DutchViews Vision

Mit der Einführung des ersten nachhaltigen Ü-Wagens setzt die niederländische Dienstleistungsfirma DutchView neue Maßstäbe im Fernsehgeschäft. Das energieeffiziente Fernsehproduktionsfahrzeug benötigt 30 Prozent weniger Energie als traditionelle Übertragungswagen, womit eine erhebliche Kostensenkung verbunden ist.

“Wir versuchen, so nachhaltig wie möglich im Fernsehmarkt zu sein”, erläutert Dimitri Traas die Firmenphilosophie von DutchView. Das Unternehmen betreibt 14 Studios in Amsterdam und Hilversum, in denen große Fernsehproduktionen wie Entertainment-Formate und Talk-Shows produziert werden. Als holländischer Marktführer besitzt DutchView außerdem eine große Flotte von Ü-Wagen, mit denen die Fußballspiele der holländischen Nationalmannschaft sowie Open-Air-Veranstaltungen übertragen werden. „Um einen Übertragungswagen nachhaltig auszustatten, müssen verschiedene Komponenten wie das Fahrzeug, das technische Equipment oder die Klimaanlage geprüft werden“, berichtet der Projekt-Manager Peter Slot.

Als DutchView 2010 die Idee hatte, einen grünen Ü-Wagen zu bauen, waren einige wesentliche nachhaltige Elemente wie LED-Leuchtmittel und OLED-Monitore noch nicht für die High-End Produktion verfügbar. „Es gab zwar schon LED-Lampen auf dem Markt, aber für uns bestand die große Herausforderung darin, ein LED-Lichtkonzept für den Ü-Wagen zu kreieren“, sagt Dimitri Trass. „Wir waren Early Adaptors, als wir versucht haben, professionelle Videomonitore ohne Röhren zu bekommen“, ergänzt Peter Slot. Heutzutage ist das kein Thema mehr, weil sich der gesamte Markt in Richtung LED und OLED-Monitoren entwickelt hat.“ Dieser Vorteil zahlt sich in doppelter Hinsicht aus, da LED-Leuchtmittel keine starke Klimatisierung benötigen. Der holländische Dienstleister war auch ein Vorreiter, als es darum ging, einen separaten Equipment-Raum im Laster einzurichten, der mit einer eigenen Klimaanlage ausgestattet ist. Das ist effizienter, weil die Server stärker gekühlt werden müssen. Mittlerweile ist mit dieser Lösung ein Maßstab in der Broadcast-Branche gesetzt worden.

ÜWAgen innen

Aber auch die Auswahl des Fahrzeugs ist von großer Bedeutung. „Wir haben uns für einen Dieselmotor entschieden, der mit Flüssiggas (LPG) läuft, denn ein komplett elektrisches oder Hybrid-Fahrzug ist keine Option für einen 15-Tonnen-Laster. In den Niederlanden müssen in der Regel keine langen Strecken mit dem Ü-Wagen zurückgelegt werden, um zum Produktionsort zu gelangen. 2014 hat die Crew von DutchView jedoch mit dem grünen Ü-Wagen an den Olympischen Spielen in Sotchi teilgenommen.

Bei der Ausstattung des Fernsehproduktion-Equipments im Ü-Wagen war die Zielsetzung, Switcher und Router einzusetzen, die wenig Energie verbrauchen. „Zu der Zeit hatte Grass Valley das beste Angebot im Hinblick auf Qualität und Stromverbrauch“, berichtet Peter Slot.

Sogar die Einrichtung ist nachhaltig hergestellt worden. Das Holz für die Pulte ist vom Forest Stewardship Council (FSC), der Non-Profit-Organisation für nachhaltige Forstwirtschaft in Deutschland, zertifiziert. Natürliche Produkte sind auch für die Wände und Decke verwendet worden, der Fußbodenbelag stammt aus wieder aufbereitetem PVC.

Die Quintessenz ist, dass ein nachhaltiger Ü-Wagen 30 Prozent weniger Strom verbraucht. „Das spart unseren Kunden Geld“, fasst Dimitri Traas die Vorteile zusammen. „Wenn jeder einen grünen Ü-Wagen bauen würde, hätten wir eine viel grünere Fernsehlandschaft.“

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