Nachhaltigkeitsstandards für Rechenzentren

Künstliche Intelligenz ist direkt oder indirekt mittlerweile Bestandteil unserer Alltagsrealität. Die Unterscheidung zwischen real aufgenommenen und künstlich generierten Bildern wird immer schwieriger. Die Terra Mater Studios kennzeichnen inzwischen ihre Naturfilmaufnahmen mit einem „KI frei“-Label.

 

Durch die zunehmende Nutzung KI-gestützter Anwendungen steigt der Strombedarf rasant. Allein in Deutschland verbrauchen Rechenzentren rund 26 Terawattstunden jährlich, was etwa fünf Prozent des gesamten deutschen Stromverbrauchs entspricht. Prognosen zufolge könnte sich dieser Anteil bis 2030 verdoppeln. Neben dem hohen Energiebedarf, der zum Teil mit fossilen Energien gedeckt wird, ist mit der Kühlung von Rechenzentren ein großer Wasserbedarf verbunden.

In den USA regt sich in Bundesstaaten von Arizona bis Maryland bereits Widerstand gegen den Bau gigantischer Hyperscale-Rechenzentren, die der Bevölkerung regelrecht das Wasser abgraben. „Rechenzentren dürfen nicht zur Belastung für Klima und Gesellschaft werden“, betont Jens Gröger, Forschungskoordinator Nachhaltige digitale Infrastrukturen am Öko-Institut.
Sie müssen stattdessen einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung
leisten.“

 

Das Öko-Institut empfiehlt Mindeststandards für die nationale Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung. Dazu gehört eine nachhaltige Standortwahl, der Einsatz effizienter Technik sowie Strom aus ausschließlich Erneuerbaren Energien. „Rechenzentren der Zukunft müssen wirtschaftlich, ökologisch und gesellschaftlich tragfähig sein“, sagt Gröger. Die Abwärme sollte beispielsweise in Nahwärmenetze eingespeist werden, um Heizungen mit fossilen Brennstoffen zu ersetzen.

 

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