Nachhaltiges Design

Beim Umbau des historischen Gasometers zur Event-Location ist die industrielle Ästhetik des Ortes erhalten geblieben. Die rund 1.100 m. große Veranstaltungs-Fläche mit diversen Konferenz-, Ausstellungs- und Cateringbereichen sowie einem multifunktionalen Auditorium bietet bis zu 2.200 Gästen Platz. Ein besonderes Highlight ist die Sky Lounge mit einer Dachterrasse in 66 Meter Höhe.

 

Dank seines komplexen Lichtkonzepts erfüllt der Gasometer sogar die Standards professioneller TV-Studios und Produktionsstätten. „Die architektonisch ansprechende Implementierung eines fernsehtauglichen Mischlichts ist mit entsprechenden Anforderungen an die Lichtqualität und Farbwiedergabe verbunden“, erklärt Claas Ernst, Geschäftsführer von VisionTwo, das zusammen mit dem Planungsbüro Theapro und dem Systemintegrator PIK für die Lichtinstallation verantwortlich zeichnet.

 

 

Um eine für Film- und TV-Produktionen optimal geeignete Lichtanlage zu erhalten, die ein perfektes Dimmverhalten, hervorragende Farbwiedergabewerte (CRI) und absolute Flickerfreiheit aufweist, wurden multifunktionale LED-Leuchten installiert, die mit RGBCwWw LEDs bestückt sind. Die Steuerung erfolgt über den Architekturlichtprozessor ETC Paradigm. Im Gasometer sind LED-Leuchten der Sirius-Reihe des britischen Herstellers GDS Pioneering Light verbaut, die eine variable Farbtemperatur von 2700 K bis 5000 K sowie eine vollständige RGB-Farbmischung ermöglichen.

 

 

Die hochwertigen LED-Leuchten bieten nicht nur funktionelles Licht. Die akzentuierte Beleuchtung der Säulen mit Farbe unterstreicht den architektonischen Charakter des historischen Industriedenkmals. Insgesamt sind über 850 Leuchten installiert, die dank energiesparender zentral positionierter LED-Vorschaltgeräte zur Gebäudeeffizienz des Gasometers beitragen. Der Energieverbrauch der kompletten Saalbeleuchtung des Forums beläuft sich im Standby Modus auf 210 W. „Bei Volllast liegt der Verbrauch über 10.000 Watt“, sagt Claas Ernst.

 

 

Das Kernstück dieser nachhaltigen Architekturbeleuchtung bildet die Kombination der stromsparenden LED-Technik mit dem Drive-Hub-System in Verbindung mit dem Datenprotokoll IPM2. „Dieses bidirektionale Steuerungsprotokoll ermöglicht nicht nur die Übertragung der Strom- und Datenversorgung über die Bestandsverkabelung, sondern es kann gleichzeitig mehrkanalige DMX Informationen in Verbindung mit Strom und Systemdaten übertragen“, erläutert der VisionTwo- Chef. Somit müssen keine zusätzlichen Steuerungskabel wie beispielsweise DMX mehr verlegt werden.

 

Neben der eigentlichen Versorgungsspannung können mit Hilfe des IPM2-Systems mehrkanalige Steuerungsinformationen und Systemdaten über ein einziges Zweidrahtnetz auf einer Kabellänge von über hundert Metern verlustfrei übertragen werden. Bei der Steuerung komplexer Lichtsysteme ist es dadurch möglich, die Spannungsspitzen beim Einschalten zu reduzieren und die Leerlaufleistung extrem gering zu halten. Die Hochleistungsnetzteile besitzen eine Effizienz von über 97 Prozent und einen Leistungsfaktor von 0.99, der bei konventionellen LEDs und Treibern bei 0.6 liegt. „Dank der Effizienzsteigerung von über 30 Prozent können in der gesamten Installation 17,3 Tonnen CO2 eingespart werden“, resümiert der VisionTwo-Geschäftsführer.

 

Fotos: © VisionTwo, Christian Kruppa/ EUREF Gasometer

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