In der französischen Komödie Black Friday for Future von dem Ziemlich beste Freunde– Regieduo Olivier Nakache und Eric Toledano versuchen Klimaaktivsten den Konsumrausch am Black Friday zu stoppen. Globale Marketing-Kampagnen mit Rabattversprechen geben Geschäftsmodellen wie Fast-Fashion und Ultra-Fast-Fashion einen kräftigen Schub. Allein in Deutschland werden jährlich etwa 1,56 Millionen Tonnen Textilien entsorgt, was etwa 19 Kilogramm pro Person entspricht.
Anlässlich des Black Friday hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) unter dem Motto „Reclaim Responsibility” einen Aktionsshop gestartet, in dem gerettete und wieder aufbereitete Textilien aus Ghana angeboten werden. Aufgrund der Überproduktion in der Textilindustrie landen jede Woche rund 15 Millionen exportierte Kleidungsstücke in Ghana. Ein Teil dieser Kleidungsstücke, die neu oder kaum getragen sind, kommen aus Deutschland. Die Hersteller von Fast-Fashion werden für die Ressourcenzerstörung, Umweltschäden und Müllentsorgung ihrer Produktion bisher nicht zur Verantwortung herangezogen
„Fast-Fashion hat Mode zu Plastik-Wegwerfprodukten gemacht: Siebzig Prozent der Klamotten bestehen heute aus synthetischen Fasern, von denen weniger als ein Prozent zu neuer Kleidung recycelt wird“, erklärt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH, die dafür plädiert, der Überproduktion von Textilmüll gesetzlich einen Riegel vorzuschieben. Künftig dürfe es sich für Modemarken nicht mehr auszahlen, immer neue kurzlebige Trends zu bedienen und nicht-recyclingfähige minderwertige Ware in riesigen Mengen auf den Markt zu bringen. In Frankreich und den Niederlanden sind Hersteller bereits gesetzlich verpflichtet, Reparaturen von Textilien zu ermöglichen und Recycling zu fördern. Onlinehändler müssen Produkte wie Kleidung, Schuhe und Textilien, die in Frankreich auf den Markt gebracht werden, bei einem in Frankreich zugelassenen Rücknahmesystem lizenzieren.
Auch Deutschland und andere EU-Staaten sind gefordert, eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien einführen. Den rechtlichen Rahmen dafür bildet eine Änderung der europäischen Abfallrahmenrichtlinie (2008/98/EG), im Zuge der im September 2025 die EU-Richtlinie (EU) 2025/1892 zur Erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) für Textilien beschlossen worden ist. Mit der erweiterten Herstellerverantwortung soll in der Textilbranche künftig ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft erfolgen.
Das bedeutet, dass Hersteller, die in der EU Textilien auf den Markt bringen, auch die Kosten für deren Sammlung, Sortierung und Recycling tragen müssen. Diese Bestimmungen gelten für alle Hersteller – unabhängig davon, ob ein Unternehmen in Deutschland, Europa oder außerhalb der EU seinen Sitz hat. Bis spätestens Mitte April 2028 müssen alle EU-Mitgliedstaaten Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien einführen.
Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) fordert für die schnelle Umsetzung dieser neuen Vorgaben in Deutschland eine starke zentrale Stelle einzurichten, um die Registrierung von Herstellern, das Inverkehrbringern der Waren und die Überwachung der Systeme übernimmt. Zudem sollten alle beteiligten Akteursgruppen wie Hersteller, Händler, Systeme, Kommunen und private Entsorgungswirtschaft gemeinsam über Themen wie Ökodesign, Forschung, Recycling und Verbraucherkommunikation beraten.
Die DUH hält es bei der Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung für wichtig, dass die Verantwortung der Hersteller nicht beim Checkout im Online-Shop oder an der Ladentheke endet, sondern bis zum Lebensende eines Produkts reicht. „Dafür sollten mindestens 25 Prozent der Gebühren der Erweiterten Herstellerverantwortung für einen Fonds genutzt werden, über den wirklich kreislauffähige Geschäftsmodelle mitsamt der notwendigen Infrastruktur gefördert werden“, sagt Barbara Metz.
Rabattaktionen wie der Black Friday führen zu Konsumspitzen im Ultra-Fast-Fashion- und Fast-Fashion-Bereich. Rund achtzig Prozent der spontan gekauften Kleidungsstücke werden in Deutschland ungetragen zurückgeschickt. Diese Masse an Retouren, Überproduktion und Altkleider können in Ghana nur zum Teil weiterverkauft werden. Vierzig Prozent der importierten Textilien gelten in Ghana als Textilmüll, weil er aufgrund der unbekannten Zusammensetzung weder sortenrein sortiert noch recycelt werden kann und deshalb auf Deponien landet.
Die DUH hat gemeinsam mit dem lokalen Partner „The Revival” Textilien von Mülldeponien in Ghana gesammelt, die gewaschen, repariert oder upcycelt worden sind. Diese geretteten Kleidungsstücke können im DUH-Aktionsshop kostenfrei bestellt werden. Die Kunden zahlen nur die Kosten für den Versand in Mehrweg-Boxen aus Berlin.
„Die ökologischen und sozialen Auswirkungen von Fast Fashion in Ghana sind verheerend – ehemalige Sandstrände bestehen heute aus Textilmüllbergen. Hier wird das globale Versagen einer linearen Textilindustrie deutlich und Deutschland trägt als einer der größten Textilmärkte und Exporteur von gebrauchten Textilien eine besondere Verantwortung“, betont Viola Wohlgemuth, Senior-Expertin für Textilien und Kreislaufwirtschaft. „Allein in Deutschland verbrauchen wir jährlich etwa 1,56 Millionen Tonnen Textilien – etwa 19 Kilogramm pro Person. Es ist höchste Zeit, dass Leihen, Reparieren, Second Hand das neue Normal werden!”
Fotos: © Kevin McElvaney / DUH














Hannes Jaenicke
Nic Balthazar
Nadeshda Brennicke, Schauspielerin
Darren Aronofsky, Regisseur von Noah / Jurypräsident der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin
Tim Bevan
Thekla Reuten
Rachael Joy
Nikola Rakocevi
Nadja Schildknecht
Lars Jessen
Douglas Trumbull
Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin
Benoit Delhomme
Jeremy Irons
Helen Hunt