Die gesamte Produktionskette im Blick

Mit seinem Unternehmen Die Grüne Filmagentur (DGF) setzt Johannes Kaczmarczyk bei sämtlichen Formaten sowohl inhaltlich als auch entlang des gesamten Produktionsprozesses auf Nachhaltigkeit. Dabei wird die gesamte Produktionskette betrachtet und reicht von Teamgröße, Reisewegen, Technik und Catering über digitale Abstimmungen bis hin zu Postproduktion, CO₂-Bilanzierung und der Kompensation nicht vermeidbarer Emissionen. „Nachhaltigkeit ist keine einzelne Maßnahme am Drehtag, sondern Bestandteil von Konzeption, Kalkulation, Planung, Produktion und Auswertung“, erklärt der DGF-Geschäftsführer.

 

Bedient werden verschiedene Formate wie dokumentarische Filme, Webserien, Imagefilme, animierte und hybride Erklärfilme sowie Social-Media-Content, kurze Kampagnenformate, Veranstaltungsfilme und Interviews. Die Grüne Filmagentur versteht sich nicht nur als ausführende Filmproduktion, sondern berät bereits bei der Entwicklung der Kommunikationsstrategie, der Dramaturgie und der geeigneten Formate – ausgehend von den Zielen, Zielgruppen und Budgets der Auftraggeber.

 

„Viele unserer Kund:innen kommen mit komplexen Fachthemen aus den Bereichen Umwelt, Wissenschaft, Klimaanpassung oder gesellschaftliche Transformation zu uns. Unsere Aufgabe besteht darin, daraus verständliche, emotionale und visuell starke Geschichten zu entwickeln.“

 

Die verschiedenen Ausspielwege werden möglichst früh zusammen gedacht. Aus einer Produktion können z. B. ein Hauptfilm, mehrere kurze Episoden, Hochkantfassungen für Social Media, Trailer, Teaser oder weitere Social-Media-Assets entstehen. „Das reduziert nicht automatisch den Produktionsaufwand, erhöht aber die langfristige Nutzbarkeit des gedrehten Materials“, sagt Kaczmarczyk.

 

Zum Kernteam der Filmagentur gehören vier Personen aus den Bereichen Regie, Kamera, Kameraassistenz und Schnitt. Projektbezogen wird dieses durch ein Netzwerk von rund zehn langjährig verbundenen freien Filmschaffenden aus Regie, Redaktion, Kamera, Ton, Licht, Produktion, Schnitt, Color Grading, Animation und Sounddesign ergänzt. „Uns ist wichtig, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die nicht nur fachlich zu uns passen, sondern auch unsere Werte teilen.“

 

Bei dokumentarischen Drehs bestehen die Teams häufig aus zwei bis drei Personen. „Das schafft eine ruhigere und persönlichere Atmosphäre für die Menschen vor der Kamera, erhöht unsere Flexibilität und reduziert zugleich Reiseaufwand und Ressourcenverbrauch.“ Bei größeren szenischen Produktionen wird das Team entsprechend dem tatsächlichen Bedarf zusammengestellt.

 

„Wir wählen die Technik aus, die für die Geschichte, den Produktionsumfang und die jeweilige Drehsituation tatsächlich notwendig ist“, erläutert Kaczmarczyk, der nach seinem Filmstudium an der Hamburg Media School zunächst als freiberuflicher Kameramann gearbeitet hat. Da ein kleines dokumentarisches Interview andere Anforderungen als ein fiktionaler Werbefilm stellt, wird die Kamera-, Licht- und Grip-Technik nach Bedarf entsprechend skaliert. Durch eine projektbezogene Anmietung von Spezialtechnik werden unnötige Investitionen und Ressourcenverbrauch vermieden.

 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf kompakten Setups. Weniger Gewicht bedeutet geringeren Transportaufwand, kleinere Fahrzeuge und häufig auch kleinere Teams. „Nachhaltigkeit darf trotzdem nicht zulasten von Bildgestaltung, Tonqualität, guten Arbeitsbedingungen oder Arbeitssicherheit gehen.“

 

Die Grüne Filmagentur organisiert die Postproduktion weitgehend digital und dezentral. Material, Schnittstände, Kommentare und Freigaben werden über datenschutzkonforme Plattformen ausgetauscht. Auftraggeber und weitere Projektbeteiligte können zeitbezogen direkt im jeweiligen Filmstand kommentieren. „Dadurch lassen sich lange E-Mail-Ketten, Ausdrucke, der Transport physischer Datenträger und Präsenztermine vermeiden.“

 

Das Material wird strukturiert archiviert, auf unnötige Duplikate wird verzichtet und Zwischenstände nicht dauerhaft in jeder denkbaren Auflösung gespeichert. Für Abstimmungen reicht häufig eine komprimierte Sichtungsfassung; die hochauflösenden Originaldateien müssen nicht in jeder Feedbackrunde vollständig übertragen werden.

 

„Energieeffizienz darf allerdings nicht mit einem Verlust an Datensicherheit verwechselt werden“, betont der DGF-Geschäftsführer. „Gerade bei mehrjährigen Projekten oder wertvollem Dokumentarmaterial sind redundante Sicherungen unverzichtbar. Nachhaltiger ist deshalb nicht zwingend die kleinstmögliche Datenmenge, sondern ein sinnvoll geplantes Datenmanagement auf Archivfestplatten – ohne unnötige Kopien und dauerhaft laufende Systeme.“

 

 

Fotos: © Die Grüne Filmagentur

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