Auf grüner Spurensuche

Mit dem Tatort Fünf Minuten Himmel ist die beliebteste deutsche Krimi-Reihe erstmals auf nachhaltige Weise produziert worden. Initiiert worden ist dieses Pilotprojekt, das wissenschaftlich von der Hochschule der Medien (HdM) begleitet wird, von der  Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG). Ziel dieser grünen Spurensuche ist, herauszufinden, welche Maßnahmen am effektivsten sind und in einem vertretbaren Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. „Wir sind bestrebt, vor allem die Kernmaßnahmen herauszufiltern, durch die sich viel einsparen lässt und andere Aspekte optional zu behandeln“, erläutert Robert Lanig, der bei der MFG im Bereich Produktionsförderung die grünen Maßnahmen betreut.

 
Die Produzenten werden im Rahmen dieses Projektes unterstützt, eine ganzheitliche Verantwortung für ihr unternehmerisches Handeln – Corporate Social Responsibility (CSR) – zu übernehmen. Die Produktionsfirma Ziegler Film Baden-Baden war gefordert, ökonomische Entscheidungen unter der Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Bedingungen zu Gunsten eines nachhaltigen Mehrwerts zu treffen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die nachhaltige Ressourcen-Planung. „Die Nachfrage muss aus der Produktion kommen, damit sich die Dienstleister entsprechend umstellen können“, sagt der Produzent Marc Müller Kaldenberg. Als Nachhaltigkeits-Beraterin wurde Katja Schwarz mit ihrer Tolle Idee!-Agentur engagiert.

 
TF_GS_Ton_Akkus_02Beim Dreh dieses grünen Tatort, für den die Tore tanzt-Regisseurin Katrin Gebbe verantwortlich zeichnet, wechselte der Tonmeister die Batterien gegen Akkus aus, bei Sixt wurden Elektrofahrzeuge gemietet und die Tatort-Kommissarin Heike Makatsch kam mit dem Fahrrad zum Set. Auf den Einsatz von LED-Lampen musste verzichtet werden, da sie bei keinem Equipment-Verleiher in der Region vorgehalten wurden. Lange Transportwege für die Scheinwerfer hätten den ökologischen Fußabdruck erhöht.

 
Der Löwenanteil der CO2-Emissionen wurde in den Bereichen Transport und Energie eingespart. „Hotelübernachtungen und Flugreisen gehören mit Abstand zu den größten CO2-Faktoren”, erklärt Lanig. Statt Flugreisen wurde bei den Strecken von Berlin nach Freiburg die Bahn genutzt und damit die CO2-Emissionen von 268 kg auf 32 kg CO2-heruntergefahren, was einer Reduzierung von hundert auf zwölf Prozent entspricht.

 

Rund 70 % des Energiebedarfs wurde mit Ökostrom aus dem Festnetz gedeckt, während 30% des Stroms mit einem Dieselgenerator erzeugt wurden, was sich in einer Tonne CO2 niederschlug. Die ausschließliche Nutzung eines Generators, die in der Branche durchaus üblich ist, hätte zu dem dreifachen Ausstoß an Treibhausgasen geführt. Sehr positiv haben sich die Elektroautos in der Öko-Bilanz niedergeschlagen. Pro Fahrzeug wurden rund 300kg CO2 eingespart.

 

TF_GS_Veggie-Day_01Beachtlich sind ebenfalls die Effekte, die aus dem Einsatz von Mehrweggeschirr und Mülltrennung am Set resultieren. Dank Mehrwegbechern und Wasserspendern verzichtete das Team auf 6.500 Einweg-Plastikbecher sowie 680 (Einweg-)Pfandflaschen. „Wir gehen davon aus, dass sich die Erkenntnisse aus diesem Pilotprojekt 1:1 auf weitere Produktionen der Reihe übertragen lassen“, bilanziert der MFG-Sprecher Uwe Rosentreter.

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