Grüne Lobby für echten Ökostrom

Zu den wichtigsten Maßnahmen, die Film-, Fernseh- und Werbefilmproduktionen in jedem Best Practice-Guide empfohlen wird, um ihre CO2-Emissionen zu senken möchten, gehört die Umstellung auf Ökostrom. In Deutschland können die Kunden jedoch nicht klar erkennen, woher der Strom stammt, der aus erneuerbaren Energien generiert worden ist. Aufgrund der Vorschriften im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) erfolgt der Vertrieb des Stroms aus Wind- und Solaranlagen fast ausschließlich über die Börse, wo er seinen grünen Herkunftsnachweis verliert und als sogenannter „Graustrom“ unbekannter Herkunft weiterverkauft wird.

 

Diverse Verbände und Unternehmen wie Clean Energy Sourcing, EWS Schönau, Greenpeace Energy, MVV Energie AG und Naturstrom AG fordern deshalb die Bundesregierung auf, ein alternatives Direktvermarktungsmodell für Ökostrom zuzulassen, das es Verbrauchern ermöglicht, direkt Ökostrom aus konkreten Anlagen zu beziehen. „Der wertvolle Strom aus Windkraft- und Solaranlagen darf nicht an der Börse verramscht werden, sondern muss ohne Umwege an Kunden geliefert werden können“, unterstreicht Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy.

 

Grafik_So_funktioniert_das_GMMAls Alternative ist das Grünstrom-Markt-Modell (GMM) entwickelt worden, das direkte Lieferbeziehungen zwischen Ökostrom-Anlagen, Versorgern und Kunden vorsieht und somit echte  Transparenz schafft. Bei dieser Variante kann der Verbraucher klar erkennen, dass er mit echtem Grünstrom aus konkreten Anlagen beliefert wird.

 

Die Mehrheit der Verbraucher befürwortet eine grüne Vermarktungsalternative für Ökostrom, wie eine aktuelle Emnid-Umfrage im Auftrag von Greenpeace Energy belegt. In dieser repräsentativen Erhebung haben 68 Prozent der befragten Verbraucher angegeben, dass es ihr Vertrauen in die Energiewende stärken würde, wenn sie wüssten, woher der Ökostrom komme. 60 Prozent wünschen sich zudem, Erneuerbare-Energien-Anlagen in der Region fördern zu können.

 

Das Grünstrom-Markt-Modell ermöglicht auch dezentrale Versorgungskonzepte. „Damit erleichtert es vor allem kleineren Akteuren der Bürgerenergie, sich weiterhin mit eigenen Projekten für Stromerzeugung, Übertragung und Versorgung an der Energiewende zu beteiligen“, sagt Thomas Banning, Vorstand der Naturstrom AG und des Bündnis Bürgerenergie e.V. „Wer Bürgerenergie will, darf nicht alles den großen Konzernen überlassen, sondern muss ökologisch ausgerichtete, regionale Versorgungskonzepte ermöglichen. Ob Stromkunden in Deutschland künftig direkt über das Grünstrom-Markt-Modell direkt mit Ökostrom versorgt werden, wird davon abhängen, ob der Energieminister Gabriel die entsprechende im EEG 2014 vorgesehene Verordnung unterschreiben wird.

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