Ein Pionier der Umweltschutztechnik

Der Hamburger Dipl.-Ing. Andreas Kirchner ist vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) mit der goldenen Ehrenmedaille des VDI ausgezeichnet worden. Andreas Kirchner hat bereits vor vierzig Jahren als junger Ingenieur die große Bedeutung der Umweltschutztechnik erkannt und 1981 den ersten VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik gegründet, den er seitdem leitet. "Dank seines intensiven Einsatzes und visionären Gespürs für die konstant wachsende Bedeutung dieser Thematik für Ingenieure, Industrie, Politik und Gesellschaft hat er den VDI im Bereich der Umweltschutztechnik hervorragend positioniert und im öffentlichen Ansehen gefördert" betonte Dipl.-Ing. Sven Warnck, der ihm als 1. Vorsitzender des VDI Bezirksvereins Hamburg im Dezember 2021 die goldene Ehrenmedaille des VDI und die Ehrenurkunde überreicht hat.

 

Neben seiner Passion als Pionier der Umweltschutztechnik mit dem VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik Hamburg engagierte sich Andreas Kirchner auch siebzehn Jahre lang als Vorstandsmitglied im Hamburger VDI und war 1986 auch Mitbegründer des VDI Arbeitskreises Frauen im Ingenieurberuf mit einer Gründungsveranstaltung in den Räumlichkeiten der Kirchner GmbH Ingenieurbüro für Messtechnik und Umweltschutz. Bereits 1989 wurde Andreas Kirchner die VDI Ehrenplakette in Bronze mit einer Ehren-Urkunde verliehen.
Der VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik Hamburg ist seit 2001 Mitglied im Zukunftsrat Hamburg, dem Netzwerk für nachhaltige Entwicklung und seit 2009 Partner im Netzwerk Schimmelberatung Hamburg und bereits zum 9. Male Kooperationspartner der Hamburger Fachtagung Schimmelpilze in Innenräumen.

 

Es bestehen enge Kontakte mit anderen Verbänden und Behörden, z.B. der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN Normenausschuss KRdL. Im VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik Hamburg tauschen sich Ingenieure und andere Wissenschaftler über neue technische Entwicklungen und Innovationen aus und sind mit ihrer Expertise als qualifizierte Sachverständige wichtige Partner für Green Film Shooting.

 

Was hat Sie bereits vor vierzig Jahren dazu veranlasst, den VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik Hamburg zu gründen?
Andreas Kirchner: Ich habe nach meinem Maschinenbau-Studium  mit dem Schwerpunkt Fertigungstechnik und Technologie an der Fachhochschule Hamburg sowie Vorlesungen über Immissionsschutz, Arbeitsmedizin und Umweltmedizin noch ein Studium der praktischen Betriebswirtschaft abgeschlossen und war bereits 1981 alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Kirchner GmbH Ingenieurbüro für Messtechnik und Umweltschutz in Hamburg. Obwohl Umweltschutztechnik damals als Studiengang noch gar nicht existierte, habe ich durch umweltbezogenen Seminare und durch meine eigene Firma früh erkannt, welch hohen Stellenwert der Umweltschutz in der Zukunft haben würde.
Der Umweltschutz sollte jedoch nicht die alleinige Domäne der Grünen sein, die 1980 gegründet wurden. Daher war für mich die Gründung des ersten VDI Arbeitskreises Umweltschutztechnik Hamburg dringend erforderlich, um als deren Obmann (Arbeitskreisleiter) das Thema auf eine breitere Basis zu stellen und in der Ingenieurwelt Beachtung zu finden.

 

Inwiefern hat der VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik Hamburg Ingenieure dazu inspiriert, das Thema Umweltschutz in den Fokus zu nehmen?
Schwerpunkte des Arbeitskreises waren und sind der Austausch von Informationen über Probleme des Umweltschutzes, die Darstellung des Standes der Technik, Grundlagen der Gesetzgebung und der technischen Maßnahmen, VDI-Richtlinien, Arbeitskreisleiter-Treffen, Erfahrungsaustausch und Arbeitsgruppen-Arbeit.
Hierzu gliederte sich der VDI Arbeitskreis Umweltschutztechnik Hamburg ursprünglich in sieben Arbeitsgruppen: Bauen und Umweltschutz, Boden (Abfall und Recycling), Luft (Luftreinhaltung/ Schadstoffe/Klimaschutz/Arbeits- und Industriehygiene), Schwingungstechnik und Akkustik, Technik und Recht, Umweltmanagement und Wasser/Abwasser. Die Ingenieure waren aufgerufen, in ihrem speziellen Fachbereich Umwelt-Fragen zu erarbeiten und Antworten zu suchen.

 

Welchen Einfluss besitzen Ingenieure, um Veränderungen zu bewirken?

Ingenieure sind Garanten des Fortschritts und tragen gemeinsam Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und die gesamte Umwelt. Ohne Ingenieure gäbe es keine Technik. Ingenieure sind Wissensträger, die sich aus technischer und naturwissenschaftlicher, aber auch aus wirtschaftlicher, rechtlicher und naturwissenschaftlicher Sicht mit der Umwelt und der Umwelttechnik beschäftigen, eine umweltfreundliche Messtechnik und Technologie erforschen, aufzeigen und fördern können.
In meinem Arbeitskreis wird auch fachübergreifend mit einem engmaschigen Netzwerk aus Naturwissenschaftlern, Chemikern, Baubiologen, Umweltmedizinern, Umweltrechtsanwälten, Meteorologen, Architekten, Betriebs- und Volkswirten sowie Sachverständigen eng zusammengearbeitet.

 

Fotos: © Nadine Grenningloh, HAW Hamburg, Oliver Killig/ Ritter Energie und Umwelttechnik

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