Blow up on set

Die stimmungsvolle Lichtsetzung beim Filmdreh hat eine dunkle Schattenseite. Um das jeweilige Motiv perfekt ausleuchten zu können, muss die Crew oftmals kiloschwere Scheinwerfer schleppen. Eine leichtere Lösung stellen aufblasbare LED-Leuchten dar, die der Beleuchter Eduard Bochanov und der Ingenieur Evgenii Vetlugin mit ihrer Hamburger Firma Pipe Lighting
entwickelt haben.

 

„Unser Traum war, den Licht-LKW durch einen Smart zu ersetzen, in dem sich zwei Stative und zwei Taschen mit Beleuchtungsequipment befinden“, sagt der Pipe Lighting-Geschäftsführer Eduard Bochanov. „Ein kleines, kompaktes Paket reicht vollkommen aus, um weiches helles Licht zu erzeugen, das eine sehr gute Lichtqualität, Echtheit und einen perfekten Color Rendering Index besitzt.“ Das Hamburger Startup Pipe Lighting bietet aufblasbare Lichtquellen in verschiedenen Größen an, die von der 800 g leichten Pipe Go bis hin zu ColorPipes in unterschiedlichen Formaten reichen.

 

Sämtliche Leuchten lassen sich per Akku oder Haushaltssteckdose betreiben. Der maximale Energiebedarf der größten Leuchte beträgt 1.600 Watt. „Unsere aufblasbaren Leuchten bringen für jeden einen Vorteil“, betont Bochanov. „Der Produzent spart Geld, der Beleuchter schont seinen Rücken, der Kameramann erhält brillantes Licht und die Umwelt wird nicht durch den Einsatz eines Generators belastet.“ Die hellen, kompakten Softlights eignen sich perfekt als Top Fill Light für atmosphärische Szenen in Innenräumen.

 

 

Die Königsklasse bildet eine mit Helium gefüllte Oberflächenleuchte mit RGBWW-LEDs, die über einen Pixel-Controller gesteuert werden kann. „Die Programmierung von Farbverläufen ermöglicht, Effekte wie schwebende Wolken, Feuer, Gewitter oder Notlicht zu simulieren“, erläutert der Beleuchter. Durch die Bereitstellung von weichem Oberlicht aus einer einzigen Quelle ersetzt die schwebende Softlight ColorPipeCloud 99 mehrere herkömmliche Leuchten. Zum Einsatz kam diese preisgekrönte Lösung beim Dreh der zweiten Staffel der niederländischen Royal-Serie Máxima in der historischen Kirche Nieuwe Kerk in Amsterdam. „Wir haben mit zwei 4,5 x 4,5 m x 1,20 m großen Matratzen und einer Bicolor-Leuchte das gesamte Set mit über vierzig Schauspielern und 200 Komparsen ausgeleuchtet.“

 

Dank der IP 67-Zertifizierung lassen sich die Leuchten auch bei strömenden Regen draußen einsetzen. Als Hülle für den Lampenkopf dient eine lichtdurchlässige TPU-Folie, die auf einer Seite weiß und auf der anderen Seite schwarz ist. „Die Hälfte der Bauteile wie Folien, Ventile, Klammern, Kabel, Alu-Röhrchen sowie Gehäuse für die Dimmer beziehen wir aus Europa“, berichtet Bochanov. Die gesamte Produktion sowie die Reparaturen erfolgen in der Hamburger Werkstatt.

 

Alle brauchbaren Teile von einem defekten Gerät werden wiederverwendet. Sofern eine 4 x 8 Fuß große Leuchte einen Riss in der Hülle hat, wird die Folie für eine kleinere Leuchte benutzt. „Wir setzen die aufgearbeiteten Geräte für die Vermietung ein oder spenden sie an Filmstudenten oder in Länder des globalen Südens.“ Mittlerweile sind die Leuchten von Pipe Lighting in über vierzig Ländern auf der ganzen Welt präsent. „Durch das geringe Gewicht und Packmaß der Leuchten ist der CO2-Fußabdruck beim Transport entsprechend niedrig.“

 

Fotos: © Pipe Lighting

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