Grüne Signale

Ökostrom, elektrische Autos, LEDs – mit dem Grünen Drehpass hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein die Best Practices für nachhaltige Film- und Fernsehproduktion nach Deutschland geholt und damit ein Fundament gelegt, auf dem jetzt bundesweit aufgebaut wird. Inzwischen sind über 80 Auszeichnungen für nachhaltig produzierte Kino- und Fernsehfilme, Serien, Shows, Animations- und 3D-Filme sowie Kurzfilme und Studentenprojekte vergeben worden.

 
Zu den jüngsten Kinofilmen, die mit dem grünen Label ausgezeichnet worden sind, gehört der Kinofilm-Thriller Aus dem Nichts, den Fatih Akin mit Hollywoodstar Diane Kruger in der Hauptrolle in der Hansestadt aufgenommen hat. Beim Dreh setzte das Team auf umweltfreundliche Maßnahmen wie eine digitale Dispo mit täglichem Umwelt-Tipps, Catering mit regionalen Produkten sowie Thermobechern für die Crew. „Wir freuen uns, dass unser Grüner Drehpass deutschlandweit in der Film- und Fernsehproduktion auf Resonanz stößt“, erklärt Maria Köpf, Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, „und nachhaltige Produktion auch in anderen Regionen sowie auf der nationalen Ebene ein Thema wird.“
Die MFG Filmförderung Baden-Württemberg plant nach einem ersten Green Shooting-Pilotprojekt diverse Fördermaßnahmen, um die ökologisch nachhaltige Produktionsweise von Filmen zu fördern. Die Anreize sollen über eine kostenlose Beratung für nachhaltig hergestellte Produktionen hinausgehen. So ist vorgesehen, einen CO2-Rechner zur Erfassung der Emmissionen anzubieten und einen eigenen grünen Handlungsleitfaden zu entwickeln, der online bereit gestellt werden soll.

 

 

Online-Informationen zum Green Film Making hält auch die Berlin-Brandenburg Film Commission (BBFC) bereit. Nach der Koalitionsvereinbarung Berlin für die Legislaturperiode 2016-2021 sollen „Fördermittel in Zukunft durch das Medienboard nur noch vergeben werden, wenn das Projekt sozialverträglichen und ökologischen Standards gerecht wird“. In welcher Form diese Anforderung beim Medienboard Berlin-Brandenburg umgesetzt wird, ist noch offen. „2017 wird es noch keine Änderung der Richtlinien geben“, sagt Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin der Filmförderung des Medienboard Berlin-Brandenburg.

 

Auf nationaler Ebene ist das Thema grüne Filmproduktion angekommen. „Endliche Ressourcen, Nachhaltigkeit und Umweltschutz gehören fraglos zu den wichtigsten Themen der Gegenwart – in unserer Gesellschaft und damit natürlich auch für die Filmwirtschaft. Es ist daher gut und mehr als folgerichtig, dass der Gesetzgeber in dem neuen FFG den Aspekt Nachhaltigkeit aufgegriffen hat und seit dem 1. Januar 2017 auch in den Förderrichtlinien des DFFF eine Selbsterklärungsverpflichtung verankert ist“, konstatiert Peter Dinges, Vorstand der Filmförderungsanstalt. „Bei der FFA beschäftigen wir uns sehr intensiv mit diesem Thema und wollen weitere Maßnahmen in diesem Bereich entwickeln.“

 

In Österreich vergibt das Umweltministerium seit Anfang 2017 ein grünes Label für Film- und Fernsehproduktionen. Als erstes Projekt mit dem Bundesumweltzeichen zertifiziert worden ist der Landkrimi Höhenstraße, der zugleich als Pilotprojekt „Green Producing“ in Österreich fungierte. Mit dem Umweltzeichen, das auf der Basis eines Kriterienkatalogs für grünes Produzieren vergeben wird, verfügt die österreichische Filmbranche nun über das entsprechende Pendant zum Grünen Drehpass in Deutschland.

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