Das grüne Tor zur Welt

Mit ihrem Engagement, nachhaltige Ansätze bei der Film- und Fernsehproduktion zu unterstützen, gehört die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH) zu den Vorreitern in Europa. Sowohl Filmpool Nord als auch die Lappland Film Commission in Schweden haben den Austausch mit der Film Commission Hamburg gesucht, um bei der Entwicklung nachhaltiger Konzepte und Strategien von den Erfahrungen zu profitieren. Auch Thomas Gammeltoft, Chef der dänischen Regionalförderung Copenhagen Film Fund, will sich Anregungen zum grünen Produzieren in Hamburg holen.

 

M.Koepf s-w.cut, Foto C. FenzlDie Kooperation mit den skandinavischen Nachbarländern ist in der Hansestadt organisch gewachsen und durch Koproduktionstreffen im Laufe der Jahre kontinuierlich intensiviert worden. „Ich möchte die Zusammenarbeit mit Skandinavien auf mehreren Ebenen weiter ausbauen“, betont Maria Köpf, Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die bereits als engagierte Produzentin mit Partnern aus Dänemark zusammengearbeitet hat. Als Geschäftsführerin der Zentropa Entertainments Berlin zeichnete sie als deutsche Koproduzentin von Kinofilmen wie Love Is all You Need von Susanne Bier oder Die Königin und der Leibarzt von Nikolaj Arcel verantwortlich.

 

Dänemark ist ebenfalls das erste Land der Welt, dass zu 100 Prozent auf nachhaltige Bewirtschaftung setzt. Um die Umstellung auf ökologische Methoden in der Land- und Ernährungswirtschaft zu erreichen, hat die Regierung ein über 50 Millionen Euro schweres Förderprogramm aufgelegt, das Investitionsanreize gibt und die Entwicklung neuer Technologien in diesem Sektor unterstützt. Auch im Filmbereich soll künftig stärker auf Nachhaltigkeit gesetzt werden. „Grün zu produzieren, ist für uns der nächste Schritt“, erklärt Thomas Gammeltoft, Geschäftsführer des Copenhagen Film Fund, der mit Film Greater Copenhagen über eine Film Commission für ganz Dänemark verfügt. „Hamburg ist in dieser Hinsicht das Vorzeigeprojekt, von dem wir uns bei der Umsetzung gerne inspirieren lassen.“

 

 
Der 2012 eingeführte Grüne Drehpass-Label, das die Hamburg Film Commission bei Einhaltung der nachhaltigen Empfehlungen verleiht, ist mittlerweile über 60 Mal an Kino- und Fernsehfilme, Serien, Studentenproduktionen sowie Animations- und Kurzfilme in ganz Deutschland vergeben worden. Neben Kinofilmen wie Buddy und Kleine Ziege, sturer Bock oder Vorabendserien wie Notruf Hafenkante sind zudem das Kultkrimi-Format Tatort sowie die TV-Show Der Quiz-Champion nachgezogen.

 

Das Geheimnis dieses Erfolges resultiert nicht zuletzt aus der fruchtbaren Kooperation mit der Hamburg Media School (HMS), mit der die Basis für den grünen Nachwuchs gelegt worden ist. „Es kann gar nicht grün genug sein! Aufwand und Sponsoring sind gut organisierbar“, berichtet der HMS-Leiter Richard Reitinger. „Wenn die Teilnahme freiwillig ist, sind die Teams meist gerne dabei und auch hartgesottene Oberbeleuchter nagen klaglos an Möhren mit Dip.“ Darüber hinaus organisiert die Film Commission Hamburg im Rahmen der Initiative Crash-Kurse, um Studenten aus Umweltstudiengängen mit dem Filmproduktionsbereich zu vernetzen. Dank dem zunehmendem Transfer von grünem Know-how steigt auch die Anzahl der nachhaltigen Produktionen. „Wir bieten gezielt Workshops für Produzenten, Produktionsleiter, Kameraleute, Produktion Designer oder Catering-Teams an“, erklärt Christiane Dopp, „um ihnen Tipps und Tricks für grünes Produzieren an die Hand zu geben.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.