Das grüne Gewissen einer Produktion

Bei der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein (FFHSH) stehen sämtliche Signale auf grün. Um die Produzenten zu ermutigen, bei der Umsetzung ihrer Projekte nachhaltige Ansätze zu verfolgen, wird ihnen bei einem entsprechenden Konzept kostenlos ein geschulter Green Supervisor zur Seite gestellt. Mit dieser neuen Maßnahme wird konsequent der Kurs fortgesetzt, der 2011 mit der Einführung des Grünen Drehpasses begonnen hat.

„Der Green Runner ist das grüne Gewissen einer Produktion”, erklärt Eva Hubert, Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg-Schleswig-Holstein, „der als Verantwortlicher alle nachhaltigen Maßnahmen initiiert und mit dem Team kommuniziert.” Das Know-how eines Green Supervisors resultiert vornehmlich aus Erfahrungen, die er bei nachhaltigen Produktionen gesammelt hat. „Wir sind dabei, einen Pool von Green Runnern aufzubauen, die ihre Kompetenz weiter vermitteln können.“ Zum grünen Wissenstransfer gehören auch Informationen wie beispielsweise Adressen von entsprechenden Transport- und Technikfirmen, mit denen sich eine Produktion möglichst nachhaltig umsetzen lässt. „Unser Ziel ist, diesen Input stärker zu bündeln”, unterstreicht die Förder-Chefin.

Kleine ZiegeDie Basis dafür hat Hamburg-Schleswig-Holstein 2011 als erste Filmförderung in Deutschland mit dem Grünen Drehpass gelegt, der als Nachhaltigkeitslabel bundesweit vergeben wird. Allein 2014 konnten sich 16 Produktionen dafür qualifizieren. Die Bandbreite reichte dabei von dem 3D-Kurzfilm Sie heißt jetzt Lotte über die Serien Notruf Hafenkante und Großstadtrevier sowie dem TV-Film Die Insassen bis hin zu Kinofilmen wie Schrotten oder Kleine Ziege sturer Bock.

„Unter den Bewerbern für den Grünen Drehpass befinden sich jedes Jahr viele Filmstudenten”, berichtet Christiane Scholz von der Hamburg Film Commission, die eine Kooperation mit der Hamburg Media School (HMS) vereinbart hat. Auf diesen grünen Talent-Pool zugegriffen hat beispielsweise das Produzenten-Duo Dirk Decker und Andrea Schütte von Tamtam Film, welche die HMS-Absolventin Nadine Lewerenz als GreenSupervisor für ihren Kinofilm Schrotten engagiert haben. „Bei Schrotten konnten wir viele der uns gesteckten Ziele erfolgreich umsetzen”, versichert Nadine Lewerenz. Dieser Einsatz ist mit einem Grünen Drehpass belohnt worden.

LEDsZudem ist beim Dreh von Schrotten der Einsatz von LED-Lampen getestet worden. Diese Lichtstudie, für die der Filmemacher Philip Gassmann den italienischer Hersteller De Sisti als Partner gewonnen hat, wird von der Filmförderung unterstützt. Philip Gassmann gehört zu dem Pool grüner Experten, mit denen die Förderung praxisnahe Workshops zum grünen Filmemachen veranstaltet.

„Wir freuen uns sehr, dass unser grünes Engagement langsam auch in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen Nachahmung findet”, konstatiert Eva Hubert. Auch bei der FFA ist das grüne Thema angekommen. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Belgien, die Niederlande oder Frankreich, wo das CNC grüne Investitionsförderung vergibt, steht die Filmindustrie in Deutschland noch am Anfang. „Wir sollten uns an den internationalen Beispielen orientieren”, resümiert die Förderchefin, "und gemeinsam eine CO2-Erhebung auf den Weg bringen.”

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