Sky macht Schluss mit Einweg-Plastik

Die europäische Senderkette Sky hat angekündigt, bis 2020 jegliches Einweg-Plastik aus seinem Betrieb, seiner Lieferkette und den Produkten zu beseitigen. Green Film Shooting hat darüber mit Carsten Schmidt, Vorsitzender der Geschäftsführung von Sky Deutschland, gesprochen.

 

Wie lässt sich Selbstverpflichtung zum Verzicht auf Einweg-Plastik konkret umsetzen?
Wir haben dazu einen klaren Plan: Seit Oktober 2017 wird in allen Verpackungen künftiger Sky Produkte kein Einweg-Plastik mehr verwendet. Zusätzlich stellen wir mittlerweile alle neuen Sky Produkte ohne Einweg-Plastik her. Außerdem unterstützt Sky seine Geschäftspartner und Lieferanten dabei, ihre Betriebe entsprechend anzupassen. An unserem Standort in Unterföhring haben wir bereits erste wichtige Schritte unternommen, um Plastik aus unseren Reihen zu verbannen: Statt To-Go-Kaffeebecher stellen wir zum Beispiel in der Kaffeebar Porzellan-Tassen zur Verfügung. Und mit wiederverwendbaren Glaskaraffen sparen wir uns in unseren Küchen sehr viele unnötige Plastikflaschen.

 

Welche Alternativen gibt es für Einweg-Plastik?
Jeder von uns kann – mit nur geringem Aufwand – seinen Teil dazu beitragen, sei es bei der Arbeit oder im Privatleben. Schon im Alltag lässt sich Plastik ganz einfach umgehen: Indem wir Mehrwegflaschen verwenden, Stofftaschen benutzen oder Kosmetik ohne Mikroplastiken kaufen. Das effektivste Mittel, mit dem wir alle gemeinsam diesem großen Problem Herr werden können, ist es, Plastikmüll so gut es geht zu vermeiden oder ihn sorgfältig zu trennen, damit er recycelt werden kann.

 

Was bedeutet der Verzicht auf Einweg-Plastik für ein europaweit agierendes Unternehmen wie Sky?
Die Umstellung ist eine große, breitgefächerte und komplexe Herausforderung für uns, da Einwegplastik ja insgesamt eine immer höhere Verbreitung findet – und seine Nutzung natürlich schlichtweg auch bequem ist. Aber wir haben es uns bei Sky auf die Fahnen geschrieben, das Thema mit Engagement und der nötigen Nachhaltigkeit anzugehen. Ein Aspekt sind unsere klassischen Bürogebäude, daneben werden wir aber auch viele andere „Schauplätze“ wie die Lagerlogistik, den Point-of-Sale oder Drehsets von Produktionen umstellen. Veränderungen gibt es außerdem nicht nur für Sky, sondern auch für Dienstleister in ganz Europa und Asien, wie etwa Receiverhersteller oder Refurbishment-Dienstleister. Sehr erfreulich ist, dass wir in den ersten Gesprächen mit unseren Dienstleistern auf großes Lob für die Initiative gestoßen sind – und Zusagen für eine Unterstützung erhalten haben.

 

Welche Veränderungen sind damit in den Produktionsprozessen, Workflows und der Logistik verbunden?
Gerade in der Logistik hat Einweg-Plastik die Funktion der Ladungssicherung, also des Produktschutzes im Lager und auf dem Weg zum Kunden. Hier besteht nun die nicht ganz einfache Aufgabe, Alternativen mit gleichen Funktionen zu finden und diese dann in die Workflows einzubauen – und das, ohne großen Mehraufwand im täglichen Geschäft zu erzeugen. Hierfür haben wir als Sky Gruppe einen Fonds eingerichtet, der die Entwicklung genau solcher Alternativen und innovativer Wege langfristig unterstützen soll.

 

Wie kann der geplante Ocean Rescue Innovationsfonds dazu beitragen, der Verschmutzung der Meere durch Plastik Einhalt zu gebieten?
Der Ocean Rescue Innovationsfonds unterstützt Unternehmen und Start-Ups, die Technologien zur Beseitigung von Einwegplastik aus Lieferketten entwickeln. Der geplante Fonds, der über fünf Jahre angelegt ist, wird mit einem Volumen von insgesamt 25 Millionen Pfund ausgestattet. In Partnerschaft mit dem WWF planen wir zudem eine Kampagne zur Wahrung der Meeresschutzgebiete. Auf der Agenda stehen die Marine Protected Areas entlang der Küsten der europäischen Länder Großbritannien, Irland, Deutschland, Italien und Spanien, in denen die Sky Gruppe aktiv ist.

 

Fotos: © Sky Deutschland

Veröffentlicht unter: Essen

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