Elefantenschutz ist Klimaschutz

„Elefanten sind Umwelt- und Klimaschützer“, erklärt Heike Henderson, Leiterin der Tierschutzorganisaton Future for Elephants. Die Dickhäuter fungieren in der freien Wildbahn als Gärtner, welche nicht nur morsche Bäume und abgestorbene Äste fressen, sondern mit ihrem Dung für eine humusreiche Erde sorgen. In Afrika und Asien werden Elefanten nicht nur aufgrund ihrer kostbaren Stoßszene gejagt und getötet, sondern auch als Arbeitstiere sowie für Entertainment-Zwecke für Touristen grausam versklavt.

 

In dem berührenden Dokumentarfilm Love & Bananas, der beim Internationalen Naturfilmfestival Green Screen in Eckernförde den auf 2 500 Euro dotierten Newcomer-Preis gewonnen hat, begleitet die amerikanische Filmemacherin Ashley Bell die thailändische Tierschützerin Lek Chailert bei ihrer Rettung eines geschundenen Elefanten aus einem Trekkingcamp. Damit sich die Wildtiere als Touristenattraktion benutzen lassen, werden sie als Jungtiere in einer 24-stündigen Tortur brutal mit Eisenhaken geschlagen, um ihren Willen für immer zu brechen. Jeder Elefant, der Zirkuskunststücke vorführt oder Touristen spazieren trägt, hat zuvor die gewalttätige Prozedur des „Phajaan“ erlitten. Mit heimlich gefilmten Aufnahmen hat die Elefantenretterin Lek Chailert dies ans Licht der Öffentlichkeit gebracht, was ihr Todesdrohungen bescherte, aber gleichzeitig eine Lawine der Veränderung in Gang gesetzt hat.

 

In Asien gibt es heute nur noch ca. 45.000 Elefanten, von denen etwa 10.000 unter teils entsetzlichen Bedingungen als Touristenattraktion oder in Tempeln in Gefangenschaft leben. Lek Chailert hat im Laufe der Jahre tausende von Tieren gerettet und mit der Stiftung Save Elephant Foundation ein Reservat in Thailand aufgebaut. „Wenn die Touristen erfahren, welches Leid den Elefanten angetan wird, möchten sie diese Art von Entertainment nicht“, sagt Chailert, die 2017 auf Einladung von Emmanuel Macron vor der UN in New York gesprochen hat.

 

 

In dem Naturpark für Elefanten haben inzwischen auch zahlreiche andere Tiere wie Büffel, ausgesetzte Hunde, Vögel und gerettete Versuchskaninchen ein neues Zuhause gefunden. Auch die ländliche Bevölkerung in Nordthailandprofitiert von dem Engagement der Tier- und Naturschützerin, die beim Kaffeanbau auf Mischkulturen setzt und auf eine Behandlung der Pflanzen mit Chemikalien vollkommen verzichtet. Davon profitieren sowohl die thailändischen Landarbeiter als auch die Konsumenten des Öko-Kaffees. Zu den Nutznießern gehören aber auch die Elefanten, denn die Erlöse aus dem Vertrieb des ENP Coffee werden zur Rettung und Pflege der Elefanten eingesetzt. „Wir planen, unseren Kaffee in Deutschland auf den Markt zu bringen“, erklärt Chailert. Bisher wird der ENP Coffee in den USA vertrieben.

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