Der Schutz der Meere und Ozeane, der verantwortungsvolle Umgang mit KI sowie neue Erzählansätze für eine nachhaltigere audiovisuelle Landschaft waren zentrale Themen bei der 15. Ausgabe der Deauville Green Awards. Das internationale Festival für verantwortungsbewussten Film präsentiert Dokumentarfilme, Aufklärungsspots sowie Unternehmensfilme aus aller Welt, die sich mit Themen wie dem Erhalt der Artenvielfalt, nachhaltiger Produktion, verantwortungsvollem Konsum, Energiewende und Anpassung an den Klimawandel befassen. Die Veranstaltung brachte Fachleute aus den Bereichen audiovisuelle Medien und Umweltschutz in der Fondation Good Planet in Paris zusammen.
Der international renommierte Filmemacher, Fotograf und Umweltschützer Yann Arthus-Bertrand (Earth from Above, Home, Human) fungierte als Schirmherr der 15. Deauville Green Awards, um die Kraft der Bilder zu nutzen, das Bewusstsein zu schärfen und zum Handeln anzuregen. Als sein neuestes Werk präsentierte er den Dokumentarfilm Origin, der eine einzigartige Flugreise über die Lagune von Venedig mit ungewöhnlichen Perspektiven und Bildern der wilden Natur dieser Landschaften bietet. Dieser Film ist die erweiterte Fassung eines Kurzfilms, den Yann Arthus-Bertrand für die Architekturbiennale kreiert hatte. Bei den Deauville Green Awards ist Origin mit dem Prix Spécial un écran pour la planète ausgezeichnet worden.
Den Dokumentarfilm-Grand-Prix erhielt Oceania – Die Beschützer des Ozeans mit dem Raynald Merienne das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Meeresschutzes schärfen möchte. Klimawandel, steigende Meeresspiegel, Überfischung, Verschmutzung und Plastikverschmutzung bedrohen die Ozeane. Doch es gibt Hoffnung. Vom Hawaii-Archipel bis zur Osterinsel, von Neukaledonien bis Wallis und Futuna und in ganz Polynesien ergreifen die Ozeanier Maßnahmen, um das Leben im Meer für künftige Generationen wiederherzustellen und zu schützen.
Bei einer Podiumsdiskussion mit Muriel Papin, Geschäftsführerin von No Plastic in My Sea, Alexandre Laschine, Geschäftsführer der Fondation de la Mer, Patrick Thaunay, Mitbegründer von Plastic Vortex, und Flore Tang, Leiterin für CSR und Transformation bei der Crédit Coopératif-Gruppe, wurden verschiedene Ansätze zum Schutz der Meere und Ozeane erörtert. Die Fondation de la Mer unterstützt Organisationen, die Meeresökosysteme schützen und gegen Umweltverschmutzung vorgehen. Der von Bürgern gegründete Verein No Plastic In My Sea hat sich zum Ziel gesetzt, die Plastikverschmutzung an der Quelle zu bekämpfen, indem unnötige Kunststoffe reduziert und deren Produktion kontrolliert werden. Plastic Vortex hat unterdessen das patentierte Vortex 150-System entwickelt, eine automatisierte schwimmende Barriere, die über achtzig Prozent des Plastikmülls auffangen soll, bevor dieser die Ozeane erreicht.
In der 360°-ARTE-Reportage Indonésie, un village sous les eaux zeigt Carmen Butta, wie die Bewohner des kleinen Küstendorfes Timbulsloko im Norden Javas versuchen, mit dem Meeresspiegelanstieg von bis zu fünzehn Zentimetern pro Jahr umzugehen. Die mit der Trophée Or ausgezeichnete Reportage wurde nach ökologischen Standards produziert. Alissa Aubenque, Director of Operations and International bei Ecoprod, erläuterte in einem Workshop, wie eine umweltbewusste Strategie erfolgreich umgesetzt werden kann.
Ein heißes Thema sowohl auf dem Bildschirm als auch bei einer Podiumsdiskussion war der verantwortungsvolle Umgang mit künstlicher Intelligenz. Der investigative Dokumentarfilm Elon Musk Unveiled – The Tesla Experiment des deutschen Filmemachers Andreas Pichler gewährt einen Einblick in das Imperium des mächtigsten Titanen der Big-Tech-Branche. Aussagen ehemaliger hochrangiger Tesla-Mitarbeiter, enger Vertrauter, Whistleblower und Opfer decken verborgene Daten und verschleierte Mängel im Wettlauf um selbstfahrende Autos auf, bei dem ungebremster Ehrgeiz Menschenleben kostet.
Nathalie Klimberg, Chefredakteurin von Mediakwest, Fiona Bélier, Expertin für Storytelling, KI und Neurodiversität in der Kreativ- und Kulturbranche, Eric Barbie, Mitorganisator des KI-Gegengipfels, und Claire Simonot, Gründerin eines unabhängigen Aktionsforschungslabors, sprachen über die Folgen dieser disruptiven Technologie in der Medienwelt. Als im November 2023 ein KI-Experiment in den Redaktionsbetrieb der französischen Zeitung L’Est Républicain eingeführt wurde, spürten die Journalisten bereits erste destruktive Auswirkungen. „Wir müssen das Bewusstsein für diese grenzenlosen Einsatzmöglichkeiten der KI schärfen, denn sie kostet vielen Mitarbeitern den Kopf und uns werden unsere Fähigkeiten sowie das Wissen genommen, das uns ausmacht und prägt“, warnte Éric Barbier.
Die Verwundbarkeit von Unternehmen im Zeitalter der Cyberangriffe steht im Mittelpunkt der zweiten Staffel des Cyber-Thrillers L’attaque: Contagion von Yannick Muller, der mit dem Grand Prix Info ausgezeichnet wurde. Als sich ein massiver Cyberangriff rasend schnell im Herzen der Infrastruktur eines Handelshafens ausbreitet, wird die gesamte Region lahmgelegt.
Der Grand Prix SPOT ging an die vier Kurzfilme Vous feriez quoi vous? von Ugo Savouillan, die einen Einblick in unkontrollierbare Situationen geben, mit denen Pflegekräfte in ihrem Arbeitsalltag konfrontiert sind. Insgesamt erhielten bei den 15. Deauville Green Awards rund hundert Produktionen Gold- und Silberauszeichnungen sowie Sonderpreise.
Fotos: © Naïade Plante/ Deauville Green Awards














Hannes Jaenicke
Nic Balthazar
Nadeshda Brennicke, Schauspielerin
Darren Aronofsky, Regisseur von Noah / Jurypräsident der 65. Internationalen Filmfestspiele Berlin
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Thekla Reuten
Rachael Joy
Nikola Rakocevi
Nadja Schildknecht
Lars Jessen
Douglas Trumbull
Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin
Benoit Delhomme
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Helen Hunt