Mit den Academy Sessions bietet der Grüne Werkzeugkasten ein kostenloses, modular aufgebautes Trainings-Seminar für Nachhaltigkeits-Manager, Produzenten, Berater und Fördervertreter aus der Film- und Fernsehbranche an. In drei jeweils 45-minütigen Online-Sitzungen werden verschiedene Ansätze und Werkzeuge zur Ermittlung des CO2-Fußabdrucks von Film- und Fernsehproduktionen vorgestellt. Auf der Agenda stehen dabei die ISO 14067 und das Greenhouse Gas-Protokoll (GHG), die zur Ermittlung eines Corporate Carbon Footprint (CCF) eingesetzt werden können.
Geleitet werden die Seminare von Elisabeth Ignasiak, die über zehn Jahre Berufserfahrung mit Nachhaltigkeits-Software und Berichterstattung verfügt und Organisationen bei der Implementierung nachhaltiger Methoden und Technologien in ihre Abläufe unterstützt, um ihre Ökobilanz zu verbessern. Nach diesen Maßgaben hat Roman Russo den Grünen Werkzeugkasten entwickelt, der als erste CO2-Bilanzierungssoftware für Filmproduktionen die ISO 14067 zur Erstellung einer Ökobilanz eingesetzt hat.
Das erste Seminar, das am 17. Juli und am 17. September angeboten wird, gibt einen Einblick in die internationale Norm ISO 14067, welche die notwendigen Anforderungen für Unternehmen definiert, um den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte zu berechnen. Ziel der ISO 14067 ist, die Treibhausgasemissionen zu bestimmen, die in jeder Phase des Lebenszyklus eines Produkts entstehen. Dies ermöglicht es Unternehmen, nach Möglichkeiten zu suchen, wie sich die Treibhausgasemissionen reduzieren lassen. Das Seminar gibt Aufschluss, wie sich dieser Standard konkret auf Film- und Fernsehproduktionen anwenden lässt und welche Erkenntnisse daraus gewonnen wurden.
Im zweiten Teil, der am 30. Juli und 23. September stattfindet, steht das Greenhouse Gas-Protokoll (GHG) im Fokus, das den am weitesten verbreitete Standard zur Erstellung von Treibhausgasbilanzen darstellt. Im Seminar wird erläutert, wie Studios das Protokoll einsetzen, um den CO2-Fußabdruck ihres Unternehmens zu ermitteln. Für größere Studios ist das Thema Nachhaltigkeitsberichterstattung relevant, zu der in der Europäischen Union Unternehmen einer bestimmten Größenordnung verpflichtet werden.
Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verfolgt die EU das Ziel, mehr Transparenz über Nachhaltigkeitsinformationen und Vergleichbarkeit zwischen Unternehmen und Branchen zu erhalten. Die CSRD verpflichtet Unternehmen verschiedener Größenordnungen dazu, anhand verbindlicher EU-Standards (ESRS) über Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte zu berichten. Die Unternehmen sind gefordert, Informationen zu verschiedenen Umweltfaktoren wie Treibhausgasemissionen, Wasserressourcen, Verschmutzung, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft offenzulegen.
Um den damit verbundenen Verwaltungsaufwand zu reduzieren, hat die EU-Kommission in diesem Jahr mit dem sogenannten Omnibus-Paket die Vorschriften für die Nachhaltigkeitsberichterstattung vereinfacht. Die Anwendungsfristen für die CSRD und die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) sind um zwei Jahre verschoben worden. In Deutschland hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 10. Juli 2025 den Referentenentwurf zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2022/2464 (CSRD) veröffentlicht.
Im dritten Seminar-Teil am 12. August und 16. Oktober wird erläutert, inwiefern sich die ISO 14067 und das GHG-Protokoll voneinander unterscheiden. Dabei wird erläutert, wie diese Standards bei der praktischen Umsetzung von Projekten bis hin zur Zertifizierung ineinander greifen können. Das Ziel ist, dass die Teilnehmer eine zukunftssichere Strategie für ihr Unternehmen aufbauen können.
Die Seminar-Teilnehmer erhalten Zugriff auf die Plattform des Grünen Werkzeugkasten und können an einem Quiz zur ISO-Norm teilnehmen. Im Rahmen der Greentoolkit Academy Sessions wird der Eco Rep Basiskurs für Nordamerika vorgestellt, mit dem Roman Russo ein grünes Trainingsseminar im Gamifikation-Format entwickelt hat. Die neue eLearning-Plattform vermittelt Branchenvertrern auf spielerische Weise, wie sich die Arbeit am Filmset umweltschonender gestalten lässt.
Für die Teilnahme an den Academy Seminaren, die jeweils um 17 Uhr europäischer Sommerzeit stattfinden, ist eine Anmeldung erforderlich.
Illustration: © Green Toolkit














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Nic Balthazar
Nadeshda Brennicke, Schauspielerin
Darren Aronofsky, Regisseur von Noah / Jurypräsident der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin
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