Energie ist der Schlüssel

Das Thema grüne Produktion haben viele Fersehanstalten erst seit kurzem auf dem Schirm. In den Sendezentren von ARTE, Pro- SiebenSat.1, Sky, WDR und ZDF wird jedoch kräftig in Maßnahmen zu Energieeffizienz investiert. Ökostrom, Fotovoltaikanlagen, Elektroautos und Carsharing statt Dienstwagen gehören bereits zum Produktionsalltag.

 

 

Beim WDR wird der Strom für das neue Rechenzentrum seit Anfang 2017 mit zwei Blockheizkraftwerken produziert. „Die IT-Technik verbraucht einen zunehmend größeren Anteil des globalen Stromverbrauchs“, erklärt Theodor Schmickmann, Facility Manager beim WDR. Bei der Planung des neuen Rechenzentrums wurde entschieden, die Versorgung des Rechenzentrums mit Strom und Kälte durch Blockheizkraftwerke selbst vor Ort zu betreiben. „Mit ihrem großen Bedarf an Energie und Kühlung sind Rechenzentren für den Einsatz von hocheffizienten Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlagen wie geschaffen.“
 
Der deutsch-französische Kulturkanal setzt sich an seinem Straßburger Hauptsitz für nachhaltige Entwicklung und Energiemanagement ein. ARTE hat sich im Zuge seiner ISO 50001-Zertifizierung verpflichtet, seine Energieeffizienz bis 2020 um rund 20 Prozent zu steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, analysiert und optimiert der Sender seine energieintensivsten Aktivitäten. „Wir haben eines unserer beiden Studios auf LED-Beleuchtung umgestellt, was auch bei der Klimatisierung für Einsparungen sorgt“, berichtet François Bolard, Abteilungsleiter Produktionsbetrieb und Planung. Auch im zweiten Studio werden 2017 LEDs installiert. „Mit der Aktion ‚Tous au boulot à velo‘ fördern wir seit 2011 das Energiebewusstsein unserer Mitarbeiter“, sagt die Umweltbeauftragte Adeline Tschiember. „Wir belohnen es, wenn sie mit dem Rad zur Arbeit kommen.“
 
Auf einen umfassenden grünen Maßnahmen-Katalog, der vom Büromaterial über Fotovoltaik auf dem Hauptstadtstudio-Dach bis hin zur Reduzierung des Wasserverbrauchs reicht, setzt das ZDF. „Ökologische Verantwortung ist wichtiger Bestandteil unseres Verständnisses von Nachhaltigkeit“, erklärt Jens Müller, Mitglied im Nachhaltigkeitsteam des ZDF. „Daher entspricht das ZDF als erster deutscher Fernsehsender dem umfassenden und integrativen Berichtsstandard des Deutschen Nachhaltigkeitskodex.“ Dieser dient in Deutschland als Orientierungsgrundlage beim Reporting. Seit 2017 verlangt die EU, dass kapitalmarktorientierte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern einen CSR-Bericht (Corporate Social Responsibility) vorlegen. Der ProSiebenSat.1-Konzern erhebt schon seit 2015 seinen CO2-Fußabdruck, der durch Maßnahmen wie erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und Verzicht auf Flüge gesenkt wird.
 
 
Eine Ökobilanz erstellt auch der Pay-TV-Sender Sky, der vor zehn Jahren das erste klimaneutrale Medienunternehmen der Welt war. „Nachhaltigkeit ist uns nicht nur im Gebäudemanagement und in der Logistik wichtig“, sagt die CSR-Beauftragte Alexandra Coffey. „Bei der Produktion von Das Boot und dem Endzeitdrama Acht Tage, zu denen die Dreharbeiten im Sommer beginnen, werden Umweltaspekte auf jeden Fall eine Rolle spielen. Für beide Serien sitzen wir mit unseren Partnern bei der Bavaria Film bzw. Neuesuper zusammen, um konkrete Maßnahmen zu entwickeln.“

 

 

Zudem soll mit der neuen Initiative Sky Ocean Rescue bei den Verbrauchern ein Bewusstsein dafür geweckt werden, welche Auswirkungen die gigantischen Mengen an Plastikmüll, die in den Weltmeeren treiben, auf unsere Ökosysteme und Nahrungsmittel haben. „Parallel dazu werden wir uns in unseren Gebäuden und Geschäftsprozessen auf die Suche nach Plastikverpackungen begeben“, sagt Coffey, „und diese, wenn möglich, durch Alternativen ersetzen.“  

Fotos: © Arte/ WDR/ZDF/Sky

 

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