Klima-Dokus bei Green Visions Potsdam 2026

Mit der deutschen Premiere der Klima-Doku Trop Chaud – KlimaSeniorinnen vs. Switzerland wird am 28. Mai die dritte Ausgabe von Green Visions Potsdam eröffnet. Das Filmfestival findet zum dritten Mal unter der Leitung des langjährigen Berlinale-Direktor Dieter Kosslick statt. Auf dem viertägigen Festival wird das Filmprogramm thematisch durch Podiumsdiskussionen und Beiträge von Wissenschaftlern ergänzt.

 

Vor dem Filmmuseum Potsdam, das vier Tag lang zum Festivalzentrum wird, findet der Markt für nachhaltiges Leben statt. Dort können die Besucher Speisen und Getränke ohne künstliche Aromen, Zusatz- und Farbstoffe genießen, Pflanzen aus nachhaltigem Saatgut erwerben oder sich über umweltschonende Herstellungsverfahren informieren. Zudem bietet der Markt Raum für den Austausch und Diskussionen.

 

In dem Dokumentarfilm Trop Chaud – KlimaSeniorinnen vs. Switzerland porträtiert der Filmemacher Benjamin Weiss eine Gruppe von Seniorinnen, die vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen. Sie verklagen die Schweiz, weil das Land mit der systematischen Prokrastination der Klimaschutzanstrengungen die Rechte von älteren Menschen und insbesondere Frauen verletze. Bereits heute leiden viele Menschen unter der Klimakrise und extremen Hitzewellen, Allergien, Asthma und Krebs durch stärker werdende UV-Strahlung. Mit ihrem Klimaschutz-Verfahren haben die Seniorinnen aus der Schweiz im April 2024 einen historischen Sieg in Straßburg errungen. Der Europäische Gerichtshof gab ihnen Recht, dass Klimaschutz Staatspflicht ist.

 

„Viele Menschen wehren sich heute und klagen erfolgreich ihre Rechte ein, wenn Regierungen nicht genügend gegen die Klimakrise tun“, kommentiert Festivaldirektor Dieter Kosslick. Seit 2015 hat sich die globale Erwärmung deutlich beschleunigt, wie eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigt, die in der Fachzeitschrift Geophysical Research Letters veröffentlicht worden ist. Während die Erwärmungsrate zwischen den Jahren 1970 bis 2015 bei knapp 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt lag, verzeichnete die Erwärmung in den vergangenen zehn Jahren mit rund 0,35 Grad Celsius einen signifikanten Anstieg.

 

„Wir können nun erstmals eine starke und statistisch signifikante Beschleunigung der Erderwärmung nach 2015 belegen,“ versichert der amerikanische Statistikexperte Grant Foster. In der Studie sind natürliche Schwankungen der globalen Temperatur, die durch El Niño, Vulkanausbrüche und solare Zyklen verursacht werden, aus den Messdaten herausgerechnet worden . Bei dieser Datenanalyse haben die Forscher als Messdaten die etablierten, globalen Temperaturdatensätze der NASA, NOAA, HadCRUT, Berkeley Earth und ERA5 ausgewertet.

 

„Die bereinigten Daten zeigen eine Beschleunigung der Erderwärmung seit 2015 mit einer statistischen Sicherheit von über 98 Prozent, konsistent in allen untersuchten Datensätzen und unabhängig von der gewählten Auswertungsmethode,“ erklärt der Klimaforscher Stefan Rahmstorf.  „Wie schnell sich die Erde weiter erwärmt, hängt letztlich davon ab, wie rasch wir die globalen CO2-Emissionen aus fossilen Energien auf null reduzieren.“

 

Den durch den Klimawandel verzögerten Wintereinbruch bekommen auch die Eisbären im Norden Kanadas zu spüren, die seit Jahrtausenden an den Küsten entlang wandern, wo ihr Lebensraum immer mehr von Menschen besiedelt wird. In ihrer preisgekrönten Natur-Doku Nuisance Bear zeigen die Filmmacher Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman, wie die Eisbären in der Touristen-Metropole Churchill auf der Suche nach Nahrung in Gebäude einbrechen und in ihrem natürlichen Lebensraum von Wildhütern und Jägern eingefangen, eingesperrt und in den Norden umgesiedelt werden. Die kanadisch-amerikanisch-britische Koproduktion ist beim Sundance Film Festival 2026 mit dem U.S. Documentary Grand Jury Prize ausgezeichnet worden.

 

 

 Fotos: © Matto Grosso Films, Michael Code

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