NaturVision Filmfestival: Ziemlich grüne Filme

Ob Ziemlich wilde Rinder, Eine Welt ohne Müll, Fair Trader oder A Plastic Surgery: Coca-Cola’s Hidden Secrets – das 18. NaturVision Filmfestival in Ludwigsburg zeigt investigative Dokumentationen zu hochaktuellen Themen wie dem Artensterben, der Vermeidung von Plastik sowie nachhaltigem Bauen und Wohnen. Insgesamt stehen rund 130 Filme zu Natur, Tier und Umwelt auf dem Programm, das ab dem 11. Juli  im Central Filmtheater sowie beim Open Air auf dem Arsenalplatz präsentiert wird, wie Green Film Shooting-Autor Bernd Jetschin berichtet.

 

Zum Auftakt läuft die Dokumentation Der Bach von dem renommierten Natur- und Umweltfilmer Jan Haft, der als ein Meister der Kamerakunst in seinen Dokumentationen Mythos Wald, Magie der Moore und Die Wiese – Ein Paradies nebenan anschaulich die Ökosysteme der Natur erklärt und ihre Mikrokosmen sichtbar werden lässt. Mit Makroaufnahmen, Zeitraffern und seltenen Tonaufzeichnungen gelingt es ihm, die Faszination für eher unscheinbare Lebensräume zu wecken. Gleichzeitig macht er auf die Gefahren aufmerksam, die diese fragilen Ökosysteme bedrohen. Seine Dokumentation Magisches Island -Leben auf der größten Vulkaninsel der Welt, die für den NaturVision Kamerapreis und den Filmmusikpreis nominiert ist, eröffnet ein Kaleidoskop von faszinierenden Lebensformen unter auf dem Land und unter Wasser.

 

 

In A Plastic Surgery – Coca Cola’s Hidden Secrets geht es um die Verantwortung der Hersteller für Umweltverschmutzung. Die französische Filmemacherin Sandrine Rigaud wirft die Frage auf, ob Recycling wirklich die Lösung sein kann. Jede Sekunde werden zehn Tonnen Plastik auf der Welt produziert, wovon eine Tonne in den Meeren landet. A Plastic Surgery – Coca Cola’s Hidden Secrets ist für den Deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitspreis  sowie für den Preis für die Beste Story nominiert.

 

 

Verborgenes sichtbar zu machen und Zusammenhänge offenzulegen ,gehört zu den Zielsetzungen des NaturVision-Filmfestivals. “Der Schlussbericht der UN bei der Konferenz zu Biodiversität in Paris macht deutlich, dass die ungeheure Beschleunigung des Artensterbens für den Menschen ebenso bedrohlich ist wie der Klimawandel”, erklärt der Festivalleiter Ralph Thoms. „Natur- und Umweltfilme sind ein emotionaler Appell, die Schönheit dieser Welt zu bewahren. Damit leisten sie einen ungeheuren wichtigen Beitrag in der Biodiversitätsdebatte.“ In dieser Kategorie läuft beispielsweise der Film Das Oderdelta – grenzenlose Wildnis an der Ostsee, der zeigt, wie sich Natur entfalten kann, wenn sie über ausreichend Zeit und Raum verfügt.

 

In Die rote Linie – Widerstand im Hambacher Forst hat Karin de Miguel Wessendorf dokumentiert, wie die Baumbesetzer im Hambacher Forst versuchen, die Braunkohlebagger zu stoppen. “Der Aufschrei junger Menschen nach Klimaschutz zwingt immer wieder Personen des öffentlichen Lebens dazu, Stellung zu beziehen, sich zu positionieren und gelegentlich sogar dazu, ihre Meinung zu ändern”, konstatiert Kay Hoffmann, Vorstand Förderverein NaturVision e.V. “Das sind ebenso Zeichen eines gesellschaftlichen Umdenkens wie die Verschärfung der Wohnraum-Diskussion, der Ruf nach mehr Grün in den Städten und das Bestreben, Plastik immer mehr zu vermeiden.” Ein Filmprogramm zu dem Sonderthema „Landschaften der Zukunft – Bauen und Wohnen“ gibt einen Vorgeschmack auf innovative Konzepte für die Wohn- und Stadtplanung. Dazu lädt das NaturVision Filmfestival in Ludwigsburg in Kooperation mit der IBA’ 27 zu Experten-Gesprächen ein.

 

Fotos: © NaturVision Filmfestival

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