Umweltfreundlicher Hybrid-Stromerzeuger

Mit dem MB-Filmhybrid 100 bringt die Kölner Firma Maier Bros. einen umweltfreundlichen Hybrid-Stromerzeuger für die Film- und Medienindustrie auf den Markt, der zu großen Teilen emissionsfrei läuft. Das Filmaggregat kombiniert die vier verschiedenen Betriebsmodi Akku-, Solar-, Netz- und Gasbetrieb (LPG). Bei einen kleinen bis mittleren Last bis zu 12KW kann das System komplett über das Akkupack gespeist werden, welches über eine Systemkapazität von 24KWh verfügt.

Wenn bei einem Außendreh nur einige Kameraakkus und Handys geladen werden, deren abgerufene Gesamtleistung zwischen 0,5 und 1,5KWh liegt, reicht die Akkukapazität für einen ganzen Drehtag aus. Sobald die Lastanforderung steigt oder die Akkus geladen werden müssen, startet automatisch der Stromgenerator, der über eine Leistung von 88KVA verfügt. Dank dem Gasmotor ist der mit LPG (Liquefied Petroleum Gas) betriebene Super Silent Filmgenerator sehr emissionsarm, denn er produziert keinen Feinstaub, kaum Stickoxyde und deutlich weniger CO2.

Der Fahrzeugmotor ist auf LPG umgerüstet worden, weil es mehrere Vorteile bietet. LPG ist deutlich günstiger als Dieselkraftstoff und mit diesem Kraftstoff ist die Versorgung durch ein dichtes Tankstellennetz sichergestellt. „Unser Ziel war, einen autarken Filmstromerzeuger zu entwickeln, der mindestens einen langen Drehtag bei 90% Volllast Strom liefern kann“, erklärt Niels Maier Geschäftsführer von Maier Bros.

Als einziges Fahrgestell für das Filmaggregat kam ein Iveco CNG 7,2t in Frage, dessen Motor für den Gasbetrieb ausgelegt ist. Das Fahrgestell ist von CNG auf LPG umgerüstet worden, da CNG bei der gasförmigen Speicherung mit 200bar sechsmal soviel wie der LPG-Tank gewogen und den zweieinhalbfachen Platzbedarf erfordert hätte. Damit wäre es nicht möglich gewesen, die erforderliche Tankkapazität auf dem Iveco 7,2t unterzubringen. Da Filmaggregate öfter in entlegenen Gebieten eingesetzt werden, wo  keine andere Art der Stromversorgung vorgehalten wird, war die Auswahl des Kraftstoffs ein wichtiges Entscheidungskriterium. Für LPG gibt es in Deutschland ein zehnfach dichteres Tankstellennetz als für CNG.

Die Steuerung des Mobilhybrid sorgt dafür, dass die jeweils günstigsten Energiequellen genutzt und am Steckfeld ausgegeben werden. Als primäre Parameter vorgegeben sind Solar und Netz, auf die immer zurückgegriffen wird, sobald sie verfügbar sind. Die Akkus werden so lange wie möglich genutzt. Der LPG-Motor springt erst an, wenn ein größerer Energiebedarf gedeckt werden muss.

Bei den Batterien hat Maier Bros. auf Hightech-Bleigel-Batterien gesetzt, die zwar deutlich schwerer als Batterien mit LithiumIonen oder Lithiumeisenphosphat sind, dafür aber nicht als Gefahrgut gelten. Zudem sind Bleibatterien deutlich robuster, verfügen über eine höhere Temperaturtoleranz und fast vollständig recycelbar. „Wir arbeiten daran, die Akkukapazität zu erhöhen“, sagt Maier. Sobald entsprechende Akkus verfügbar sind oder die Verordnungen bzgl. Gefahrguts geändert werden, sei eine doppelte oder dreifache Akkukapazität realistisch.

Fotos: © Maier Bros.

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