Reinigungsstation für Malwerkzeuge am Set

Wenn beim Dekobau am Set der Wasseranschluss fehlt, ist es schwierig die Malerutensilien zu reinigen. Die unsachgemäße Entsorgung von Chemikalien und Farbresten in die Umwelt ist längst kein Kavaliersdelikt mehr, sondern wird mit Bußgeldern geahndet. Als Mitglied in dem französischen Kollektiv Éco-Déco hat es sich die Szenenbildnerin Sabine Barthelemy zur Aufgabe gemacht, umweltschonende Materialien und Praktiken für den Dekobau zu testen. Bei den Dreharbeiten von Michel Hazanavicius‘ Zombiekomödie Z (comme Z) auf dem brachliegenden Gelände der ehemaligen Rennbahn in Évry, wo ihr fünfköpfiges Team bei den Setbauten drei Wochen ohne Wasser- und Stromanschluss auskommen musste, setzte sie eine mobile Waschanlage für Malerwerkzeuge ein.

 

„Wir bieten mobile und stationäre Lösungen zur Reinigung von Werkzeugen an, die komplett im geschlossenen Kreislauf erfolgt. Dabei wird weder Wasser benötigt, noch gelangen schadstoffbelastete Flüssigkeiten in die Umwelt”, versichert Thierry Hatat, der mit dem französischen Unternehmen Enviro Plus innovative Reinigungssysteme anbietet. Die Aufbereitung des Schmutzwassers erfolgt bei diesem Walzen- und Pinselreinigungssystem mittels eines Spaltmittels auf Bentonit-Basis. Dabei werden die Schadstoffe in der Flüssigkeit von den Tonmineralien aufgenommen, welche als Schlamm zurückbleiben und nach dem Trocknen im Restmüll entsorgt werden können.

 

Dank der Partnerschaft mit der Ressourcerie du Cinéma, die Dekobauelemente von Produktionen sammelt und zur Wiederverwendung aufbereitet, setzen inzwischen diverse Studios und Filmproduktionen diese praktischen Reinigungssysteme ein. Zu ihnen gehören die Studios de la Montjoie in Saint Denis oder die Szenenenbildnerin Sylvie Olivé, die für das Set-Design der Jaco Van Dormael-Filme Mr. Nobody und Das brandneue Testament verantwortlich zeichnet. Sogar an der renommierten Pariser Filmschule La femis hat das System Einzug erhalten. „Der Szenenbild-Leiter Claude Doaré hatte anfangs seine Zweifel“, berichtet Thierry Hatat, „doch das Reinigungssystem wird von den Studenten sehr gut angenommen.“

 

Fotos: © Envriro Plus

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