflast reibungslos arbeitet. Eine ungleichmäßige Belastung des Drehstromnetzes stellt somit keine Herausforderung mehr dar. Gegenüber einem vergleichbaren Dieselaggregat lassen sich damit bei Niedriglast ca. 50 bis 70 Prozent an laufenden Kosten sparen.

 

Das emissionsfreie Aggregat verfügt über ein Gesamtgewicht von 3.500 kg und kann als Anhänger mit einem PKW transportiert werden. Die Ladung erfolgt binnen acht Stunden über eine aus der E-Mobilität bekannte Typ2-Steckdose. Beim bidirektionalen Anschluss an eine CEE125 A-Steckdose ist es in zwei Stunden wieder voll aufgeladen. Bei der Kompaktlösung im Kleinbus kommt zum Stromspeicher ein Range Extender hinzu, der diesen mit Gas oder Benzin wieder auflädt. „Wir freuen uns“, resümiert Naber, „mit dieser Energielösung einen Beitrag zur klimaneutralen Produktion zu leisten.“

Fotos: © Polyma, RTL/ UFA Serial Drama

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