Ein verlockendes Angebot

In Trentino werden Filmemacher mit Anreizen zum nachhaltigen Produzieren ermuntert. Für die Umsetzung grüner Best Practices gibt es einen Förderzuschuss. Das T-Green Film Rating-System überlässt den Produzenten die Auswahl der grünen Maßnahmen. „Wir haben viel Zeit und Energie in die Entwicklung dieses Systems investiert, damit es leicht verständlich und umsetzbar ist“, sagt Luca Ferrario, Manager der Trentino Film Commission. Das T-Green Film Rating-System soll die Produktionsfirmen dazu anregen, einen umweltfreundlichen Ansatz zu wählen, der sich auch finanziell auszahlt.

 

Die Grundlage der grünen Produktion bildet ein Nachhaltigkeitskonzept, das in der Vorproduktionsphase erstellt wird. Zu den grünen Empfehlungen gehören Optimierung des Energieverbrauchs, effiziente Organisation bei Transport und Unterbringung, nachhaltige Lösungen beim Catering, der Einsatz von wieder verwertbarem Material und Mülltrennung. „Das lässt sich noch durch (Reihenfolge im Satz) den Einsatz eines CO2-Rechners ergänzen, um genaue Daten über die ökologischen Auswirkungen einer Produktion zu erhalten“, sagt Ferrario. Aber auch ohne Datenerhebung profitieren sowohl die Umwelt als auch die Produzenten von diesem Programm. Sie können die Höhe ihres Förderzuschusses bereits vor Drehstart abschätzen. Oftmals tragen die grünen Produktionspraktiken sogar dazu bei, die Kosten niedrig zu halten.

 

 

 

Mit dem nachhaltig produzierten Spielfilm Resina von dem italienisch-deutschen Filmemacher Renzo Carbonera ist bereits vor der Einführung des T-Green Film Rating-Systems die erste grüne Produktion an den Start gegangen. In dieser Dramödie kehrt eine junge Musikerin aus der Großstadt in ihr kleines Bergdorf zurück, wo sie einen aufgelösten Männerchor wieder zusammenbringt. „Die Gemeinde und die Trentino Film Commission haben uns bei der Umsetzung der grünen Maßnahmen unterstützt“, erklärt Carbonera, der sämtliche Schauplätze in einer Gemeinde gefunden hat. „Das war nicht nur bequem, sondern auch zeit- und kostensparend, denn die Drehorte und Unterbringung lagen direkt nebeneinander. Die Hauptdarstellerin wurde in ihrem Hotelzimmer frisiert und geschminkt, während der Kameramann hundert Meter entfernt das Licht gesetzt hat.“

 

 

Die Produktion brauchte keinen Dieselgenerator, da sie Strom vom Festnetz erhielt. „In dieser Gemeinde stammt der Strom zu über 80 Prozent aus Wasserkraft.“ Die örtliche Tourismus-Zentrale stellte den Crewmitgliedern sogar Elektrofahrräder zur Verfügung. „Wir haben kaum Autos benutzt.“ Bereits am ersten Drehtag hat der Regisseur die Wichtigkeit dieses grünen Konzepts betont. „Die meisten unserer Teammitglieder waren stolz, bei der ersten grünen Produktion in Trentino dabei zu sein“, berichtet Carbonera.

 

 

Inzwischen wird das T-Green Film Rating-System von anderen Regionen in Italien sowie Filmförderungen im Ausland studiert. „Dieses System besitzt ein großes Potential, die grüne Produktionsweise in ganz Europa einzuführen”, sagt Ferrario. „Das ist unsere Formel: Klare Vorgaben schaffen Bedingungen vorgeben, den Produzenten die Entscheidung überlassen, wie sie diese umsetzen, und die grünen Maßnahmen zertifizieren, um ökologische Nachhaltigkeit in der Filmbranche zu belohnen.”

 

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