Dss 360 Grad-Konzept für Nachhaltigkeit

Mit der neuen Plattform Evergreen Prisma setzt die Lower Austrian Film Commission (LAFC) auf ein 360 Grad-Konzept, um Filmschaffende, Institutionen, Organisationen und Koproduktionspartner mit nützlichen Mitteln und vertiefenden Informationen rund um die umweltfreundliche Filmproduktion zu versorgen. Der digitale Informations-Service stellt eine konsequente Erweiterung des Evergreen dar, mit dem die LAFC seit 2018 den ersten Best Practice-Guide in Österreich anbietet.

 

Um den Kreativen die praktische Umsetzung der umweltfreundlichen Filmproduktion zu erleichtern, bietet das grüne Online-Toolkit Zugriff auf essentielle Werkzeuge wie einen filmspezifischen CO2-Rechner, Checklisten sowie Informationen zur grünen Zertifizierung in Österreich. Das Herzstück bildet der LAFC-Handlungsleitfaden mit Links zu Produkten und Dienstleistern. Die Bandbreite reicht von nachhaltiger Technik über biologisch abbaubare Produkte bis hin zu den knapp tausend E-Tankstellen in Niederösterreich.

 

Besonders anwenderfreundlich gestaltet ist der Location Guide, der eine vorausschauende Planung dadurch unterstützt, da die Suchergebnisse auf einer Karte angezeigt werden. Bei der Auswahl des (Haupt-)motiv lassen sich sowohl umliegende Motive als auch Unterkünfte für die der Crew einblenden, so dass Mobilität und Transportwege miteinander verglichen und somit verkürzt werden können. Um Filmschaffenden die Möglichkeit zu geben, ihre Nachhaltigkeitsziele effizienter umzusetzen, hebt die LAFC ihren Green Filming Service um das Es hebt verschiedene Nachhaltigkeitsaspekte von Locations, Facilities und Projekten mit einem Green Icon hervor. Dadurch werde nachhaltige Aspekte sichtbar und lassen sich per Suchoption aus der Datenbank filtern.

 

Zudem weist die digitale Plattform auf grüne Filmevents, LAFC-Workshops und -seminare hin. Über kostenlose, mehrtägige Veranstaltungen bietet die LAFC Filmschaffenden an, sich die Grundlagen für eine umweltfreundlichere Produktionsweise anzueignen, die von der Planung und Kommunikation über den Ressourceneinsatz in den verschiedenen Gewerken bis hin zur Berechnung des CO2-Fuß- abdrucks und dem Green Storytelling reichen. Als erste Filmschule in Österreich hat die Fachhochschule St. Pölten in Kooperation mit der LAFC und GreenFilmTools das erste Seminar zu grüner Filmproduktion für den Nachwuchs angeboten. Das fünftägige Seminar konnte im April als Webinar stattfinden. Auch die Filmakademie in Wien hat bereits Interesse angemeldet.

 

Zudem hat die LAFC im Mai für andere regionale, österreichische Film Commissions weitere Green Filming-Webinare für den Bereich Licht & Kamera und für Filmschaffende verschiedener Gewerke veranstaltet. Weitere Veranstaltungen für die Bereiche Set, Kostüm & Maske, für das Produktionsdepartment, diverse Verbände, den Filmnachwuchs sowie zu Green Storytelling sind in Planung. Die nächste Green Consultant-Weiterbildung für Filmschaffende soll im Oktober 2020 stattfinden.

 

Dank der Inspiration durch einen LAFC-Workshop setzt Gebhardt Productions als erste Produktionsfirma in Niederösterreich bei der Produktion von Shows, Serien und Filmen auf ein umweltfreundliches Konzept. Als erstes Projekt sind 2019 zwei der Drehblöcke der 19. Staffel (108 Drehtage) der Fernsehkrimi-Reihe Soko Kitzbühel gemäß den ökologischen Anforderungen realisiert worden. Für die Umsetzung der ressourcen- und klimaschonenden Maßnahmen ist das Projekt vom Bundesministerium Nachhaltigkeit und Tourismus mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet worden.

 

Die Vergabe ist an die Einhaltung verschiedener Kriterien in den Bereichen Mobilität und Klimaschutz, Set, Materialien für Bauten, Szenenbild und Requisiten, Kostüm und Maske, Technik, Catering und Unterkünfte geknüpft. Zudem muss eine Person benannt werden, die
für den Bereich der grünen Produktion verantwortlich ist und sicherstellt, dass die Mitarbeiter sich an eine nachhaltige Büroführung halten und zur umweltfreundlichen Mobilität motiviert werden. „Wir haben die Herstellungsprozesse un
serer Serien, Filme und Shows weitge-
hend umgestellt, um den Green Producing Richtlinien gerecht zu werden“, erklärt der Firmenchef Florian Gebhardt. „Dabei legen wir auf die Veränderung der arbeitstechnischen Prozesse genauso viel wert wie auf die Bewusstseinsbildung bei allen Filmschaffenden und PartnerInnen.“

 

In der im Oktober 2019 von der LAFC initiierten Arbeitsgemeinschaft Green Incentive Austria tauschen sich regionale und nationale Filmförderungen in Österreich über die Umsetzung der nachhaltigen Filmproduktion aus. Das Thema grüne Produktion hat inzwischen auch der Filmfonds Wien aufgegriffen und Anfang 2020 in seine Richtlinien aufgenommen. Den geförderten Projekten wird ausdrücklich empfohlen, bei der Herstellung der Produktionen die geltenden Umweltstandards einzuhalten und die Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens zu erfüllen.

 

Die nationale Förderstelle Filmstandort Austria (FISA) hat das nachhaltige Filmschaffen in seinen Anforderungskatalog aufgenommen und weist auf geeignete Maßnahmen für die grüne Filmpraxis hin. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Green Filming Austria möchte die LAFC Nachhaltigkeitsbestrebungen anderer regionaler Film Commissions in Österreich unterstützen, um künftige Synergien zu bilden. Neben dem Austausch mit regionalen und nationalen Förderinstitutionen kooperiert die LAFC mit Festivals wie der Diagonale und der Akademie des Österreichischen Films. Bei der Österreichischen Filmpreis-Gala 2020 in Niederösterreich wurde erstmals ein Schwerpunkt auf das Thema Nachhaltigkeit gelegt.

Fotos/ Grafik: © LAFC

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