Das grüne Erfolgsrezept

Beim deutsch-französischen Kulturkanal ARTE ist nachhaltiges Ressourcen- und Abfallmanagement nicht nur in den Informationssendungen ein Thema. Best Practices, wie sie den Zuschauern in der Europäischen Woche der Abfallvermeidung (EWAV) vermittelt werden, sind in Straßburg schon längst in den Sendealltag implementiert. „Wir haben 2014 mit der Einführung des Energiemanagementsystems nach der ISO-Norm 50001 begonnen“, erklärt der ARTE-Geschäftsführer Emmanuel Suard.

 

Das Ergebnis zahlt sich aus: Zwischen 2013 und 2016 ist der Energieverbrauch im Sender um 28 % von 8,2 auf 5,8 GWh gesunken. Mit einer Energieersparnis von rund 40 % schlägt die Umrüstung der Nachrichtenstudios mit LED-Scheinwerfern zu Buche. 2018 sollen sämtliche Büros mit energieeffizienten LEDs ausgestattet werden. Ein Müllmanagement-System gibt es bei ARTE bereits seit 2012. Papier, Kartons, Plastik, Metall, Glas und organischer Abfall werden separiert. „Das funktioniert reibungslos, denn inzwischen haben alle Mitarbeiter das Prinzip verinnerlicht.“

 

 

Exzellente Qualität, genaue Bedarfsplanung und eine daraus resultierende Müllreduzierung sind das Erfolgsrezept in der Kantine von ARTE, die auf eine ökologisch nachhaltige Einkaufspolitik setzt. „Wir kaufen das gesamte Gemüse lokal im Elsaß oder in Baden-Württemberg“, berichtet der ARTE-Geschäftsführer. Der Anteil der Bio-Produkte liegt bei 60 %. „Gutes Essen ist in Frankreich wichtig. Eine Kantine mit einem Angebot an leckeren Speisen fördert den informellem Austausch und den Teamgeist.“ Jeden Tag stehen vier verschiedene Menüs zur Auswahl, darunter ein vegetarisches Essen sowie ein Fischgericht. Die Kosten für die hochwertigen Lebensmittel zahlen anteilig die Mitarbeiter, die sich einstimmig für Bio-Produkte entschieden haben. Um einer Verschwendung von Lebensmitteln vorzubeugen, werden die Kantinenbesucher sensibilisiert, sich nicht größere Portionen auftischen zu lassen als sie tatsächlich verspeisen.

 

 

Auf große Resonanz stößt bei ARTE der jährliche Fahrrad-Wettbewerb in der europäischen Metropolregion in Straßburg, bei dem die Teilnehmer gefordert sind, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. 182 der insgesamt 430 Beschäftigten haben 2017 an diesem Bonusprogramm teilgenommen und in zwei Wochen zusammen 9.000 km zurückgelegt. Einige Mitarbeiter, die nicht in der Region wohnen, radeln 40 km bis zum Sender. Als Anreiz für dieses Mobilitätskonzept fungieren überdachte Fahrradstellplätze sowie ein kostenloser Reparatur-Service.

 

Die Kommunikation mit den ARTE-Kollegen in Mainz, Baden-Baden, Stuttgart oder Paris erfolgt überwiegend per Video-Konferenz. „Die Anzahl unserer Sitzungen in Paris hat sich dadurch erheblich reduziert“, sag Suard. 2013 sind bei ARTE zwei Drittel aller Dienstwagen abgeschafft worden. „Wir verfügen über fünf Hybridautos.“ Für kürzere Strecken können die Mitarbeiter sich ein Elektroauto mieten. Eine „Car to Go“-Station befindet sich direkt vor dem ARTE-Sendezentrum, das zu hundert Prozent mit Ökostrom gespeist wird.

 

Bei der Produktion der ARTE-Sendungen gibt es noch keine Umwelt- und Klimaschutzauflagen. „Wir planen einen Best Practice-Austausch mit France Télévision, um zusammen mit unabhängigen Produzenten umweltfreundlichere Produktionen zu entwickeln“, resümiert der ARTE-Geschäftsführer.

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