Green Glamour

Ob in Berlin, Wien oder Hollywood – bei glamourösen Film- und Medienevents spielt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Dabei geht es um effizienten Energieeinsatz, emissionsarme Anfahrten nachhaltige Beschaffung und Abfallvermeidung. „Glamourös und gleichzeitig nachhaltig – das ist kein Widerspruch“, erklärt Claudia Loewe, Geschäftsführerin der Deutschen Filmakademie Produktion die bei der Lola-Verleihung auf ein umweltschonendes Veranstaltungskonzept setzt.

 

Um die CO2-Emissionen dras
tisch zu senken, wurde 2019 
beim Catering der Film-Gala
komplett auf Fleisch verzichtet.
Die vegetarischen und veganen 
Menüs der Berlin Cuisine sorg
ten nicht nur für eine Einsparung von zehn Tonnen CO2, son
dern auch für Schlagzeilen in 
der Presse. Kein anderes The
ma ist bei den Filmschaffenden
so emotional besetzt wie die Art
der Verpflegung am Set oder
bei einer Gala.

 

„Die Lebensmit
telindustrie ist eine der größten Umweltverschmutzer, nicht nur weil wir unglaublich viel Essen wegschmeißen, sondern auch
die übermäßige Produktion von tierischen Produkten ein großes Problem darstellt. Sie belastet die Natur enorm und produziert viele Treibhausgase“, betont die Schauspielerin Lea van Acken. „Auch die Filmbranche kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, unseren ökologischen Fußabdruck zu minimieren und als Kreativ-Branche der Gesellschaft zu zeigen, dass und wie wir leben wollen.“

 

Fleisch-Fans müssen beim Deutschen Filmpreis trotzdem nicht auf Leckerbissen verzichten, denn der Kreuzberger Kult-Imbiss Curry 36 serviert vegane Currywürste. „Wir alle tun noch zu wenig für Nachhaltigkeit, auch ich!“, sagt der Deutsche Filmakademie Präsident Ulrich Matthes. „Es ist aber höchste Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Dies gilt für die Deutsche Filmakademie als Institution, aber auch für jeden Einzelnen: Worauf kann und sollte ich im Alltag verzichten."

 

Das Nachhaltigkeitskonzept beim Deutschen Filmpreis reicht vom Einsatz von Elektro- und Hybridfahrzeugen für den Shuttle-Service und energieeffizienter Beleuchtung über die Wiederverwendung der Deko-Bauten bis hin zum Upcycling des roten Teppichs. Die Topfpflanzen, die bei dem Event zur Begrünung der Fotowand dienten, wurden den Gäste als Give-away mitgegeben. Dank dieser Maßnahmen rangiert die  Deutsche Filmpreis-Gala bei der eventspezifischen Benchmark-Bewertung in Sachen Klimafreundlichkeit schon weit oben.

 

 

Bei der Golden Globe-Verleihung in Hollywood wurde den Stars ebenfalls veganes Essen aufgetischt. „Es war das erste Mal, dass ich bei dieser Preisverleihung etwas gegessen habe“, bekennt der überzeugte Veganer Joaquin Phoenix. Der Joker-Darsteller nutzte seine Dankesrede, um auf die gesundheitsgefährdenden Konsequenzen der industriellen Fleischproduktion hinzuweisen.

 

 

 

„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir das nicht mehr länger ignorieren können. Ich glaube, dass der Verzehr von tierischen Produkten inzwischen keine persönliche Entscheidung mehr ist, weil damit drastische Konsequenzen für uns alle verbunden sind“, versichert Phoenix. „Mitunter müssen wir Verantwortung für uns selbst übernehmen, Veränderungen vornehmen und auf etwas in unserem Leben verzichten. Ich hoffe, dass wir das können. Wir müssen nicht mit dem Privatflugzeug zu einer Preisverleihung nach Palm Springs fliegen."

 

Fotos: © Toni Passig/Deutsche Filmakademie; HFPA

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