Das Ecoprod-Universum dehnt sich aus

Der Einsatz von natürlichem Licht, Reflektoren und LED-Scheinwerfern gehört zu den Maßnahmen, auf die das Filmteam von Minuscule 2 gesetzt hat, um die Umweltauswirkungen beim Dreh des animierten Abenteuerfilm im Nationalpark in Guadeloupe gering zu halten. In diesem teils real gefilmten, teils Computer-animierten Sequel verschlägt es einen Marienkäfer, der versehentlich in einem Pappkarton gefangen ist, mitten in die Karibik. Minuscule 2 wird von der Pariser Produktionsfirma Futurikon von der Planung bis Postproduktion nachhaltig produziert. Während des Drehs im Dschungel wurde die Crew mit frisch zubereiteten Essen aus der Region versorgt. Auch der Müllt wurde getrennt und für Transporte wurden Elektroautos verwendet.

 

Sogar der Computer-generierte Marienkäfer und seine neuen Marienkäfer-Freunde in der Karibik haben einen Beitrag zum Umweltschutz geleistet. Die französische Postproduktionsfirma Supamonks hat die CGI-Modelle der winzigen Filmstars in einer Renderfarm zum Leben erweckt, die Teil einer smarten grünen Prozesssor-Lösung ist. „Die Renderfarm befindet sich in einer Heizung, denn wir nutzen die Abwärme, um unser Büro zu beheizen”, erklärt Pierre de Cabissole, Produktions-Chef der Supamonks. Um eine durchgängig umweltfreundliche Produktionskette herzustellen, hat die Futurikon Produktion die wichtigsten grünen Maßnahmen umgesetzt, die das französische Kollektiv Ecoprod der die Branche empfiehlt.

 

Wenn eine Filmproduktion mindestens fünf der Empfehlungen folgt, die in den grünen Richtlinien formuliert sind, kann sie ein Ecoprod-Label beantragen. Einen weiteren Anreiz für die grüne Produktion bietet die Filmförderung in der Île-de-France Region, die Produktionen mit einem grünen Bonus unterstützt, wenn sie auf nachhaltige Maßnahmen setzen und ihren ökologischen Fußabdruck berechnen. Für Filme mit Produktionskosten unter 6 Mio. € liegt die Fördersumme zwischen 25.000 € und 75.000 €, während Produktionen mit Budgets von über sechs Mio. € bis zu 100.000 € grüne Zusatzförderung erhalen können.

 

Das nachhaltige Maßnahmenpaket von Ecoprod richtet sich an die gesamte französische Film- und Medienbranche. Neben langjährigen Mitgliedern wie den Sender TF1 und France Télévisions, der Île-de-France Film Commission, der Umwelt- und Energieagentur ADEME und dem französischen Filmförderungsinstut CNC ist der französische Filmtechnikerverband Commission Supérieure Technique de l’Image et du Son (CST) als neuer Partner an Bord gekommen. „Den meisten unserer Mitglieder sind die ökologischen Folgen, die durch ihren Lebensstil und ihre Arbeit verursacht werden, zwar bewusst“, erklärt der CST-Chef Angelo Cosimano, „aber uns fehlt oft die Zeit, um bessere Lösungen zu finden.“

 

Dank Ecoprods jüngster Partnerschaft mit der Umweltorganisation Screlec-Batribox geht nun ein gemeinsames Müllmanagement-Projekt an den Start, das den Medienfirmen konkrete Lösungen bietet. Die Initiative beinhaltet einen kostenlosen Abhol-Service für gesammelte Altbatterien. „Es ist wichtig, dass die Medienbranche mit den führenden Umweltorganisationen in Kontakt kommt, die ihr direktes Know-how vermitteln können“, erklärt die Ecoprod-Koordinatorin Joanna Gallardo. „Diese Partnerschaft ist für das Ecoprod-Kollektiv der jüngste Schritt im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung.

 

Fotos: © Futurikon

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