Mallorca grüne Filmstrategie

Mit mehr als 400 Drehtagen pro Jahr ist Mallorca ein begehrter Schauplatz für in- und ausländische Kino-, Fernseh- und Werbeproduktionen und Fotoaufnahmen. Hollywoodstar Anne Hathaway stand auf der grünen Mittelmeerinsel für die US-Komödie Glam Girls vor der Kamera. Zahlreiche internationale Produktionen, die von der Thriller-Serie The Night Manager der Oscar-gekrönten Regisseurin Susanne Bier bis hin zu unzähligen Werbespots reichen, sind auf Mallorca gedreht worden.

 

Scouts und Location-Manager sind von der großen Vielfalt der Drehorte begeistert, zu denen schöne Strände und altertümliche Gebäude ebenso gehören wie Naturschutzgebiete und Berge. Die Mallorca Film Commission (MFC) unterstützt die Produktionen nicht nur bei der Beantragung von Drehgenehmigungen in diesen Gebieten, sondern möchte zugleich sicherstellen, dass dabei kein Schaden für die Umwelt entsteht. Zu diesem Zweck wird in Zusammenarbeit mit dem balearischen Umweltministerium und der Küstenwache ein Programm für die nachhaltige Umsetzung von Filmproduktionen in Naturschutzgebieten vorbereitet.

 

 

Damit die Produzenten sich an diesen Richtlinien orientieren, wird ein lokales Anreizprogramm entwickelt, das eine beschleunigte Bearbeitung von Anträgen sowie reduzierte Gebühren für Drehgenehmigungen in Naturschutzgebieten vorsieht. Das Programm wird als Handlungsleitfaden sowie als App angeboten. Die Ortung der Naturschutzgebiete ist darin jeweils mit ausführlichen Informationen verknüpft sowie mit welchen Maßnahmen es sich vermeiden lässt, das Ökosystem in der Flora und Fauna zu schädigen. Der Ratgeber und die App werden sowohl den heimischen als auch den internationalen Produzenten kostenlos zur Verfügung gestellt, wenn sie auf der Insel drehen. Zugleich soll damit die Beantragung von Drehgenehmigungen erleichtert werden, sofern den Empfehlungen in dem Ratgeber Folge geleistet wird.

 

Die MFC setzt bereits seit ihrer Gründung darauf, den Produzenten
nachhaltige Maßnahmen in der Filmproduktion zu vermitteln. Gemeinsam mit dem regionalen Produzentenverband hat die MFC eine Reihe von Workshops zu grüner Filmproduktion veranstaltet. Zunächst wurden lokale Produzenten mit Vertretern der regionalen Umweltbehörde zusammengebracht, um sich über Anforderungen und Auflagen auszutauschen. In einem weiteren Workshop sind Ansätze für einen nachhaltigeren Umgang mit Energie, Abfall, Plastik Bau- und Dekomaterial am Set vorgestellt worden. In Zusammenarbeit mit dem Verband der Lebensmittelproduzenten der Balearischen Inseln wurde ein Catering-Workshop veranstaltet.

 

Auf Mallorca setzen bereits einige einheimische Produktions- und Servicefirmen auf grüne Produktionspraktiken. Zu ihnen gehört die Produktionsfirma 247, die mit der Entwicklung der „247App“ eine digitale Workflow-Lösung für Filmcrews kreiert hat. Die größte Produktionsfirma für Film-, Fernseh- und Fotoaufnahmen in Mallorca ist Palma Pictures, die sowohl ein Umweltmanagement nach ISO 14001 durchlaufen sowie eine EMAS-Zertifizierung erhalten hat. Neben der Unterstützung eines Umwelttages, dem fleischlosen Freitag, der Wiederverwendung von Deko und Kulissen unterhält das Unternehmen einen eigenen Kostümfundus. An nachhaltigen Maßnahmen, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, orientiert sich auch die Local Production Company.

 

Im Rahmen eines größeren Programms, mit dem der Rat der Insel Mallorca für einen besseren Austausch zwischen Wirtschaft, Kultur und Naturschutz sorgen will, plant die MFC einen grünen Drehpass für Produzenten und Filmemacher aufzulegen, der ihnen verschiedene Vorteile und Anreize bieten soll, wenn sie beim Dreh den grünen Richtlinien folgen.

 

Fotos: © Silvia Acedo/ FMT

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