Don’t waste the Waste

Wenn ein Film abgedreht ist, bleiben oft große Müllberge zurück, wovon das meiste weder wiederverwertet noch recycelt wird, obwohl das ohne zusätzlichen Zeit- oder Geldaufwand möglich wäre. In Großbritannien bietet Scenery Salvage Studios als auch Produktionen am Drehort einen umfassenden Recycling-Service an. Set-Überreste wie Türen, Fenster, Möbel, Requisiten und Kostüme werden an andere Produktionen verkauft, während Restmaterialien wie Holz, Metall und Plastik sortiert, gesammelt und weiterverarbeitet werden.

 

Das Metall wird verschrottet und zum Einschmelzen geschickt, um es wieder als Rohstoff nutzen zu können. Auch Plastik kann zum Teil weiterverarbeitet werden. Noch brauchbare Gegenstände werden fotografiert, katalogisiert und zu reduzierten Preisen abgegeben. Die Produktionsfirma zahlt für den Service nur die Transportkosten, das Gewicht pro Tonne sowie den Arbeitsaufwand für das Verladen.

 

Trotz solcher Initiativen ist das Umweltbewusstsein in der Film- und Fernsehbranche nach wie vor sehr niedrig. Deshalb haben sich Filminstitutionen aus acht Regionen zu dem europäischen
Green Screen-Projekt zusamengeschlossen. „Wir arbeiten auf politischer Ebene mit regionalen Behörden zusammen, um die Voraussetzungen für die Umsetzung einer nachhaltigen Film- und Fernsehproduktion zu schaffen”, erklärt Daniela Kirchner, die als Geschäftsführerin von Film London das Projekt leitet. „Die Umweltbehörden schaffen die Infrastruktur für Maßnahmen wie Abfallrecycling und umweltfreundliche Transporte, welche die Produktionen benötigen. Durch
die Zusammenarbeit mit ihnen können wir unserer Branche helfen, umweltfreundlicher zu werden.”

 

 

In Sachen Wiederverwertung und Recycling gibt es bereits ein vorbildliches Modell in Belgien. Dank dem Kringwinkel-Projekt, das als soziales Beschäftigungsprogramm für über 5.000 Arbeitsplätze in der Region Brüssel sorgt, werden Millionen von entsorgten Produkten wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Gebrauchte Gegenstände, die auf der Müllhalde landen würden, werden gesammelt, repariert und verkauft. Die Bandbreite der angebotenen Produkte reicht von Haushaltswaren, Kleidern, Möbeln, Elektroartikeln und Fahrrädern bis hin zu Spielzeug, Musik und Büchern. Die Gegenstände werden kostenlos abgeholt, katalogisiert und zum Verkauf online gestellt.

 

Oftmals sind sich die Produktionsfirmen ihrer Umweltschädlichkeit gar nicht bewusst, weil es keine speziellen Umweltauflagen für die Film- und Fernsehbranche gibt. Das Green Screen-Projekt ermöglicht es Film London, der belgischen Filmförderung in Flandern, der Ile-de-France Film Commission in Frankreich sowie der Filmförderung im schwedischen Ystad, ihre grünes Know- how mit Promálaga in Spanien sowie den regionalen Agenturen für Film- und Medienentwicklung in Bukarest, Polen und der Slowakei zu teilen.

 

Das französische Ecoprod-Kollektiv gibt beispielsweise zusammen mit der Île-de-France Film Commission grüne Broschüren zu Themen wie Mülltrennung und Recycling für die Filmbranche heraus. Green Screen will solche Beispiele in einem europäischen Best Practice-Guide bündeln. Das Ziel ist, die umweltfreundlichen Maßnahmen zu standardisieren und in den Regionen zu implementieren, damit europaweit die Voraussetzungen für eine nachhaltige Film- Fernseh- und Medienproduktion geschaffen werden.

Fotos: © Scenery Salvage/ GFS

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