Essen, Experimente und Effekte

Die 19. Ausgabe des NaturVision Filmfestivals, die erstmals ausschließlich online stattfand, verzeichnete 18.000 Zuschauer aus 64 Ländern. Mit einem Festivalpass zum Preis von acht Euro konnten die Zuschauer in Deutschland sich acht Tage lang unbegrenzt Filme anschauen. Optional wurden Festivalpässe mit einem Spendenzuschlag für das Central Filmtheater in Ludwigsburg angeboten, in dem sonst der größte Teil der Kinovorführungen beim NaturVision Filmfestival stattfindet.

 

In diesem Jahr wurde das gesamte Programm, das im internationalen Wettbewerb in zehn verschiedenen Kategorien gegliedert ist, digital präsentiert. Mit dem Deutschen Umwelt- und Nachhaltigkeitsfilmpreis ausgezeichnet wurde die Wissenschaftsdokumentation 66 Meter, in der Max Mönch und Alexander Lahl erläutern, wie durch die Erderwärmung ganze Landstriche zunehmend überflutet werden. Wie wichtig die borealen Wälder für das Weltklima sind, zeigt Kevin McMahons Doku Die Wälder des Nordens, die den Deutschen Filmpreis Biodiversität erhielt.

 

Mit einer besonderen Erwähnung würdigte die Jury die erschütternde Doku Green Warriors: Paraguay‘s Poisoned Fields von dem französischen Filmemacher Martin Boudot, in der er aufzeigt, wie die verarmte Landbevölkerung in Paraguay durch den massiven Pestizideinsatz auf den Soja-Planagen vergiftet wird. Aber es geht auch anders. In der mit dem NaturVision Filmpreis Bayern ausgezeichneten Doku Aus Liebe zum Überleben gibt Bertram Verhaag Einblick in die nachhaltige Landwirtschaft, die durch Wertschätzung des Bodens und Liebe zu den Tieren geprägt ist.

 

Für den österreichischen Film Anders Essen: Das Experiment wurde ein Acker mit den Getreiden, Gemüsen, Früchten, Ölsaaten und Gräsern bepflanzt, die pro Person verbraucht werden. Würden sich alle Menschen so ernähren, so das Ergebnis, bräuchten wir eine zweite Erde. Um das zu ändern, haben die beiden Filmemacher Kurt Langbein und Andrea Ernst drei Familien bei ihrem Selbstversuch begleitet. Sie beginnen regional einzukaufen und selbst zu kochen, was sowohl den Landverbrauch als die CO2-Bilanz reduziert. Dieser Beitrag, der vor Augen führt, wie jeder einzelne durch die Veränderung seines Essverhaltens Ökosysteme schützen kann, begeisterte die Jugendlichen.

 

 

Das Essensexperiment gehört zu den beiden Gewinnern des NaturVision Preises der Jugendjury, den das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gestiftet hat. Als zweiter Beitrag prämiert wurde Kurzfilm The Beauty, in dem Pascal Schelbli den Zuschauern mit eindrucksvollen visuelle Effekten die Meeresverschmutzung vor Augen führt.

 

Durch seine Präsenz im Netz hat das NaturVision Festival mehr junge Menschen angesprochen. Auf große Resonanz stieß das Schulprogramm, das von 30 Schulen gebucht wurde. Rund 1.800 Schüler verschiedener Jahrgangsstufen schauten sich ausgewählte Tier-, Natur- und Umweltdokumentationen an, zu denen eine Umweltpädagogin Begleitmaterial erstellt hat, das bei den Schülern die Neugier wecken soll, mehr über Pflanzen,Tiere, Umwelt und Nachhaltigkeit zu erfahren.

 

Foto: © Langbein & Partner Media

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