Kreislaufwirtschaft für Kameraequipment

Ob Kameras, Stative, Scheinwerfer, Monitore oder Mikrofone – in der Werkstatt von Teltec in Hamburg können nahezu alle Geräte repariert werden, die beim Dreh zum Einsatz kommen. Zu den Serviceleistungen der 2000 gegründeten Kamerawerkstatt gehören Reparatur, Reinigung, Wartung sowie Software-Updates.

 

Dank langjähriger Erfahrungen, geballtem Know-How und einem einzigartigen Ersatzteil-Lager können die fünfzehn dort tätigen Ingenieure, Rundfunk- und Fernsehtechniker, Feinmechaniker, Mess- und Elektrotechniker filmtechnische Geräte aller gängigen Hersteller reparieren. „Die Reparaturmöglichkeiten stehen und fallen mit den Serviceunterlagen und der Verfügbarkeit der Ersatzteile“, erklärt Thomas Burmester, Head of Service & Support. „Generell hat sich der Reparatur-Workflow etwas verkürzt, da statt einzelner Teile heutzutage ganze Platinen ausgetauscht werden.”

 

Dennoch bleiben die Reparaturen oftmals sehr aufwendig. Das gilt vor allem für Kameras, die den Löwenanteil der Reparaturaufträge in der Werkstatt ausmachen. Ein Großteil der Kunden sind Sendeanstalten und TV- Produktionsfirmen, die komplexe Sport- und Showevents aufzeichnen. Bei der Broadcast-Produktion von Fußballübertragungen sind die Kameras extrem belastet, da sie bei Wind und Wetter im Stadion Einflüssen wie Wasser und Schmutz ausgesetzt sind. Die Reparatur und Wartung von Kameraequipment verlängert die Lebensdauer der Geräte und reduziert den Bedarf an Neuproduktion.

 

Für die High-End-Kameras von Sony und RED sind in den meisten Fällen Ersatzteile erhältlich. „Es kommt jedoch vor, dass bestimmte Teile nicht mehr hergestellt werden“, sagt der Service-Techniker Christian Beeken. Als für eine RED-Kamera ein Knopf zum Entriegeln des Akkus benötigt wurde, hat der Feinmechaniker Detlef Lutz diesen per 3D-Drucker hergestellt. Kreativität und Know-how waren auch gefordert, als Blackmagic einen neuen Monitor als Hinterkamera-Sucher auf den Markt gebracht hat. „Die neue Sony-Kamera hatte keine Aufnahme für den Monitor. Deshalb habe ich einen Adapter gebaut“, berichtet Detlef Lutz.

 

 

Regelmäßige Wartung, Reinigung sowie Reparaturen sind ebenso für Stative erforderlich. Durch Schmutz, Korrosion und Wasser verschleißen die Bremsen. Hinzu kommen Defekte durch Beschädigungen, Überlastungen bis hin zu gebrochenen Beinen. Dank ihres besonderen Fachwissens bekommen die Service- Techniker bei Teltec Spezialaufträge aus der ganzen Welt wie beispielsweise die Reparatur eines Miller-Fluidkopfes aus Australien.

 

Für die unterschiedlichen Anforderungen verfügt die Werkstatt über ein breites Instrumentarium, das von der Drehbank und Fräsbank bis zum Waschtisch reicht. Mittels einer wasserbasierten Flüssigkeit lassen sich mit Hilfe von Bakterien umweltschonend Verschmutzungen, Fette, Silikone und sogar Korrosion vom Material lösen. Zur Vermessung von Kameraobjektiven und Filmkameras dient ein Kollimator, dessen Funktionalitäten durch eine digitale Wavebench erweitert worden sind. Per Software lassen sich damit Protokolle sowie eine Objektiv- Historie erstellen.

 

In der Re-Commerce-Abteilung bei Teltec wird gebrauchtes Equipment in Zahlung genommen, das in der Werkstatt geprüft und aufgearbeitet wird. „Die Gebrauchtgeräte erhalten bei uns eine hauseigene Garantie“, versichert Thomas Burmester. Dank dem Re-Commerce-Prozess werden wertvolle Ressourcen gespart und die Lebensdauer der Geräte erheblich verlängert. „Nachhaltige Kreislaufwirtschaft ist in unserer Werkstatt fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Damit tragen wir täglich dazu bei, den ökologischen Fußabdruck der Film- und Broadcast-Branche zu reduzieren.“

 

Fotos: © Teltec, GFS

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