ARTE-Dokus: Der Kampf um Ressourcen

Im Rahmen einer aktuellen Reihe zum Thema Klimaschutz zeigt ARTE mehrere Dokus, die spannende Einblicke in die Lieferketten von Rohstoffen und Nahrungsmittel geben. Der Green New Deal zielt darauf ab, den Klimaschutz in Europa zu stärken. Doch viele kritische Rohstoffe, wie Lithium, Aluminium, Kupfer oder seltene Erden, die für grüne Technologien benötigt werden, stammen oft aus weit entfernten Gebieten wie China, Afrika, Südamerika und Russland. Prognosen zufolge wird sich allein die Nachfrage nach Aluminium in der EU bis 2030 vervierfachen und der Bedarf nach Platin sogar um das Zehnfache wachsen.

Diese Abhängigkeit stellt ein Risiko für die Unabhängigkeit der europäischen Wirtschaft dar. Politik und Industrie wollen den Bergbau nun teilweise wieder zurück nach Europa bringen. Sie versprechen grüne, nachhaltige Minen mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt. Dort, wo solche Minen entstehen, wehren sich die Menschen dagegen, dass ihr Lebensraum für die Energiewende geopfert wird. Zu ihnen gehört der spanische Bauer Héctor, der um sein Land kämpft wie auch zwei indigene Rentierzüchter aus Nordschweden, weil die im Namen der grünen Wende errichteten Minen ihre nachhaltige Lebensweisen bedrohen.

In der Doku Das Rohstoff-Dilemma beschäftigen sich Linda Osusky und Monika Grassl mit der Frage, ob mehr Bergbau in Europa wirklich eine nachhaltige Antwort auf die Klimakrise sein kann. Während die Industrie in Brüssel bei der EU für ein neues Gesetz lobbyiert, um Minen schneller eröffnen zu können, reist Diego von einer Brüsseler NGO quer durch Europa, um Bergwerke zu besuchen und mit Vertretern der Bergbauindustrie und Betroffenen zu sprechen.

Als globaler Thriller konzipiert ist die preisgekrönte Doku Nahrung für alle? – Der geheime Krieg um unsere Ressourcen von der Regisseurin Gabriela Cowperthwaite, der die Zuschauer rund um den Globus führt, um eine der am wenigsten bekannten Bedrohungen der Welt aufzudecken. Weltweit arbeiten Regierungen, Investoren und private Militärunternehmen daran, sich auf Kosten ganzer Bevölkerungen die Kontrolle über Nahrungsmittel- und Wasserressourcen zu sichern.

Diese Gruppen etablieren sich als neue OPEC. ngsmittel kontrollieren. Die zukünftigen Weltmächte werden jedoch nicht diejenigen sein, die das Öl, sondern die Nahrungsmittel kontrollieren. Die weltweiten Nahrungsmittelpreise haben einen historischen Höchststand erreicht, es drohen Chaos und Gewalt. Unterdessen setzt Russland Nahrungsmittel als Waffe gegen die Ukraine und als geopolitisches Instrument zur Ausübung globaler Macht ein.

In Nahrung für alle? – Den geheimen Krieg um unsere Ressourcen deckt ein Journalist des Center for Investigative Reporting in San Francisco die alarmierende Logik hinter diesem Landraub auf. In Arizona sind bereits Brunnen versiegt, weil das Grundwasser nach Saudi-Arabien verschifft , um damit dort Landwirtschaft zu betreiben. Das investigative Journalisten-Kollektiv hatte zu diesem Wasser- und Lebensmittelkonflikt 2017 den Dokumentarfilm The Grab produziert, bei dem ebenfalls Gabriela Cowperthwaite Regie geführt hat.

Fotos: © SWR/Dor Film West

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