Die Angst vor der Klimakrise

Wissenschaft soll Fakten vermitteln, doch eine neue Generation von Naturwissenschaftler:innen erlebt, wie ihre Forschung durch den Klimawandel aus den Fugen gerät. Statt die Wunder der Natur zu entdecken, sind eine Molekularbiologin, eine Glaziologie und ein Professor für Physikalische Chemie Chronisten einer untergehenden Welt. Statt sich frustriert in den Elfenbeinturm ihrer Forschung zurückzuziehen, verlassen sie das Labor und werden zu Aktivist:innen.

 

In seinem Kinofilm Das Gewicht der Welt begleitet Florian Heinzen-Ziob drei Wissenschaftler:innen, die fömlich das Gewicht der Welt auf ihren Schultern tragen. Als Aktivisten, Forschende und Lehrende versuchen sie, drängende  naturwissenschaftliche Erkenntnisse in  die Bevölkerung zu tragen. Dabei stoßen sie in politischen Räumen, Medien sowie im Alltag auf Widerstand, Abwehr und Gleichgültigkeit. „Die Klimakrise ist vom Erkenntnisproblem zur im Alltag oft vermiedenen überdimensionalen Handlungsherausforderung  geworden“, konstatiert  Lea Dohm, Mitinitiatorin der Psychologists / Psychotherapists for Future. „Wir wissen und doch handeln wir nicht oder nicht ausreichend.“

 

„Was geschieht mit uns, wenn wir wirklich  begreifen, was die Klimakrise bedeutet? Nicht abstrakt, nicht nur als Zahlen, Daten, Fakten oder ferne Prognose – sondern  ganz konkret und persönlich?“, fragt sich Dohm. „Für uns und die Zukunft, die wir uns für unsere  Kinder oder die Menschheit im Allgemeinen wünschen?“  Viele Menschen fühlen sich von den Erkenntnissen überfordert, die aus der Klimakrise resultieren. Damit berührt der Film einen zentralen Konflikt, den viele Menschen in diesen Zeiten erleben. Wir können nicht mehr so weiterleben, wie wir es gewohnt sind.

 

 

Ein Vermeiden der schlechten Nachrichten kann eine spontane emotionale Entlastung sein, führt aber langfristig zu der Zuspitzung der Problemlage. Die Klimakrise ist nicht nur eine ökologische und politische Herausforderung, sondern auch eine zutiefst psychologische und menschliche, die uns zur Auseinandersetzung mit unseren Ängsten, Gewohnheiten und inneren Widersprüchen zwingt. Einen Einblick in die Klimapsychologie gab Katharina von Bronswijk, Sprecherin der Psychologists and Psychotherapists for Future, in dem Talk „How to train your dragons“ beim International Sustainability Day, den Green Film Shooting und Greenigma im Rahmen der Berlinale veranstaltet haben.

 

Das Film Das Gewicht der Welt ist ab 7. Mai deutschlandweit im Kino zu sehen.

 

Foto: © Mindjazz Pictures

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