Die diesjährige Eurocine, die europäische Branchenveranstaltung für Filmfachleute wie Produzenten, Kameraleute, Regisseure, Aufnahmeleiter, Cutter, Beleuchter und Szenenbildner, findet zum ersten Mal in Budapest statt. Die zweitägige Veranstaltung legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und bietet mehrere Seminare zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Filmproduktion, zur umweltschonenden Stromversorgung sowie zur umweltfreundlichen Beschaffung.
Green Film Shooting wird im Rahmen des Symposiums vier Podiumsdiskussionen veranstalten. Ein zentrales Thema ist die Energieversorgung für Film- und TV-
Produktionen. Es gibt verschiedene mobile Batteriespeicherlösungen, die den Einsatz eines Dieselgenerators ersetzen können. Die Nutzung und Nachfrage hängt von der Verfügbarkeit, Preisgestaltung, Handhabung, Sicherheit und dem Transport ab.

In Budapest bietet Ionova Energy zum Beispiel wird eine neue „Roboter“- Batterie an. Korda Locations ermöglicht Produktionen die Nutzung einer Basisstation, bei der Anschlüsse für Strom aus dem Festnetz, Wasser und Abwasser bereitgestellt werden. Panelgäste der Podiums-Diskussion Umweltfreundliche Energieversorgung sind Julia Tordai, Gründerin von Green Eyes Productions, Gergo Balika, Filmproduzent bei Mid Atlantic Films, Energieingenieur Tamas Pal (Foto), Mitbegründer von Ionova Energy, und Location Managerin Bátki Zsóka (Foto) von Korda Locations.
Die zweite Podiumsdiskussion widmet sich dem Thema Beschaffung und Lieferketten. „Grün“ zu handeln bedeutet weit mehr als nur den CO₂-Fußabdruck einer Filmproduktion zu berechnen und zu reduzieren. Die nachhaltigen ökologischen Auswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung auf die Umwelt müssen ebenso berücksichtigt werden. Bei der Beschaffung von Artikeln ist daher ein genauerer Blick in die Lieferkette erforderlich. Verschiedene Produkte und Dienstleistungen wie Strom Holz, Materialien für Kostüme und den Bühnenbau werden oft als nachhaltig präsentiert, halten aber längst nicht, was sie versprechen. Umweltbezogene Angaben und Labels können sogar irreführend sein. Für Dienstleister, Filmproduktionen und Green Consultants ist es eine große Herausforderung, die tatsächlichen Gegebenheiten zu erkennen.
Als ausgebildeter R&D-Experte mit Spezialisierung auf Materialsysteme, modulares Design und Lieferkettenoptimierung wird Akos Horvath (Foto) vom Budapester Unternehmen Dark Tactical seine Erfahrungen teilen. Die Umweltberaterin Zsofia Szemeredy, Gründerin von Leverage Point Entertainment, gibt einen Einblick in die Herstellung der lokal produzierten Reflektoren von Natural Bounce Solutions. In Großbritannien sowie in Ungarn tätig sind Alex Cheesman und Maya Wallis Echeverri (Foto) vom Beratungsunternehmen Picture Zero, das die Film-, Fernseh- und Kreativbranche im Bereich Nachhaltigkeit unterstützt.
Seitdem das Thema „grüne Produktion“ in der Branche zunehmend an Popularität gewonnen hat, haben sich einige irreführende Narrative wie beispielsweise das „klimaneutrale digitale Büro“ verbreitet, bei dem der gigantische Energie- und Wasserverbrauch der Rechenzentren nicht berücksichtigt wird. Ein weiteres Beispiel ist das Schlagwort „Recycling“, das oft missverstanden wird.
Die Podiumsdiskussion Going Green without Greenwashing soll mit einen kurzen intensiven Einblick in diese Thematik das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Nachhaltigkeit weit mehr als CO₂-Kompensation und das Pflanzen von Bäumen erfordert. Zu den Teilnehmern der Diskussion gehören Judit Romwalter, Geschäftsführerin des in Budapest ansässigen Unternehmens Sparks Camera and Lighting, Akos Horvath (Foto), Ingenieur für Materialentwicklungen bei Dark Tactical, und Laila Lala, Gründerin des in Berlin ansässigen Beratungsunternehmens Greenigma.
Die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft in der Filmproduktion ist Thema der Podiumsdiskussion Restore, Redesign, Reuse. Die Lebensdauer von Kostümen, Requisiten und Kulissen endet in der Regel mit dem Ende des Drehs. Die Materialien müssen schnell entsorgt werden. Da kaum oder gar keine Zeit bleibt, Abnehmer zu finden, gehen diese wertvollen Ressourcen letztendlich verloren. In einer idealen Welt würden Kostüm- und Setdesigner bereits in der Beschaffungsphase den weiteren Lebenszyklus der Produkte berücksichtigen.
In der Realität erfordert der umweltfreundliche Ansatz zur Wiederverwendung von Requisiten Praktikabilität, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit. Produzenten, Szenenbildner und Vertreter von Kostümfundi werden über ihre Erfahrungen diskutieren. Hanna Angelus, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei Mid Atlantic Films, und die Produktionsdesignerin Zsuzsanna Borvendég (Foto) werden mit Javier Toledo von Peris Costumes Hungary und Akos Horvaths von Dark Worx diskutieren, welcher unter anderem seine Materialien in großen internationalen Produktionen in Ungarn wie Dune, Black Widow und John Wick eingesetzt hat.
Die Podiumsdiskussion wird von Birgit Heidsiek, Herausgeberin von Green Film Shooting, moderiert. Die Veranstaltungen finden am Samstag, dem 9. Mai 2026, im Hungexpo Budapest Congress and Exhibition Centre statt, das sich in 1101 Budapest, Albertirsai út 10, 1441 Budapest, Pf. 44, befindet. Die Teilnahme an Eurocine ist kostenlos. Eine kostenlose Voranmeldung unter ist online möglich.
Fotos: © Eurocine, Dark Actical















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