Start des Reallabors für grüne Produktionen

Die Einhaltung von Klima- und Umweltschutzmaßnahmen soll in Zukunft an die Vergabe von Filmförderungsmitteln geknüpft werden. Als ersten Schritt plant die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) in Zusammenarbeit mit der Filmförderungsanstalt (FFA) ein erstes bundesweites freiwilliges Zertifikat für besonders nachhaltige audiovisuelle Produktionen einzuführen. Darüber hinaus sollen gemeinsam mit den Filmförderungen der Länder ökologische Mindeststandards als verbindliche Voraussetzungen für die Filmförderung eingeführt werden.

 

„Die Frage nach Umwelt- und Klimaschutz macht natürlich nicht vor den Toren unserer Film- und Fernsehstudios und Produktionsunternehmen Halt. Deshalb ist auch in der Film- und Fernsehbranche jede und jeder einzelne gefragt, einen Beitrag zu einer nachhaltigen Produktionswirtschaft in Deutschland zu leisten”, erklärt die Staatsministerin Monika Grütters. Entscheidend sei, dass dabei die gesamte Branche auf Landes-und Bundeseben über alle Genres und Formate hinweg und jenseits reiner Individualinteressen zusammenwirke.

 

Mit der Erarbeitung des freiwilligen Zertifikats und der Mindeststandards ist das Institut Ökopol in Kooperation mit KlimAktiv beauftragt, das dabei eine Abstimmung mit der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und der MFG Baden-Württemberg als Vertretungen der Länderförderer vornimmt. Zudem sollen dabei die Vorarbeiten des Arbeitskreises Green Shooting und die Erfahrungen der Initiative „100 Grüne Produktionen“ einbezogen werden.

 

Die praktische Erprobung der Nachhaltigkeitskriterien zur Erarbeitung des Zertifikats und der ökologischen Mindeststandards erfolgt im Rahmen eines Reallabors, das von Ökopol und KlimAktiv wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird. Im Zentrum stehen dabei die Kriterien, die als Grundlage für die förderrechtlich verbindlichen ökologischen Mindeststandards dienen werden. Das Ziel ist, verschiedene Herstellungsbedingungen im Reallabor abzubilden, die eine repräsentative Überprüfung der Nachhaltigkeitskriterien über sämtliche Phasen der Produktion – von der Planung bis zur Postproduktion – ermöglichen.

 

Für die Teilnahme am Reallabor können sich alle audiovisuellen Produktionen für die Kino-, Festival-, TV- und Streamingauswertung bewerben. Interessierte Produktionen werden zunächst bei der FFA in einem Pool gesammelt. In Hinblick auf eine möglichst repräsentative Stichprobe werden geeignete Produktionen von Ökopol und KlimAktiv nach wissenschaftlichen Kriterien für die Teilnahme am Reallabor ausgewählt. Am Reallabor können sowohl nicht geförderte Produktionen teilnehmen als auch Produktionen, die bisher noch über keine Erfahrungen mit nachhaltiger Produktion verfügen.

 

Foto: © Kit Thanit/Shutterstock

 

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