VTFF: Mehr Mittel für grüne Infrastruktur

Von Beginn an hat der Verband der Technischen Betriebe der Film- und Fernsehbranche (VTFF) die Green-Shooting-Initiative, ein Bündnis aus Sendern, Produktionsunternehmen, VoD-Diensten und auch Filmförderungen, für mehr Nachhaltigkeit unterstützt. „Wir sind den Weg aus voller Überzeugung mitgegangen und setzen uns im Rahmen dieser Initiative für ökologische Mindeststandards ein“, sagt Achim Rohnke, Geschäftsführer des VTFF im Gespräch mit Green Film Shooting-Redakteur Bernd Jetschin.

 

Der VTFF-Geschäftsführer er sieht vor allem die technischen Dienstleister in einer tragenden Rolle, wenn die Transformation in der Branche zu mehr Nachhaltigkeit und umweltschonendere Produktionsweisen gelingen soll. Denn ein beträchtlicher Teil der notwendigen Investitionen und Modernisierungen stehen letzten Endes bei den technischen Dienstleistern an. „Sie müssen einen Großteil der Investitionen tragen, etwa beim Umstieg von Dieselgeneratoren auf Gas- bzw. Hybridgeneratoren oder auch auf mobile Stromspeichersysteme. Hier sind vor allem die Rentalfirmen gefragt“, erklärt Achim Rohnke.

 

„Für die Umrüstung auf LED-Beleuchtung sind die Studios und Rentalfirmen gefordert. Und ein weiterer großer Bereich betrifft die Fuhrparks und Ü-Wagen, die auf E-Mobilität oder auf schadstoffarme Alternativen wie CNG-Gas umgestellt werden müssen.“ Der VTFF-Geschäftsführer hebt hervor, dass diesbezüglich noch viele Anstrengungen erforderlich seien. Diese reichten von Rentalfirmen wie Autovermietern mit einem Angebot an schadstoffarmen Fahrzeugen, wie sie von der Branche benötigt werden, bis hin zu einem flächendeckenden CNG-Tankstellennetz.

 

Um den grünen Umstieg zeitnah zu bewältigen, fordert der Branchenverband hierfür dringende notwendige Förderprogramme für Film und Fernsehen ein. Die über 700 produzierenden oder vermietenden technischen Betriebe seien vor allem Eigentümer-geführte mittelständische Unternehmen. Zwei Jahre Corona haben die ohnehin schon nicht so üppige Eigenkapitalbasis weiter angenagt. „Dort sind nicht die erforderlichen Mittel vorhanden, um solche Investitionen in die grüne Technologie anzuschieben." Die Branche benötige deshalb schnelle und unbürokratische Hilfen.

 

Bestehende Förderprogramme wie die Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums, die Förderung der Energieeffizienz in der Wirtschaft durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder auch die Förderkredite der KfW-Bank reichten nicht aus. Diese Programme seien für die technischen Betriebe zu unspezifisch, bürokratisch und aufwendig. Antragstellung und Genehmigungsverfahren nehmen zu viel Zeit in Anspruch. KfW-Bank wie regionale Förderbanken müssten jetzt entsprechende Darlehensprogramme und Unterstützungshilfen auf den Weg bringen, welche die technischen Betriebe und Dienstleister für die anstehenden Investitionen nutzen könnten.

 

Im privaten Bereich funktionierten diese Programm teils schon sehr gut, erklärt Rohnke, der als Beispiel das erfolgreiche KfW-Programm zum Aufbau von Wallboxen für E-Autos oder die Mittel für Wärmedämmung im Eigenheim heranzieht. Antragstellung und Genehmigung erfolgten schnell und unbürokratisch online.

 

Aber auch in der Filmförderung sieht der Verband Änderungsbedarf und hat sich mit vier Kernforderungen für die anstehende Novellierung des Filmförderungsgesetzes positioniert. Rohnke plädiert für vier Reformschritte: Die Förderquote sollte durch Verabschiedung vom Gießkannenprinzip verbessert und eine Adressaten-Gerechtigkeit hergestellt werden, damit auch technische Betriebe neben Produzenten antragsberechtigt werden. Bislang ist dies nur sehr begrenzt im Rahmen des DFFF II beispielsweise für VFX-Leistungen möglich. Eine Planungssicherheit sei für die Investitionen in nachhaltige Produktion wichtig und hinzu kommt als vierte Forderung eine Vereinfachung der Verfahren.

 

Kritisch sieht der Verband den so genannten Fördertourismus in Deutschland, der zwangsläufig aus der Konstellation der Länderförderungen resultiert, die auf ihrem jeweiligen Regionaleffekt basieren. „Dieser Produktionszirkus, von Bundesland zu Bundesland zu touren, um auf diese Weise die Finanzierung für eine Produktion schließen zu können, widerspricht dem Nachhaltigkeitsgedanken“, betont Achim Rohnke. „Wenn wir in der Produktion grüner werden wollen, müssen regionale und nationale Mittel besser mit einander verzahnt werden.“

 

Foto: © VTFF

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