Cannes Film Festival mit grünem Konzept

Die Reduzierung von Abfall, die Senkung von CO2-Emissionen, Recyling sowie die Kompensation des CO2-Fußabdrucks sind Teil eines grünen Konzepts, mit dem das Cannes Film Festival künftig als ein umweltverträgliches Event aufgestellt werden soll. "Die Herausforderungen sind gigantisch, aber wir werden und müssen das schaffen, jedes Jahr etwas besser zu werden", unterstreichen Pierre Lescure, Präsident des Cannes Filmfestivals und der Festivalchef Thierry Frémaux. “Wir werden regelmäßig berichten, was wir geschafft haben. Die 74. Ausgabe läutet die Zukunft eines Festivals ein, das Bestand haben wird."

 

In der Tat wird es höchste Zeit, sich in Cannes zu umweltschonenden Maßnahmen zu bekennen. Während bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin längst ein roter Teppich ausgerollt wird, dessen Garn aus recycelten Fischernetzen produziert ist, bestand der Laufsteg der Stars auf der Croisette jahrelang aus PVC und wurde dreimal täglich gewechselt. 2013 schlug die französische Umweltorganisation Greenpride Alarm und sammelte mit ihrer Petition gegen den ständigen Teppichaustausch über 9.0000 Unterschriften ein. Bei der Übergabe der Unterschriften signalisierte der Cannes Festivaldirektor Thierry Frémaux den Aktivisten, umweltverträglichere Lösungen zu erarbeiten. Nach acht Jahren könnte dieses Versprechen nun eingelöst werden. Der rote Teppich soll in diesem Jahr um 50 Prozent abgespeckt werden. Auch im Village International, das die Branche beherbergt, ist eine Verkleinerung um 24 Prozent geplant. Zudem versichert das Festival, dass der Teppich vollständig recycelt werden könne.

 

Das grüne Konzept für das Cannes Film Festival besteht aus zwölf Punkten, zu denen der Einsatz von Hybrid- und Elektroautos, die Reduzierung von Printerzeugnissen sowie der Verzicht auf Wasserflaschen aus Plastik gehören. 2019 hatte das Festival rund 22.000 Plastikflaschen  ausgegeben. Ab diesem Jahr stehen nachhaltiges Catering und eine hohe Wiederverwertungsquote beim Abfall auf der Agenda. Bislang ist noch nicht bekannt, ob der Sponsor Nespresso weiterhin Kaffee aus Kapselmaschinen anbieten wird, womit ein großer Ressourcenverbrauch und ein hohes Abfallaufkommen verbunden ist.

 

Eine weitere Zielsetzung sieht vor, dem Organisationsteam, den Ausstellern auf dem Marché du Film sowie den Zulieferern und Akkreditierten ein Bewusstsein für umweltverträgliches Handeln zu vermitteln. Die Markt- und Festivalbesucher könnn mit ihrer Akkreditierung die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt Cannes kostenlos nutzen. Für die Akkreditierung wird eine Gebühr von 20 Euro erhoben, mit welcher der Fußabdruck ihrer Anreise und Unterbringung kompensiert werden soll. Mit der Auswahl der Kompensationsprojekte will das Festival ein wissenschaftliches Gremium aus unabhängigen Experten betrauen.

 

Die grünen Maßnahmen sind in Zusammenarbeit mit der Beratungsfirma Green Événements entwickelt worden. “Nicht alles kann sofort realisiert werden. Unser Ansatz ist proaktiv und pragmatisch. Er sieht eine Umsetzung auf mittel- und langfristige Weise vor", verkündet das Cannes Film Festival. “Das Feedback nach jedem Festival wird es uns ermöglichen, die Prozesse weiter zu verfeinern und optimieren, während in den kommenden Jahren neue Entwicklungen entstehen."

Das Cannes Film Festival ist vom 6. bis zu, 17. Juli 2021 geplant.

 

Fotos: © GFS

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